Doppel-X
Citroën 2 CV Sahara, VW Golf Pikes Peak, Lancia Trevi Bimotore, Mercedes-Benz A 38 AMG, … die Liste der Versuchsträger und Kleinserienautos mit einem zweiten Treibsatz im Heck ist überraschend lang. Zu den unbekannteren dürfte hierzulande der Honda CR-X² zählen – was wahrscheinlich daran liegt, dass der Hersteller nur indirekt an dem Projekt beteiligt war.
Statt bei Honda keimte die Idee nämlich in der Redaktion von Car and Driver. Das einzige, was dem japanischen Kompaktkeil zur Vollkommenheit fehle, sei mehr Motorleistung. Das simple Implantieren eines grösseren Honda-Motors sowie die US-Allzweckwaffe "Chevy Small Block" waren recht schnell vom Tisch – zu gewöhnlich.
Die Frage nach einem zweiten Motor samt Getriebe, Hilfsrahmen und Radaufhängung beantwortete Honda of America überraschenderweise mit einem ganzen CRX-Teileträger – für dessen anschliessende Verschmelzung mit dem Testwagen ausgerechnet ein Mazda-Spezialist beauftragt wurde.
Sechs Monate und 20'000 Dollar später war das Werk vollbracht, auf den Namen CR-X² getauft worden und wurde in der Mai-Ausgabe 1985 den Lesern vorgestellt. Zum serienmässigen Antrieb im Bug hatte sich ein weiterer 1,5-Liter-Vierzylinder mit 76 PS und Dreigang-Automatikgetriebe gesellt. Doch dabei blieb es nicht lange.
Bereits im Oktober 1985 präsentierte sich der weisse Winzling mit zwei Motoren aus dem Honda Accord: je 1,8 Liter gross, 101 PS stark und an dessen Viergang-Automatik gekoppelt. Damit wütete der CR-X² in 6,2 Sekunden auf 100 km/h – zu einer Zeit, in der ein Porsche 911 dafür 6,1 und ein Ferrari Testarossa 5,7 Sekunden brauchten.
Erfreulicherweise hat das doppelt bestückte Einzelstück bis heute überlebt. Wer es einmal in Bewegung sehen will, kann das in der entsprechenden Folge von Jay Leno's Garage.


























