Glaskunst aus dem Sägewerk
Was ich mir schon alles anhören durfte, weil mein Mercedes-Benz 300 TE ein nachgerüstetes Sonnendach hat. Sie wissen schon: Diese leicht abgerundeten Universal-Rechtecke, die man sich in den Neunzigerjahren fast an jeder Tankstelle ins Dach des klimaanlagenlosen Gebrauchtwagens sägen lassen konnte. Immer hässlich, immer wertmindernd, immer undicht. Heisst es.
Dass ich noch kein werksseitig verbautes Schiebedach erlebt habe, welches den Innenraum selbst bei 120 km/h so angenehm und wummerfrei belüftet, wird ignoriert. Ebenso die Tatsache, dass das Dach bisher das einzige Blechteil ist, das noch nicht nach Rostfrass grossflächig instandgesetzt werden musste. Und in Waschstrassen wird nach wie vor nur das Auto geduscht, nicht der Fahrer.
Zum Glück konnte ich jüngst ein weiteres Argument in mein Portfolio aufnehmen: Das ist Rennsportzubehör! Ein Schweizer Bergrennfahrer hat sich nämlich in den Fünfzigern gleich zwei zusätzliche Plexiglasluken in seinem Flügeltürer installiert – damit er vor Kurven besser bergauf schauen konnte. Blöderweise lässt sich die Einbauposition eines Glasdachs nachträglich nur schwer verschieben. Meins hilft deshalb höchstens vor einem Looping...




_RM.jpg)





















