Dodge Decepzione – Italo-amerikanischer Tief(f)lieger
Selten ist ein Autohersteller derart von einem Extrem ins andere umgeschlagen. Ende 1979 war Chrysler noch um Haaresbreite an der Insolvenz vorbeigeschrammt, nur um siebeneinhalb Jahre später eine italienische Manufaktur für Supersportwagen zu übernehmen. Folge des neuerlangten Selbstbewusstseins war eine Reihe abgedrehter Konzeptstudien, die 1992 im Serienbau des Dodge Viper RT/10 gipfelte.
Ein anderes Projekt mit Bologneser Beteiligung ist jedoch 1989 im Versuchsstadium hängengeblieben: der Dodge Decepzione, der auf dem Daytona Shelby Z basierte, aber anstelle des Turbo-Vierzylinders den 3,5-Liter-V8 des Lamborghini Jalpa quer unter der Motorhaube trug – oder besser: in der Motorhaube. Denn das Leichtmetalltriebwerk war so hoch, dass es nur mit einer gewaltigen Lufthutze genug Kopffreiheit hatte.
Auch im Souterrain ging es eng zu: Trotz einer so weit wie möglich abgeflachten Ölwanne blieben gerade einmal 1,5 Zoll (3,8 cm) Luft zur Strasse. Immerhin sorgte ein behelfsmässiger Unterfahrschutz dafür, dass sich das kopflastige Coupé nicht gleich am ersten Schlagloch den lebenswichtigen Ölsumpf abrasierte. Ein von Lotus entwickelter Allradantrieb komplettierte die europäische Technik in amerikanischer Hülle.
Doch wirklich viel Potenzial zur Weiterentwicklung sah man bei Chrysler wohl nicht, zumal die Produktion des Lamborghini Jalpa bereits 1988 eingestellt worden war. Für das geplante vierradgetriebe Sportcoupé wandte man sich deshalb an einen anderen Kooperationspartner: Mitsubishi. Der 1990 erschienene Dodge Stealth hatte zwar keinen klangvollen italienischen Namen auf dem Motor – aber dafür deutlich mehr Platz darunter.


























