Es war einmal ... Zubehör
Haben Sie es mitbekommen? BBS ist mal wieder pleite. So verwunderlich ist das allerdings nicht, ist doch der Zubehörmarkt für Automobile seit Jahren stark rückläufig. Als leidenschaftlicher Individualisierer denkt man wehmütig an die Zeit zurück, in der man selbst für das unbekannteste Nischenmodell aus mindestens fünf verschiedenen Rückleuchten wählen konnte. Für die populären Fabrikate gab es sogar so viel Nachrüstware, dass man eigentlich dreimal das gleiche Auto haben musste, wollte man alles verwenden, was einem gefällt.
Beinahe so alt wie das Auto selbst, kam die Zubehörindustrie in den Sechzigerjahren so richtig in Fahrt, um dann in den Neunzigern in einer unüberschaubaren Vielfalt zu gipfeln. Da gab es Unmengen Lenkräder, Schaltknäufe und Instrumentenskalen, Holzformteile für ab Werk nicht mit dem edlen Furnier ausgestattete Fahrzeuge und verchromte Kuhfänger für Kleinwagen. Von den unzähligen Karosseriekits, Leichtmetallrädern und Endschalldämpfern ganz zu schweigen. Die D&W-Kataloge dieser Jahre waren dick wie Telefonbücher – wenn auch nicht ausnahmslos alle Seiten mit Bildern von Autoteilen gefüllt waren.
Inzwischen jedoch scheint es fast nur noch verschiedene Handyhalterungen und Adapter für den Zigarrenanzünder zu geben, damit man auch während der Fahrt immer mit seinem Mobiltelefon spielen kann. Andererseits: Was könnte man denn auch sonst noch anbieten? Wahrscheinlich müsste man in den heutigen vollvernetzten Autos auch jede neue Rückleuchte umständlich "anlernen", weil sie sonst das Motorsteuergerät durcheinanderbringen würde. Allerdings beträfe das BBS kaum. Räder lassen sich eigentlich noch genauso leicht tauschen wie früher.

































