Das etwas andere Kofferradio
Für einige Oldtimer-Liebhaber ist das historische Erlebnis erst dann vollkommen, wenn Sie während der Fahrt Musik aus der Entstehungszeit ihres Klassikers hören. Die Frage, ob man in einem alten Auto mit schönem Motorklang überhaupt Radio hören dürfe, soll an dieser Stelle unbeantwortet bleiben – obwohl sie just einige unserer Kommentarschreiber beschäftigte.
Wer im Zusammenspiel von Motor und Musik keinen Widerspruch sieht, steht ziemlich bald vor der Frage, wie das Wunschkonzert sowohl wohltönend als auch in ästhetisch annehmbarer Optik in den Oldie kommt. Denn den Ton macht am Ende nicht das Radio – sondern der Lautsprecher. Deshalb muss, wer etwas mehr Klangfülle wünscht, als das einsam näselnde Mono-Teil unter dem Armaturenbrett zu bieten hat, zwangsläufig moderne, stilistisch nicht immer passende Boxen nachrüsten.
Eine besonders raffinierte Lösung hat sich der US-amerikanische Besitzer eines 1949er Mercury Station Wagon ausgedacht, der sich nostalgische die Optik seiner fahrenden Blockhütte nicht durch offenkundig neuzeitliche Audio-Installationen ruinieren wollte. Er hat die Stereoanlage mitsamt Verstärker und Subwoofer mit einem alten Koffer ummantelt und das Ensemble anschliessend als dauerhaftes und unverrückbares Gepäckstück im Laderaum des Mercury installiert.
Freilich funktioniert dieses Konzept nur bei Autos, deren Kofferraum nicht baulich vom Fahrgastraum getrennt ist. Ob Tank und Reserverad die verbesserte Tonqualität so sehr zu schätzen wissen wie die Passagiere, ist doch eher fraglich.


























