Chevrolet Yeoman – Das "e" ist stumm
Ein Chevrolet-Kombi der Fünfzigerjahre mit zwei Türen und nur mässigen Verkaufszahlen – das muss nicht zwangsläufig ein Nomad sein.
Nachdem aus dem sportlich-unpraktischen Luxuskombi zum Modelljahr 1958 ein gewöhnlicher Station Wagon mit der doppelten Anzahl an Seiteneinstiegen geworden war, blieb die Position des zweitürigen Nischenkombis für den Individualisten im Chevrolet-Programm unbesetzt – zumindest am oberen Ende der Preisliste. Doch zum Glück fand sich ganz hinten im Prospekt eine Alternative, die fast genau so selten blieb: der Yeoman.
Oder besser: der Yeoman 2-Door. Denn während der verglaste Schnelllieferwagen mit Rücksitzbank ein Schattendasein führte, verkaufte sich die Vollheck-Variante des Chevrolet Delray als familienfreundlicher Viertürer durchaus ordentlich. Dabei hatte sie mit den sechs- und neunsitzen Brookwoods sowie dem noblen Nomad weit mehr Konkurrenz im eigenen Hause zu fürchten als der einzige Zweitürer.
Doch schien dieses Alleinstellungsmerkmal eher hinderlich als förderlich zu sein, selbst wenn es einen Preisnachlass von 54 Dollar bedeutete und den Yeoman 2-Door mit 2413 Dollar zum billigsten Kombi im ganzen GM-Sortiment machte. Unter den insgesamt 187'063 gebauten Nomads, Brookwoods und Yeomans des Jahres 1958 waren nur 16'590 Zweitürer – womit er, zählt man alle zusammen, seltener ist als der heute so begehrte Bel Air Nomad.
Eine Chance, sich zu steigern, bekam der Yeoman nicht. Schon 1959 verschwand der Name der mittelalterlichen Freibauern wieder aus den Chevrolet-Prospekten. Ironie der Geschichte: Heute werden die wenigen überlebenden Yeoman 2-Door für rund 40'000 Dollar gehandelt – und sind damit die teuersten Chevrolet-Station-Wagons ihres Jahrgangs.


























