Ein Stern, der keinen Namen trägt
Die Frage nach dem berühmtesten Markenzeichen eines Automobilherstellers ist für viele schnell beantwortet: der Mercedes-Stern. Und der hat wie viele Zacken? Richtig: vier. Oder besser: auch vier. Denn neben dem bis heute verwendeten "dreizackigen plastischen Stern" hat sich die Daimler-Motorengesellschaft 1909 auch einen Vierzack als Markenzeichen schützen lassen – allerdings nie verwendet.
In der Bundesrepublik musste aber spätestens nach 25 Jahren von ihm Gebrauch gemacht werden, damit der Musterschutz nicht verfiel. Da traf es sich gut, dass Daimler-Benz Ende 1970 den Nutzfahrzeughersteller Hanomag-Henschel übernommen hatte, dessen Produkte alle nur einen Schriftzug, aber kein Markenzeichen trugen. Der sechszackige Henschel-Stern war nach der Fusion mit Hanomag im April 1969 aufgegeben worden.
Auf der IAA 1973 wurden die Modelle für 1974 präsentiert, die sich praktisch nicht von denen des Vorjahres unterschieden – mit einer Ausnahme: Dort, wo sich bei den baugleichen Mercedes-Benz-Geschwistern die emaillierte Plakette mit dreistrahligem Stern und Lorbeerkranz befand, prangte auf der Baureihe 504 nun ein vierzackiger Stern in einem Kreis. Kaum ein Jahr später war die Marke Geschichte, weshalb viele ihn heute auch "Totengräbersymbol" nennen.
Unbeeindruckt vom Markenrecht in der alten Welt hatte Ford bereits 1955 ein ähnliches Symbol (allerdings in einem viereckigen Hochkantrahmen) auf die Motorhaube des Continental Mark II gestellt. Anders als zuvor bei Studebaker drohte Daimler-Benz in diesem Fall wirklich mit rechtlichen Schritten – und bekam aus Dearborn die Antwort, dass man sich einen feuchten Dreck darum scheren würde.
Nach der Verschmelzung mit der Continental Division übernahm Lincoln zum Modelljahr 1960 den stilisierten Himmelskörper mit vier Strahlen – und nutzt ihn bis heute. Verwechslungen mit Volvos Elektromarke Polestar sind trotzdem ausgeschlossen. Deren Emblem verzichtet auf den Rahmen – und sieht damit eher aus wie das fehlende Bindeglied zwischen Lincoln-Stern und Citroën-Doppelwinkel.




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