Wenn die Zeichnung schöner ist als das Produktionsauto …
Im Sommer 1979 publizierte “auto motor und sport” einen Beitrag unter dem Titel “Zeichen der Zeit” und wagte damit einen Blick auf die kommenden Autos der Achtzigerjahre. Zur Unterstützung holte man einmal mehr den begabten und mit guten Industriekontakten ausgestattete Mark Stehrenberger.
Unter anderem skizzierte der Designer auch den Nachfolger des ersten VW Scirocco, den man für 1981 erwartete. Nicht mehr Giorgetto Giugiaro sollte dessen Gestalt verantworten sondern die interne VW-Designabteilung.
Auf der Stehrenberger-Zeichnung sah der neue Scirocco elegant, strömungsgünstig und sehr modern aus.
Als dann das Auto in Realität präsentiert wurde, runzelten aber doch einige Scirocco-Fans die Stirn. Gegenüber der gradlinigen Giugiaro-Eleganz der ersten Ausgabe hatte die zweite Version doch etwas verloren.
Warum aber sah der neue Wagen nicht so gut aus wie das von Stehrenberger vorhergesagte Coupé?
Nun, als “Zukunfts-Designer” muss man natürlich weniger Kompromisse machen als jene Ingenieure, die das Serienfahrzeug gestalten. Wendekreis, genügend Platz in den Radhäusern, komplett versenkbare Seitenscheiben, genügend hoch angebrachte und grosse Scheinwerfer, vernünftig funktionierende Scheibenwischer? All diese Dinge kümmerten Stehrenberger wohl nur am Rande, als er “seinen” Scirocco-Entwurf skizzierte. Andere Dinge wie im gleichen Winkel verlaufende Seitenblinker und Stossfänger zeigen dagegen die Liebe zum Detail, die beim Original zumindest teilweise nicht mehr so gut sichtbar ist.
Natürlich hat auch der Scirocco II viele Freunde, die sein Design auch mögen und schätzen. Aber vielleicht hätte die zweite Ausgabe ja auch noch mehr Anhänger gefunden, wenn Stehrenbergers Vorstellungen “genauer” umgesetzt worden wären?


























