Restauration eines Jaguar SS 100 im Jahre 1957
Restaurationsberichte und -geschichten sind heute etwas alltägliches, die Oldtimer-Magazine sind voll davon. Vor über 50 Jahren aber war das Restaurieren von Autos noch nicht "en vogue" und die Umstände dafür waren wesentlich komplizierter, das Vorhaben aufwändiger. In der Automobil-Revue Nr. 8 vom 27. Februar 1957 wurde über die Restauration eines Jaguar SS-100 berichtet.
Folgender Abschnitt zeugt von den Herausforderungen:
".. Es war nicht leicht, dieses in Genf verwahrloste Fahrzeug wieder in einen auch nur einigermassen brauchbaren Zustand zu bringen, denn es fehlten praktisch alle Einzelteile, und lediglich einem Zufall war es zu verdanken, dass ein Ersatzmotor gefunden werden konnte. Die Flügelmuttern der Speichenräder mussten beispielsweise «aus dem Vollen gedreht» werden; die beiden Autoliebhaber liessen es sich nicht nehmen, die fertig bearbeiteten Stücke in die Fabrik zu senden, um dort das Jaguar-Zeichen aufprägen zu lassen. Die Werke in Coventry standen übrigens dem Projekt sehr freundlich gegenüber und sandten unter anderem Zeichnungen des Armaturenbrettes, damit ein solches hergestellt werden konnte. .. "
Auch nett zu lesen ist folgender Kommentar:
" .. Rasch vergeht die Zeit, und viele Sportbegeisterte, die heute mit ihren schnittigen Coupes in behaglicher, bestens geheizter Atmosphäre durch die Gegend fahren, sind noch nie in einem solchen Wagen gesessen, geschweige denn, dass sie ihn je erlebt hätten. Um so erfreulicher ist es dass es noch junge Leute gibt, die hochmoderne Fahrzeuge, wie etwa einen Porsche-Spider, ihr eigen nennen und trotzdem an Fahrzeugen Freude haben, die in unserer schnellebigen Zeit bereits der Geschichte angehören, obwohl ihr Geburtstag nur 20 Jahre zurückliegt. .. "
Heute sind wir uns ja gewöhnt, dass Ersatzteile breit verfügbar, via Internet bestellt und nach Hause geliefert werden können. Zudem haben wir ein fast unerschöpfliches Repertoire an Informationen zur Verfügung, in Form von Büchern, Zeitschriften und dem Internet. 1957 war das alles noch ziemlich anders. Kein Wunder, gab zum Beispiele die Karosserieform, die mit speziellen Kotflügeln ohne Trittbrett zu denken.
Am Schluss noch ein kleiner Ausschnitt zum Thema Fahren:
"... An das Getriebe gewöhnt man sich rasch; es muss im Heraufschalten mit Zwischenkuppeln bedient werden und verlangt natürlich beim Zurückschalten eingermassen genau dosiertes Zwischengas ..."

































