Neue (alte) Namen in der Königsklasse – Ford, Cadillac und Audi
Während sich in Katar und Abu Dhabi Lando Norris, Max Verstappen und Oscar Piastri um den Titel 2025 kämpfen, wird im Hintergrund mächtig aufgerüstet. Mit Ford kommt ein altbekannter Name in die F1 zurück. Baute die Firma mit dem blauen Oval doch mit dem Cosworth DFV (Double Four Valve) den erfolgreichsten aller F1-Motoren.
155 GP-Siegen erzielte er in 16 Jahren, der Ford-V8 debütierte im Lotus in Zandvoort 1967 mit einem Sieg und beendete seine Anwesenheit im Tyrrell in Detroit 1983.
2026 wird er hoffentlich Max Verstappen und Red Bull nicht enttäuschen, aber ob er den Premierensieg seines Vorgängers wiederholen kann, lassen wir mal offen.
Cadillac, bisher nie in der Königsklasse vertreten, stösst hinter dem Deckmantel von Michael und Mario Andretti erstmals in die Grand-Prix-Szene. Mit dem „Le Monster“ war man schon 1950 in Le Mans am Start. Das Auto, das so aussah wie es genannt wurde, belegte nach 24 Stunden den 11. Gesamtrang. Die Amis kehrten 2000 in die damalige LMP900 Klasse zurück nach Le Mans, waren aber der Audi-Konkurrenz die von 2000-2002 in Serie siegten, massiv unterlegen. Erfolgreicher verlief das nächste Comeback 2023. Beim 100 Jahr-Jubiläum des Klassikers schickten die Amerikaner drei LMDh-Prototypen an den Start. Earl Bamber, Alex Lynn und Richard Westbrook beendeten das Rennen auf dem 3. Platz.
Nach immer wieder guten Ergebnissen in der WEC und der IMSA, stellt sich nun die Königsklasse als nächste und letzte ganz grosse Herausforderung auf der Leiter ihrer Erfolgsbilanz. Mit Sergio Pèrez sind sie bestimmt mal gut an Erfahrung bedient, aber über Valtteri Bottas streiten sich die Gemüter. Da wäre wohl ein junges aufstrebendes Talent, oder der amtierende Indy-Car Meister Alex Palou besser gewesen. Die Spannung über ihr Abschneiden bleibt nun aber offen.
Europa schenkt mit Sicherheit am meisten Aufmerksamkeit dem Einstieg von Audi. Vor dem Krieg waren sie bereits mit den Auto-Union Rennwagen im Grand-Prix Sport erfolgreich unterwegs und nach dem Krieg gewannen sie so ziemlich alles; bis auf die Königsklasse. Egal ob in Le Mans, am Pikes Peak, in der Formel E, der IMSA, DTM oder der Rallye Dakar und der Rallye WM, alles haben sie beherrscht. Natürlich sind damit ihre Erwartungen auch dementsprechend hoch, vor allem in der heute ach so verdammt schwierigen Zeit der europäischen Automobilbranche. Erfolg könnte sicher helfen, nur ob der Erfolg auch so kommt, wie im Businessplan festgelegt, das wird sich noch zeigen. Die Konkurrenz schläft sicher nicht und auch mit den vielen Abwerbungen interessanter Leute muss sich das neue Team erst mal formieren. Mit Sauber hat man immerhin eine Basis gekauft, die bereits in verschiedenen Farben durch zwei grosse deutsche Hersteller ging. Start mit Stern in schwarzer Lackierung, dann mit Propeller in weisser- und jetzt wird man mit den „roten“ vier Ringen auch noch zum Silberpfeil, wenn auch nur zur Hälfte, denn die Zweite wird rot und (Karbon)-schwarz.
An den beiden Piloten Nico Hülkenberg und dem jungen Gabriel Bortoletto wird es sicher nicht liegen, sollten die Resultate im ersten Anlauf ausbleiben. Das Audi F1-Werksteam ist mittlerweile an drei Standorten beheimatet: Die eigens für das Projekt gegründete Audi Formula Racing GmbH entwickelt die Power Unit in Neuburg an der Donau. Im schweizerischen Hinwil ist die Entwicklung vom Chassis, sowie Planung und Durchführung der Renneinsätze beheimatet. Das Technikbüro im britischen Bicester schafft darüber hinaus eine Präsenz im sogenannten „Motorsport Valley“ mit Zugang zu F1-Talenten und strategischen Partnern.
2026 tritt das neue Reglement der Formel 1 in Kraft mit dem Ziel, die Rennserie nachhaltiger und kosteneffizienter zu gestalten. Das neue Regelwerk setzt auf eine stärkere Elektrifizierung und den Einsatz nachhaltigerer Kraftstoffe. Der elektrische Antrieb leistet dann annähernd so viel wie der Verbrennungsmotor, der auf 400 kW (544 PS) kommt. Durch den leistungsstärkeren E-Motor kann mehr Energie durch Rekuperation zurückgewonnen werden. Bei den Verbrennungsmotoren handelt es sich um hocheffiziente 1,6-Liter-Turbomotoren. Der bestehende Kostendeckel („Cost Cap“) für die Formel-1-Teams gilt seit 2023 auch für die Power-Unit-Hersteller.
Nicht nur der Antrieb wird komplett neu sein, nein auch die Autos werden in ihrer Grösse beschnitten und aerodynamisch stark verändert, was natürlich den Sport wieder bei Null beginnen lässt. So gesehen, passt der Moment zu einem Neueinstieg perfekt und die Karten werden neu gemischt. Mit Sicherheit wird wieder ein Team seinen Job besser machen und die Nase vorn haben. Alle anderen müssen einmal mehr nach Anschluss suchen.
So gesehen sind wir doch einfach mal gespannt, was uns die nächsten Saison an Überraschungen so alles bringen wird.


























