The Fresh Prince of Rüsselsheim
Es ist ja hinreichend bekannt, dass der 1955er Chevrolet Bel Air das stilistische Vorbild für den Opel Rekord P1 war. Dass das Nobelviertel von Los Angeles auch Namenspate eines Rüsselsheimer Modells war, hingegen weniger. Zum Modelljahr 1998 – 40 Jahre nach dem P1 und 22 Jahre nachdem Chevrolet die Modellbezeichnung zuletzt verwendet hatte – erschien im September 1997 der Opel Vectra Bel Air.
Als Reisewagen für Langstrecken gedacht, umfasste die Serienausstattung Wärmeschutzverglasung, Lendenwirbelstütze, Kassettenradio, elektrische Fensterheber vorn, elektrische Aussenspiegel, hintere Kopfstützen samt mittigem Dreipunktgurt und – damit man auf Fernfahrten den Motor immer überwachen kann – einen Drehzahlmesser. Der Name des Sondermodells leitete sich aber von der serienmässigen Klimaanlage ab, die immer für gute Luft im Innenraum sorgte.
Hinzu kamen noch 15-Zoll-Leichtmetallräder und eigene Stoffpolster im Muster "Bob". Der Basis-Vierzylinder mit 75 PS war für den Langstrecken-Vectra natürlich tabu. Standard-Antrieb im Bel Air war der 1,6-Liter-Vierventiler mit 101 PS, der sich aber bis zum 170 PS starken 2,5-Liter-V6 aufrüsten liess. Mit bis zu 230 km/h konnte sich der Vectra dann auf der linken Spur behaupten.
Nur ein gutes Jahr – bis November 1998 – stand der Bel Air in den Preislisten. Die namentliche Anleihe vom anderen Kontinent ist übrigens nur gerecht. In Südamerika lief der Mittelklasse-Opel nämlich als Chevrolet Vectra.


























