Langläufer in Zivil
Wer "Checker" sagt, meint "Taxi". Über Jahrzehnte haben Kinofilme das Bild US-amerikanischer Metropolen mit den gelben Kraftdroschken im Verkehrsgetümmel in unseren Köpfen gefestigt. Sogar in Zürich kamen die grossen Pontonlimousinen einst zum Einsatz.
Doch wenn es auch heute den Anschein hat, so wurden die Checker keineswegs nur als Flottenfahrzeuge fürs Fahrdienstgewerbe verkauft. Ab 1956 konnte mit dem Modell A-8 erstmals ein Checker von Privatkunden erworben werden. Zum Modelljahr 1960 folgte der mit Doppelscheinwerfern modernisierte Checker Superba und 1961 schliesslich der besser ausgestattete Checker Marathon.
Die kleine Firma aus Kalamazoo (Michigan) warb dabei bewusst mit der beständigen, über Jahre unveränderten Karosserieform. Sie würde den Wert erhalten, da ein Auto nicht aus der Mode kommen kann, das gar keiner Mode folgt. Und mit der robusten, auf 200'000 Meilen Lebensdauer ausgelegten Konstruktion würde ein Checker viermal länger halten als das durchschnittliche Automobil aus US-Produktion.
Damit fanden die zivilen Checker zwar nicht viele Kunden, aber genug für ihre eigene kleine Marktnische. In den Sechzigern lagen die Verkaufszahlen stabil um 1000 Exemplare pro Jahr. Nach dem Modelljahr 1963 verschwand der Superba aus dem Angebot, dafür war ab 1965 mit der Umstellung auf Chevrolet-Motoren erstmals ein V8 lieferbar. Die meisten Käufer begnügten sich jedoch weiterhin mit dem Sechszylinder.
Marathon Sedan und Station Wagon blieben bis zum Ende der Checker Motors Corporation 1982 im Programm. Kurioserweise wird ausgerechnet ihr Name heute meist mit den Taximodellen assoziiert. Dabei ist deren ursprüngliche Bezeichnung doch eigentlich viel näher am kollektiven Gedächtnis. Die gelben Droschken hiessen nämlich schlicht "Checker Taxicab".


























