Letzte Ausfahrt
Ein Freund beobachtete jüngst eine kirchliche Abdankung der Kirche Santa Rita im italienischen Bari. Der Sarg wurde in einem Maserati Ghibli Leichenwagen gebracht, wie ihn die Firma Ellena als Modell G3.0 südlich von Turin herstellt. Herstellte muss man sagen, seitdem der Ghibli nicht mehr von Maserati angeboten wird. In jedem Fall, es war ein sehr würdevolles Moment und was könnte da passender sein, als das Fahrzeug einer heimischen Traditionsmarke.
Wie es so geht, man kam trotz des traurigen Anlasses ins Gespräch über den hierzulande kaum anzutreffenden Maserati Sargträger mit dem ungewöhnlichen Heck. Nahestehende Freunde des Verblichenen betonten, dass er zeitlebens ein grosser Autofreund gewesen sei und daher sicher Freude gehabt hätte, noch einmal Maserati zu fahren.
Das mag seltsam klingen, aber so mancher wünscht sich zum Abschied für die letzte Reise noch ein spezielles Lied oder eine bestimmte Ruhestätte, warum nicht auch ein besonderes Fahrzeug? Aber es ist schon so, Leichenwagen gleich welcher Marke polarsieren. Die eine wollen am liebsten gar nicht hinschauen und meiden das Thema der Sterblichkeit. Die anderen sehen das ganze als Gruselkabinett und müssen bei Oldtimertreffen davon abgehalten werden, in den meist vorhandenen Sarg zu klettern.
Eine Frage der Pietät? Geweiht sind Leichenwagen nicht, sie gehören weder der Kirche noch gibt es feste Regeln - ausser denen des Anstands, die es bei einem kirchlichen Anlass zu beachten gilt. Vielleicht muss man den Leichenwagen enttabuisieren, ihn als letztes Taxi auf dem Weg in die Ewigkeit begreifen und einfach als das nehmen, was er im Grunde ist – ein luxuriöser Kombi.



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