Soll es immer ein Oldtimer sein?
Als ich vor über 40 Jahren meinen ersten “Klassiker” kaufte, da ging es mir einzig darum, ein Auto zu fahren, das ich mir leisten konnte und das meine Wünsche und Kriterien erfüllte. Der Wagen sollte halt offen sein, ein Handschaltgetriebe besitzen und sportlicher Natur sein. Ein Fiat 850 Spider erfüllte diese Kriterien damals für 3500 Schweizer Franken (oder etwa 4500 DM). Ein neuer Alfa Romeo Spider hätte das Achtfache gekostet, andere Alternativen – und so viele Cabrios gab es damals neu gar nicht zu kaufen – noch mehr. So wurde es ein Fiat, der heutzutage noch nicht einmal Youngtimer genannt würde.
Später legte ich mir dann einen neuen Mazda MX-5 zu. Andere heute klassische Sportwagen folgten, darunter auch ein TVR Griffith 500. Die Kriterien blieben eigentlich immer dieselben, alleine mein Budget änderte sich und natürlich die Ansprüche an die Leistungsfähigkeit und Eleganz des Autos. Und zwischendurch durfte es auch mal ein Coupé sein.
Heute ist die Auswahl an jungen Fahrzeugen, die noch ein weitgehend analoges Fahrgefühl vermitteln, wieder klein geworden. Aus diesem Grunde greifen auch Leute zu älteren Autos, die es nicht aus Liebe zur Automobilgeschichte und Tradition tun.
Kein Problem, aber Alternativen gäbe es trotzdem auch heute noch, etwa die jüngeren Generationen des Mazda MX-5 (siehe Bild oben) oder der Toyota GR Yaris. Wenn das Budget grösser ist, könnte es auch ein Lotus Emira sein oder einer der letzten handgeschalteten Boxster/Cayman oder 911. Wenn der Wagen nostalgisch aussehen soll, dann käme vielleicht auch ein Caterham oder ein Morgan in Frage. Und auch den jüngeren Mustang oder die Corvette C6/C7 kann man mit Handschaltgetriebe und Kupplungspedal finden.
Vorteile der jungen Autos sind typischerweise die hohe Zuverlässigkeit, vielleicht eine fortlaufende Garantie, ein vorhandenes Service-Stützpunktnetz, problemlos verfügbare Ersatzteile und ein paar Sicherheits- und Komfortattribute dazu.
Es ist nur eine Frage der Zeit oder der Jahre, die vergehen, bis diese halbwegs analogen Fahrzeuge selber wieder zum Klassiker werden, bis dahin sind es halt sogenannte “modern classics” oder Neoklassiker. Im Gros der heute angebotenen Fahrzeugepalette, die halt vor allem aus SUVs und/oder austauschbaren Fahrzeuge besteht, werden diese jungen Klassiker immer herausstechen.
Warum sich also als zwischengas.com nicht mit diesen “modernen Klassikern” beschäftigen, haben wir uns gefragt. Fahrberichte erarbeiten, welche aus der Sicht eines Menschen geschrieben sind, der eben auch gerne Oldtimer fährt und ein weitgehend analoges Fahrgefühl sucht, Freude an gutem Motorklang hat und sich nicht primär für grosse LCD-Displays oder Assistenzsysteme begeistert?
Was meinen Sie, fänden Sie das auch eine gute Idee? Diskutieren Sie mit und kommentieren Sie unterhalb dieses Blogbeitrags! Wir sind gespannt!


























