Gross und anders denken!
Was wäre, wenn Audi wieder Zweitaktmotoren in seine Autos einbauen würde oder Citroën einen Wagen mit luftgekühltem Zweizylinder-Boxermotor auf den Markt brächte? Oder wenn BMW einen Sportwagen präsentieren würde, der mit analogen Instrumenten und nur minimalstem Komfort daherkäme?
Nun, das kann man sich alles kaum vorstellen. Genauso würden wohl nur wenige Menschen auf dieser Welt auf die Idee kommen, eine richtige Autozeitung im Grossformat zu lancieren. Und zwar wirklich gross, sprich 80 cm breit und 60 cm hoch aufgeschlagen, komplett gegen den Trend der Tabloid-Magazine oder der Online-Only-Bewegung.
Doch Peter Ruch hat genau dies gemacht. Und bereits ist die zweite Ausgabe seines “Radical Newspapers” auf dem Markt und einiges ist anders, als man es sich sonst gewohnt ist.
Da wäre einmal die unkonventionelle Grafik, die (vor allem) im ersten Bund mit handschriftlichen Notizen daher kommt und technische Elemente der Druckaufbereitung keck vorzeigt. Das wirkt so ähnlich, als ob ein Autohersteller unverkleidete Chassis-Teile zeigen würde oder die Schaltmechanik.
Die zweite Ausgabe widmet sich übrigens, gewohnt schmissig geschrieben, u.a. Gordon Murray und seinem Sportwagen T.50. Eine Geschichte handelt vom Cheetah, eine weitere porträtiert den Bizzarrini Manta. Dann gibt es noch eine Bildercollage zu “teuren Lastern” und einen Fahrbericht zum Autobianchi A112 und etwas zum Peugeot 205 T16 zu lesen. Der Abschluss ist dem Maserati 450 S gewidmet.
Der zweite und dritte Bund befasst sich dann mit weniger exotischen Fahrzeugen, die Schwerpunkte sind neue Autos von Volvo und Renault. Genau, man kann es erahnen, damit wird die Zeitung zumindest teilweise finanziert. So billig ist es schliesslich nicht, ein solches Teil zu gestalten und einige tausend Mal zu drucken. Wer jetzt gerne diese Zeitung jede Woche im Briefkasten hätte, den muss man enttäuschen. Aktuell ist eher ein mehrmonatiger Zyklus geplant, die nächste Ausgabe wird für den Februar 2025 erwartet. Wir wünschen Peter Ruch mit seiner Zeitung jedenfalls viel Erfolg. Es ist doch super, dass jemand etwas wagt und dort ansetzt, wo andere längst aufgegeben haben. Wir werden gespannt verfolgen, wie sich das Abenteuer entwickelt.
P.S. Auf der Radical-Website gibt es eine kleine Vorschau mit Inhaltsverzeichnis, dort kann man auch bestellen. Und viele Peter-Ruch-Artikel kann man natürlich auch online lesen.


























