Die Geschichte zum Bild oder das Bild hinter der Geschichte: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
In der Gedenkausstellung "90/55/45“ in Erinnerung an Jo Siffert (90. Geburtstag und 55. Todestag) und Herbert Müller (45. Todestag) in Murten stand am Eingang die Büste des beliebten Schweizer Rennfahrers aus Freiburg. Schnell kam mir die Bild-Idee, den Vater mit seinem Sohn Philippe zu fotografieren. Jo Siffert lernte seinen Sohn nie richtig kennen, da jener erst neun Monate alt war, als sein Vater am 24. Oktober 1971 in Brands-Hatch tödlich verunglückte.
Ein Hintergedanke war natürlich auch das Schliessen des Kreises unserer beiden Familien. Mein eigener Vater genoss damals tolle Freundschaften sowohl mit Jo Siffert als auch mit Herbert Müller. Selbst ich kannte Seppi besser als sein Sohn selbst, da ich doch neun Jahre älter als Philippe bin. Ich kann mich noch deutlich an zwei Begegnungen mit ihm erinnern.
Im Herbst 1970 waren wir mit Seppi Mittagessen, später noch in seiner Garage, wo er uns persönliche Autogramme gab. Die zweite Begegnung fand Jahre vorher statt, als Siffert an der Pilatusstrasse in Luzern in einem Geschäft, spezialisiert auf HEUER-Uhren, Autogramme schrieb. Ich war mit meiner Mutter natürlich vor Ort, doch die Kolonne war riesig, so ging sie nebenan ins Kaffeehaus und ich wartete geduldig. Als ich dann endlich vor ihm stand, richtete ich ihm wie abgesprochen den Gruss meines Vaters aus, jedoch ohne klarzustellen, wer ich denn sei. So bedankte sich der Rennfahrer ziemlich reaktionslos bei mir, was mich natürlich schwer enttäuschte.
Zu "Stumpen-Herbie“ gibt es eine Erinnerung vom 1000-km-Rennen in Monza, vermutlich 1970, als ich bei ihm in seiner Box das Rennen verfolgen durfte, während mein Vater an der Strecke fotografierte. Der andere noch kleinere Junge, der neben mir stand, hiess auch Daniel und war Herbies Sohn, geboren am 14.5.1961, also ein Jahr jünger als ich….
In Murten standen wir drei, also Daniel Müller, Philippe Siffert und ich 50 Jahre später (wieder) zusammen bei der Gedenkausstellung, als ach so viele Erinnerungen wieder wach wurden.
Unzählige Bilddokumente der beiden liegen in meinem Motorsport-Archiv und zeugen von besonderen und unvergesslichen Momenten. Einige dieser Bilder sind in meinen beiden Büchern „Inside Formel 1" und "Inside Formel 1 Lap 2“ zu sehen.


























