Es boxt seit 130 Jahren so schön ...
Das Motorengeräusch eines VW Käfers ist so unverwechselbar wie die drei grossen Hymnen des Reisens, die George Bailey in “Ist das Leben nicht schön?” beschwört: das Rasseln einer Ankerkette, das Heulen eines Flugzeugmotors und der Pfiff einer Dampflokomotive. Manche beschreiben das Boxer-Geräusch als Surren, Brabbeln oder Klingeln. Und vor allem beim Anfahren, wenn der Motor auf Touren kommt, schnattert der Motor auf eine geradezu liebenswürdige Weise.
Luftkühlung, Heckmotor, Boxer – das klingt “old school”. Wasserkühlung, Frontmotor und Reihenkonzept sind heute die gängige Konfiguration. Aber das konnte Carl Benz vor 130 Jahren ja nicht wissen, als er seinen sogenannten Contra-Motor entwickelte, in dem die Kolben einander gegenüberliegen. Und so blieb der Boxer mit Ausnahme beim Käfer eine Spezialität, die wir heute fast nur noch bei Porsche und Subaru finden.
Ein technische Finesse, die wohl 99 Prozent aller Kunden weder kennen noch interessieren. Und die E-Autos sorgen sowieso für das kollektive Vergessen. Da pochen wir dann auf das Blech unseres Kulturguts und demonstrieren bei der nächsten Ausfahrt gern, wie schön ein Motor klingen kann, ohne ordinär oder aufdringlich zu wirken. Und die gereckten Daumen der Zuschauer geben uns recht, auch wenn wir nicht im klassischen Käfer, sondern im seltenen VW Typ 3 1600 TL anrollen …


























