Der kleine Uhu von Graupner
Wenn man etwas älter wird, rühren Erinnerungen an Erlebnisse in der Kindheit ganz besonders. Als ich letzthin auf eine Dokumentation zum Haus Graupner auf Youtube stiess, erinnerte ich mich an meinen eigenen “Kleinen Uhu”, den mir vor wohl rund 55 Jahren mein Vater schenkte.
Beim “Kleinen Uhu” handelte es sich um ein Segelflugzeug mit etwa einem Meter Spannweite, das man zunächst aufwändig zusammenbauen musste. Dabei half mir mein Vater, denn ich hätte das wohl wegen seiner aufwändigen Flügelbauweise nicht so gut hingekriegt. Das einfache Modell verzichtete in der Standardausführung auf jegliche Finessen. Man stieg damit auf den Hügel und übergab es der Thermik. Aufwändigere Varianten erlaubten Steuerungseingriffe, mein Uhu war aber das Basismodell (und nicht jenes auf dem Foto oben).
Gut kann ich mich daran erinnern, dass ich die Tragflächen mehrmals neu bespannte. Bei groben Abstürzen resultierte nämlich oft ein Loch in der Bespannung und man begann von neuem, dünnes Papier über die Balsaholz-Spanten zu ziehen.
Der Modellflug konnte mich damals durchaus begeistern, ich kaufte jedenfalls auch den dicken Graupner-Katalog und träumte von Proportional-Fernsteuerungen und Motorsegeln. Es blieb allerdings beim “Kleinen Uhu”, alles andere war einfach zu teuer. Und auch der Katalog ging irgendwann ins Altpapier. Auch der Segler hat nicht überlebt, genauso wenig wie das Haus Graupner. Die deutsche Firma galt über Jahrzehnte als Vorzeigeunternehmen, verpasste aber schliesslich den Anschluss, als fernöstliche Anbieter den Markt mit günstigeren und halt schon fertig gebauten Modellen überschwemmten.


























