Am Ende wird alles gut...
..und wenn es nicht gut ist, ist das nicht das Ende. So heißt es. Das erste Augustwochenende hat der Berichterstatter als Datum der Classic Days immer fest eingeplant. Da in diese Zeit auch sein Geburtstag fällt, ist das leicht zu merken.
Bekanntlich fand die Veranstaltung von 2006 bis 2019 rund um das barocke Wasserschloss Dyck statt. Zu dieser entspannten Gartenparty im Rheinland kam man gern und spontan erinnert man sich an wichtige und unwichtige Begebenheiten. Etwa an die nach einem Schauer durchweichte Parkwiese, aber auch an die Clubfahrzeuge, die bei brütender Hitze im sogenannten Miscanthusfeld aufgereiht waren.
Unvergessen auch die Szene, als der am Rundkurs wartende Verfasser einem unheimlich anschwellenden Geräusch lauschte, welches dann einem Kompressorrennwagen der Silberpfeilära von Mercedes-Benz zugeordnet werden konnte. Auch erinnere ich mich an eine Pressekonferenz, bei der eines der schlanken, klassisch gewandeten Models einfach umkippte. Unvergessen sind auch die Klassiker bei den Schönheitswettbewerben auf der Orangerie-Halbinsel, besonders der Delahaye 135 M aus dem Besitz des verstorbenen Peter Mullin.
Eigens für dieses Auto war ich Wochen zuvor nach Stuttgart gefahren, um es zu fotografieren. Vor dem Hintergrund des Schlosses machte es sich ganz besonders gut.
Dann kam die dunkle Coronazeit und so gab es 2020 und 2021 keine Classic Days. Ein Jahr später erfolgte dann ein Neustart, jedoch nicht mehr am Schloss Dyck, sondern auf dem sprachlich doppeldeutigen Parkplatzareal des Flughafens Düsseldorf. Dessen Erreichbarkeit war gut, die Veranstaltung wirkte kompakter und übersichtlicher. Der Veranstalter hatte sich auch um ein attraktives Programm bemüht. Spontan assoziiere ich mit der Ausgabe 2022 den Nachbau des Mercedes-Benz SSKL-Stromlinienwagens ("die Gurke"), der dort seine Runden drehen durfte.
Das Publikum schien den Standortwechsel angenommen zu haben. Doch auch wenn der Veranstaltungsort letztlich mit deutlich mehr Grün aufwarten konnte als erwartet, die Atmosphäre einer Gartenparty kam eher nicht auf. Einen prächtigen Concours d´Elegance gab es auch nicht, dafür war der erhebliche Fluglärm omnipräsent. Im Folgejahr konnte der Berichterstatter die Classic Days erst am Sonntag besuchen, doch leider blieb der Eindruck unvollständig.
Heftige Regenfälle hatten das Gelände nicht verschont und schon um 13.00 Uhr musste die Veranstaltung wegen einer Unwetterwarnung abgebrochen werden.
Nun sagt man im Rheinland ja, dass alles, was bereits zum dritten Mal stattfindet, bereits Tradition ist. Doch dazu sollte es dann doch nicht mehr kommen.
Im Jahre 2024 führten Unstimmigkeiten mit Genehmigungsbehörden dazu, dass der Veranstalter sich nach eigenem Bekunden außer Stande sah, das Event auf gewohntem Qualitätslevel durchzuführen.
Doch das ist Schnee von gestern. Denn für 2025 wurden die Classic Days erneut angekündigt, und zwar mit einem neuen Standort. Da lag es nahe, sich damit einmal vertraut zum machen.
An einem trüben Februartag also auf zum Rittergut Birkhof in Korschenbroich, der als Hof erstmals im 13.Jahrhundert erwähnt wird. Es ist nur einen Katzensprung vom Schloss Dyck entfernt, die ländliche Umgebung also vertraut.
Das Hauptgebäude ist zwar kein Schloss, aber immerhin ein dreiflügeliger, denkmalgeschützter Gebäudekomplex aus dem 17. Jahrhundert. Hier wurde traditionell Landwirtschaft und Viehzucht betrieben und vor fast 100 Jahren kam der Anbau von Tulpen, Narzissen und Hyazinthen dazu.
Lange Alleen führen zum Hof und es gibt einen zum Zeitpunkt meines Besuchs leider nicht zugänglichen Park mit historischem Baumbestand.
Neben dem Hof und einem Nebengebäude mit Café befindet sich das weitläufige Gelände eines 36 Loch-Golfplatzes. Man kann sich schon jetzt gut vorstellen, wie der Veranstalter in diesem großzügigen Ambiente beispielsweise seine bewährten Themen "Jewels in the Park" oder "Charme & Style" platzieren wird. Auch eine Rundstrecke von 2,6 km wird es geben. Diese führt durch eine als Naturdenkmal geschützte Kastanienallee, dann rund um den Golfplatz und schließlich über eine Lindenallee zurück zum Herrenhaus.
Soweit es möglich war, hat der Verfasser sich das alles einmal angeschaut. Es dürfte ein schöner Rundkurs werden. Nach einem Espresso und einem Stück Mailänder Torte im Café "Zum Tulpenfeld" ging es dann zum Abschied noch einmal auf den "alten" Rundkurs beim Schloss Dyck.
Jetzt ist dieses Kapitel ist für mich abgeschlossen. Was nun folgt, dürfte spannend werden. Es steht zu erwarten, dass mit den Classic Days 2025 am Ende alles gut wird.


























