Auslaufmodelle
Natürlich ist der VW Käfer kein Auslaufmodell mehr, das war er in den Siebziger- oder vielleicht Achtzigerjahren. Inzwischen ist ein derartiger Sechzigerjahre-Volkswagen ein gesuchter Klassiker. Der Benzinmotor allerdings, der ihn antreibt, ist als Technologie schon eher ein Auslaufmodell, wenn sich denn die Elektromobilität, wie von der Politik geplant und proklamiert, durchsetzen soll.
Was uns an diesem Foto, das im Zentrum von Zürich, genauer im Seefeld-Quartier, aufgenommen wurde, aber noch mehr an Auslaufmodelle erinnert hat, ist das inzwischen geräumte Geschäft im Hintergrund. Privat geführte Eisenwarenhandlungen gibt es in Grossstädten kaum mehr, sie wurden von grossen Ketten verdrängt. Und so musste auch der “Eisen-Meier” seine Geschäftstätigkeit an der Seefeldstrasse aufgeben.
Nur einige Meter weiter stösst man auf ein weitere Geschäftsliegenschaft, die auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Im Hinterhof, gleich beim Ringier-Gebäude, fanden bis vor wenigen Monaten Oldtimerfahrer Hilfe. Denn in den Räumen, die jetzt von einer Computer-Bude genutzt werden, schraubten einst die Mechaniker der Garage Speich an alten (und jüngeren Autos). Schon vor 40 Jahren schlich ich um diese Garagentore und versuchte einen Blick auf die Autos dahinter zu erhaschen. Und nicht selten fand sich da ein 300 SL Flügeltürer oder ein alter Ferrari auf der Hebebühne. Tempi passati, denn auch der Oldtimerspezialist in der Innenstadt ist zumindest in Zürich bei der herrschenden Gentrifizierung ein Auslaufmodell …


























