Spannen statt schrauben
Eigentlich ist es eine Erleichterung, andererseits ist es ein Ärger. Die Rede ist von Batterien, die mit einem Spannband im Auto befestigt werden. Bei luftgekühlten Volkswagen ist dies der Fall. Der T1 verlangt nach einer 84 Ah-Batterie, idealerweise natürlich einer mit Hartgummigehäuse. Der Punkt ist allerdings, dass im Bus der Stromspeicher rechts in der Ecke des Motorraums versteckt wird. Die Anschaffung einer doch recht teuren Batterie gemäss Originalspezifikationen erscheint mir aus diesem Grund unnötig. Man sieht sie dort ja gar nie richtig. Zudem ist der Klotz unendlich schwer um die Ecke zu wuchten. Spuren ausgelaufener Batteriesäure aus grauer Vorzeit beweisen, dass bereits die Mechaniker der Schweizer Armee, der mein Wagen von 1965 bis 1991 gehört hat, ihre liebe Mühe damit gehabt haben müssen – das Bild stammt nicht von meinem Bus.
Ich verwende eine Gelbatterie mit 50 Ah einer bekannten Marke mit rotem Batterieoberteil. Nur eben, für ein Spannband, das nicht nur auf die Höhe einer Gummigehäusebatterie zählt, sondern auch den darauf gehörenden Deckel braucht, damit sich das Band spannen lässt, ist das nicht zu gebrauchen. So sitzt besagter Deckel unter der Batterie und das Band ist mit einem dicken, nichtleitenden PU-Klotz unterlegt. Ja, es ist ein Gebastel, aber es hält die Batterie sicher am Platz und ist zudem weniger empfindlich auf einen Kurzschluss, als wenn ein Blechdeckel mit wenig Abstand die beiden Batteriepole überdeckt. Alles schön und gut...
Die Diagonalstreben waren es, nicht die Batterie in der rechten Ecke, die im Jaguar-Motorraum gerumpelt haben
Beim Jaguar XJ sitzt die Batterie direkt auf der rechten Seite vor der Spritzwand, einen Fingerbreit unter der Motorhaubenecke. Das richtige Format ist entscheidend, wäre sie zu hoch, schliesst die Motorhaube nicht mehr. Die ausgeklügelte Raumökonomie ist dem gigantomatischen V12 Motor geschuldet, der wenig Spielraum lässt.
Befestigt wird dies Batterie mit einer Klemmbrücke, die mit Gewindestangen und entsprechenden Schrauben auf das Batterieblech geschraubt wird. Die Batterie wird damit "in die Zange" genommen. Lange Zeit hat mich bei meinem XJ ein ärgerliches Poltern genervt, ausgehend von der Spritwand, einem hervorragenden Resonanzkasten. Die Geräusche haben nicht zum seidenweichen Lauf des V12 gepasst, also ging ich investigativ auf die Suche des Fehlers. Einen solchen glaubte ich bei der Batterie gefunden zu haben, die vielleicht zu wenig festgeschraubt war. Also habe ich deren Schrauben noch etwas nachgezogen.
Ein ehemaliger Jaguar-Mechaniker ortete allerdings den Fehler per Ferndiagnose und erkannte richtigerweise jene einzelne Schraube als Verursacherin, mit der die typischen Motorraum-Diagonalstreben des XJ an der Sprizwand festgeschraubt sind. Sie war lose.
Nun, vor dem herankommenden Frühling habe ich meinen eingewinterten Jaguar mal wieder besucht und mit Schrecken feststellen müssen, dass die Spannung auf meinem Batteriegehäuse dieses hat einsinken lassen. Die Batterie ist tot, schleichend hingerichtet durch die unsensible Hand eines genervten Autobesitzers, der sie fälschlicherweise der Verursachung von Lärm verdächtigt hat. Da hätte ich mir also ein Spannband gewünscht, aber alles kann man nicht haben.


























