Forscherarbeit
Was ist es? Die Frage stellt sich nicht nur auf alten Postkarten oder in Zeitungsartikeln vergangener Tage, wenn eine Strassenszene mit Auto abgebildet ist. Natürlich nimmt der geneigte Klassik-Redaktor die Herausforderung gerne an, wenn die Frage nach Jahr, Marke und Typ aufgeworfen wird. Dies war in meinem Fall auch schon so bei Anfragen eines Buchverlages so, wo es darum ging, in einem Fotonachlass zu einer Reise durch den Balkan den Wagen herauszufinden, mit dem die Reisenden und Fotografen damals unterwegs waren. In diesem Fall war es ein Ford V8 – für das rauhe Terrain eine gute Wahl – aus der Mitte der 1930er-Jahre.
Doch auch Spielzeugautos bergen manchmal ihre Geheimnisse. Dabei geht es nicht immer nur darum, dass die Hersteller ein bestimmtes Auto derart lausig nachgebildet haben, dass es selbst einem geschulten Auge schwerfällt, das entsprechende Vorbild zu erkennen. Es gibt auch Autos, die so selten und einmalig sind, dass es schlicht ein zu weiter Weg ist, vom Modell auf das Vorbild zu schliessen.
So fand ich vor einer Weile in einer kleinen Kartonschachtel ein rotes Wiking-Auto. Gemäss Katalog von 1950 ist es der «Sport-Viersitzer mit Figuren», die Artikelnummer T3. Hier zu sehen auf meiner bescheidenen Modellbahn.
Kenner bezeichnen diese frühen Modelle als «Quetschachser». Ein reines Fantasieprodukt, wie ich dachte. Allerdings wäre er das einzige Auto dieser Art im damaligen Programm von Wiking gewesen. Andererseits war mir diese Form gänzlich unbekannt. Einzig der Kühlergrill erinnerte mich an etwas...
Ist dies ein Veritas Nürburgring? Wer weiss. Eine andere Erklärung konnte ich bislang nicht finden. Für sachdienliche Hinweise bin ich immer offen. Übrigens, das gelbe Auto im Hintergrund ist vermutlich ein Groschenauto von KoHo und soll einen Mercedes 300 SL Flügeltürer darstellen.

























