Animierte Werbung in 2D und auf Papier
Das Schnittbild hat eine besondere Bedeutung in der technischen Literatur und auch in der Werbung. Der erklärende bis voyeuristische Blick ins Innere folgt dem altbekannten Spruch, dass ein Bild mehr erklärt als tausend Worte.
Dies scheint 1971 auch die Werbeabteilung von Jaguar überzeugt zu haben, als sie begleitend zur Premiere des Jaguar E V12 der Serie 3 den ersten neuen Motor seit dem legendären XK, ebendiesen V12 der Weltöffentlichkeit vorstellten.
Mit einher mit dem nunmehr mit einer einzigen, obenliegenden Nockenwelle ausgerüsteten V12 ging eine neue Produktionsanlage für diesen Motor. Darauf war man bei Jaguar besonders stolz. Die alten Maschinen für den DOHC-XK-Motor hatte William Lyons, Gründer von Jaguar, in einer Nacht- und Nebelaktion vom damaligen Direktor der Standard Motor Company, John Black, 1942 für 6000 £ abgekauft. Die Aktion war dermassen schnell über die Bühne gegangen, dass Lyons seinem bisherigen Zulieferer für Motoren und Chassis mitteilen musste, dass sämtliches Material bereits abtransportiert sei, als es sich der verblüffte Black nochmals anders überlegt hatte. Er hatte geglaubt, dass nach dem Krieg niemand mehr einen Reihen-Sechszylinder kaufen wollte, doch sich dann nochmals umentschieden – zu spät.
Lyons Coup wurde in der Industrie weitherum bewundert. Aber eben, diese Maschinen waren schon beim Serienanlauf des XK 1949 nicht mehr State-of-the-Art und Ende der 1960er-Jahre arg verschlissen. Mit dem V12 war Jaguar aber nun wieder auf der Höhe der Zeit.
Das war gewiss ein Grund mehr, einen eigenen Prospekt alleine für den neuen Motor herauszubringen. Darin ist zu lesen, wie ein kleines Team unter Lyons für diesen V12 verantwortlich sei. Bill Heynes, Wally Hassan, Claude Bailey und Harry Mundy sind darin abgebildet. Ebenso gibt es Bilder der neuen Produktionsanlagen. Das ganze ist als eigener Klappteil mit integrierten Seiten ausgeführt, seltsam, aber sinnreich.
Der Clou sind aber die bedruckten Folien im zweiten Teil der Heftbogen. Damit lässt sich der neue V12 schichtweise zerlegen und man erhält so einen Blick in das Innere der Aluminium-Maschine. Dass diese dereinst der meistgebaute V12 der Welt werden würde, konnte damals noch niemand vorhersehen. Testfahrer Norman Dewis hatte später einmal zum neuen Motor gemeint: «The V12 wasn't really necessary», der V12 sei nicht unbedingt nötig gewesen. Doch Dewis kannte womöglich andere Gründe, das zu sagen, denn nur mit Glück hatte er den Unfall mit dem XJR13, dem Prototypen mit dem Viernockenwellen V12, im Testzentrum der britischen Automobilindustrie MIRA überlebt.
Der einmalige Prospekt zum Jaguar Serien-V12 – sogar in Deutsch – ergänzt nun unsere ständig wachsende Sammlung an historischem Automobil-Werbematerial und ist HIER einsehbar.




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