Was noch auf uns zukommt ... oder die Katze
Als ich kürzlich einen Ersatzwagen benötigte, erhielt ich einen Dongfeng Box. Dabei handelt es sich um einen kompakten chinesischen Viertürer mit knapp über vier Metern Länge. Ich war schon ein wenig neugierig, sind meine Erfahrungen mit chinesischen Autos doch vergleichsweise begrenzt.
Der Dongfeng Box kostet in der Schweiz ab CHF 21’990, in Deutschland EUR 27’490, wobei ursprünglich sogar ein Preis um EUR 23’000 angekündigt worden war. Für dieses Geld erhält man einen ziemlich umfangreich ausgerüsteten Wagen mit einem nicht runden Lenkrad und rund 320 km Reichweite. Wer ein bisschen Erfahrung mit modernen Elektroautos hat, kommt damit problemlos zurecht, solange er nicht versucht, den Heckscheibenwischer einzuschalten, denn den gibt es beim Steilheck-Fahrzeug gar nicht.
Aufgefallen ist mir aber vor allem der “Home Screen”. Denn darauf tummelte sich eine Katze. Wenn man sie antippt, dann setzt sie sich auf und räkelt sie sich. Mehr Funktionalität konnte ich ihr auf Anhieb nicht abgewinnen. Dafür gibt’s zusätzlich noch Lebensweisheiten zu lesen. Sowieso ist dieser “Home Screen” nicht gerade ein Ausbund an Einstellmöglichkeiten, dafür gibt es andere Screens, die man grossteils über einen Klick erreichen kann.
Aber zurück zur Katze: Zu Käfers Zeiten hatten wir eine physische Blumenvase, etwas später den Wackeldackel auf der Hutablage. Heute hat “man” offenbar eine animierbare Katze auf dem Computer-Screen. Wie das alles dann im Oldtimeralter aussehen wird, wagen wir uns noch gar nicht auszumalen. Schöne neue Welt …
Und wenn ich gerade am meckern bin, dann vielleicht noch dies: Zum modernen Automobil gehört typischerweise auch eine App auf dem Mobiltelefon. Damit kann man je nach Hersteller und Baumuster das Auto öffnen/schliessen, den Innenraum vorklimatisieren, die Lichter einschalten, die Reichweite prüfen, den Ladevorgang steuern und manches mehr.
Soweit so gut. Hat man es tatsächlich geschafft, seine Telefon-App mit dem Auto zu koppeln, funktioniert dies eine Weile, bis dann entweder die App auf den neuesten Stand gebracht werden muss oder das Telefon gewechselt wird. Auch dieser Übergang ist zu schaffen, aber “wartungsfrei” sind solche software-basierten System sicherlich nicht.
Interessant wird es beim Kauf oder Verkauf eines derartig ausgerüsteten gebrauchten Autos. An die App denkt man dabei ja zuletzt. Doch, wenn man dann noch Monate nach dem Verkauf immer noch Meldungen erhält, dass das Auto jetzt gerade umgeparkt oder geöffnet werde, dass der Ladevorgang zu Ende sei usw., dann spätestens wird man daran erinnert, dass hier noch etwas offen ist, zumal man mit der App auch sein ehemaliges Fahrzeug noch öffnen und schliessen könnte. Die Abmeldung ist mindestens so kompliziert wie die Anmeldung. Zudem muss man sich schon fragen, ob man solche Apps in 20 Jahren (notabene 20 iPhone-Generationen später) noch nutzen können wird. Eben, wie gesagt, schöne neue Welt …


























