Kriminell schnell
In der Schweiz kann man fürs Strassenrennen ins Gefängnis kommen. In den USA kann man durchs Gefängnis auf die Rennstrecke kommen. Denn Ende der Siebzigerjahre wurde dort ein besonderes Programm zur Rehabilitierung von Straftätern erprobt.
Innert zwei Jahren haben 50 Insassen des Staatsgefängnisses Oregon einen Ford Torino SportsRoof in einen Rennwagen umgebaut, den sie auch selbst bei lokalen Stock-Car-Rennen einsetzen durften. Das nötige Zubehör für ihren "Hi-Wall Special" haben die Jungs hinter den hohen Mauern von "draussen" erhalten, sodass denn auch bekannte Firmennamen auf dem Blechkleid prangen.
Die motorsportbegeisterten Verbrecher, die es nicht ins Team geschafft hatten – die Warteliste war lang – durften ihre Zellengenossen immerhin an der Rennstrecke anfeuern. Und sie alle sind anschliessend auch brav wieder mit zurückgekommen. Initiator und Gefängnisdirektor Jan Williamson betonte stolz, dass seit Projektbeginn kein Häftling mehr geflohen sei.
Allerdings gab er keine Auskunft darüber, wie stark im gleichen Zeitraum die Kriminalitätsrate in Oregon gestiegen ist. Denn von einem eigenen Rennwagen konnten viele in Freiheit nur träumen.


























