Ein lieblicher Mist
Die grosse Zeit der Pastellfarben war eigentlich schon vorbei, da lancierte General Motors das Lieblichste, was jemals die Lackmischerei von Dupont verlassen hat. Nur im Modelljahr 1965 konnte man seinen Pontiac statt in kräftige Metallictöne auch in eine schimmernde Ahnung von Altrosa hüllen lassen. Oder genauer gesagt: Den "Hauch einer Lilie" auf das Blech wehen lassen, denn die Zärtlichkeit in Thermoplast nannte sich ebenso träumerisch wie treffend "Iris Mist".
Insbesondere auf Muscle Cars wie dem Pontiac GTO ergab sich dadurch eine herrlich gegensätzliche Mischung aus äusserlicher Sanftheit und innerlicher Wildheit, quasi ein Säbelzahntiger im Kaninchenkostüm. Doch nur rund 1200 Käufer konnten dem Reiz dieser Kombination etwas abgewinnen, weshalb das gehauchte Hellrosa heute die mit Abstand seltenste Farbe auf dem leistungsgesteigerten Le Mans ist.
Derselbe Lack mit der internen Kennung "P" war übrigens auch bei Chevrolet im Sortiment. Dort hiess er "Evening Orchid", besass also die Nuance einer Orchidee am Abend. Die war kaum weniger romantisch benannt – aber genauso unbeliebt. So ein Mist.


























