Ein Hoch auf die gelben Wagen!
Wann haben Sie zuletzt ein gelbes Auto gesehen, abgesehen mal vom Postauto? Eben. Renault hat kürzlich mit seinem elektrischen '5' ein kleines Zeichen gesetzt, aber sonst? Dabei wäre es die Farbe, um besser gesehen zu werden. Heute tragen die meisten Autos Trauer oder tarnen sich im grauen Alltag mit grauer Farbe, allenfalls leicht durch Silber aufgehellt. Das war mal anders.
In den Sechzigern und Siebzigern gab es etwa das 2CV-Gelb. Die Hippiewelle erfasste den 2CV und aufmüpfiges Zitronengelb passte da bestens, zumal in der Schweiz, wo ein Citroen eine Zitrone ist. Aber auch der noble DS machte sich gut in einem zarten Gelb. Und nicht zu vergessen das ikonische Miura-Gelb. Das Start Up Lamborghini wollte sich vom traditionellen Ferrari-Rot abheben. Da konnte Maserati mit seinem Ghilbli- eh, pardon, Ghibli, nicht zurückstehen in Gelb. Im Wüstenwind-Gelb.
In den Fünfzigern gab es zwei grosse Gelb-Wellen in Frankreich: Michelin-Gelb konkurrierte mit Kodak-Gelb. Und Panhard zeigte ein knackiges Zitronengelb. In den Vierzigern und Dreissigern war farblich weniger los. Dafür überstrahlte in den Zwanzigern das Schwalbenschwanz-Gelb von Elisabeth Juneks Bugatti 32 und 35 oftmals das Blau ihrer Konkurrenten.
Wie wär's mal mit einer neuen Farboffensive? Ist das ewige Schwarz wirklich das Gelbe vom Ei? Fürchtet man wieder die gelbe Gefahr, wie im Kalten Krieg? Zugegeben, diese Gefahr ist im heutigen Automarkt keine Verschwörungstheorie. Aber auch die chinesische Offensive kommt zum grössten Teil in Tarnfarben zu uns. Vielleicht hätte es rechtzeitig eine Vorschrift geben müssen, wonach chinesische Autos ausschliesslich in Gelb nach Europa exportiert werden dürfen. So hätte man die gelbe Gefahr nicht verschlafen und müsste jetzt nicht gelb vor Neid werden, zu welchen Preisen Elektroautos auf den Markt geworfen werden ...

































