Stirbt der natürliche Oldtimerfahrer aus?
Die meisten Fahrer von Oldtimern haben die Bedienung der Fahrzeuge, die sie heute als Klassiker bewegen noch in der Fahrschule erlernt. Das Öffnen des Türschlosses mit einem Schlüssel, das Starten des Wagens am Zündschloss und mit Choke-Unterstützung, das manuelle Kuppeln/Schalten und sogar die händische Bedienung von Scheibenwischern und Licht oder das Herunterkurbeln von Seitenscheiben wurde ihnen in Fahrstunden und mit der folgenden Fahrpraxis eingetrichtert.
Wer aber heute erst das Fahren eines Automobils erlernt, der wird manches gar nie zu sehen kriegen. Heute besteigt man den Wagen schliesslich mit dem Schlüssel in der Hosentasche, startet den Motor durch Knopfdruck, schaltet per DSG oder Automatik, fährt mit elektronischer Unterstützung am Hang an, senkt Scheiben mittels Knopfdruck und kümmert sich weder um Licht noch um saubere Scheiben, dafür gibt es schliesslich Sensoren. Von Starthilfen, Zwischengas oder manueller Zündverstellung berichtet heute kein Fahrerlehrer mehr, wieso auch.
Trotzdem wird es vielleicht der eine oder andere dieser neuzeitlichen Autofahrer irgendwann in ein Auto, das vor 20, 30 oder mehr Jahren gebaut wurde, schaffen und wird dann das Fahren je nach Fahrzeug nochmals neu erlernen müssen. Der "natürliche" Oldtimerfahrer, also derjenige, der mit den alten Autos gross geworden ist, stirbt langsam aus. Schauen wir, dass wir zumindest das Wissen weitergeben, zum Beispiel mit Online-Plattformen wie www.zwischengas.com. Denn, zu Anfang der Mobilisierung, erwarben die meisten Autofahrer ihre Fahrkünste auch durch kurze Instruktionen vom Autoverkäufer oder durch Lesen von Büchern, wie unsere Serie über die “Kunst des Fahrens” beweist.

























