Vergessene Filmautos: Der Mercedes-Benz 230 Lang aus "Brust oder Keule"
Für gewöhnlich war Louis de Funès (oder besser gesagt: die von ihm in seinen Filmen verkörperten Vollzeithektiker) im Citroën DS unterwegs – meist in Schwarz, einmal sogar in Rot. Zu Victor Buntspecht, Antoine Brisebard und dem vornamenlosen Monsieur Septime passte das Aushängeschild französischer Autobaukunst nur allzu gut. Nie würde sich einer der patriotischen Patriarchen einen ausländischen Wagen kaufen.
Deshalb erscheint es ungewohnt, dass er sich als angesehener Restaurantkritiker Charles Duchemin in "Brust oder Keule" nicht für den grossen Citroën entscheidet. Stattdessen lässt sich der Feinschmecker in geheimer Mission im Mercedes-Benz 230 Lang durch Frankreich chauffieren, wobei Chauffeur Henri einen selbst für französische Verhältnisse sehr offensiven Fahrstil an den Tag legt.
Um keine Sonderbehandlung zu erhalten, besucht Duchemin sämtliche Restaurants in Verkleidung. Vermutlich liegt darin auch der Grund für den Kauf der deutschen Langlimousine: Sie bietet mit ihrem erweiterten Fondraum einfach deutlich mehr Platz zum Umkleiden als jede serienmässige DS. Und ein handwerkerhafter Kleinbus käme für einen Mann von Duchemins Format nun wirklich nicht infrage.


























