Rund und schwarz – und ein Frevel?
Die Verlockung ist gross, einen Frevel zu begehen: Ein originaler, weil als Erstausrüstung beim Jaguar XJ12 montierter, heute in Serbien fabrizierter Michelin-Reifen des Typs XWX im Format 215/70 R15 90W kostet im Mittel rund 360 Franken das Stück. Ein vergleichbarer Reifen eines No-Name-Anbieters, natürlich im selben Format 215/70 R15, hingegen weniger als ein Drittel, etwa 105 Franken. Das Profil gleicht derweil jenem des Michelin-Originals.
Mit dem Michelin war ich nicht sonderlich zufrieden, sein grösstes Manko ist das laute Abrollgeräusch. Es passt akustisch einfach nicht zu diesem ausgesprochen leisen Auto. Aber eben, er ist epoche- und typgerecht und damit korrekt. Zudem habe ich darauf bis jetzt rund 24'000 Kilometer abgespuhlt, also eine einigermassen akzeptable Laufleistung. Und darum ist es jetzt Zeit für einen Wechsel.
Auch schon als Jury-Mitglied bei Schönheitskonkurrenzen aktiv, habe ich mir jeweils auch die Reifen angeschaut. War ein authentischer "Pnö" aufgezogen, so gab es im Zweifelsfall dafür Extrapunkte, besonders auch bei Diagonalreifen. Selbst wenn ich zugeben muss, dass ein Radialreifen wesentlich bessere Eigenschaften in Sachen Haltbarkeit, Spurtreue und Bremsverhalten aufweist.
Generell bevorzuge ich sowieso Markenreifen, selbst wenn die bekannten Vredestein meines Erachtens eine mehr als valable Alternative zu manch teureren "Originalreifen" darstellen. Doch ein No-Name? Was kann mich da erwarten? Das gilt besonders auch für einen Reifen, der bis 270 km/h zugelassen ist, wie der Michelin. Bei besagtem No-Name wäre dies laut Lieferant ebenso der Fall.
Ob es ein Versuch wert ist – oder steht Originalität vor allem anderen? Und die Sicherheit? Ich stecke in der Zwickmühle.


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