Verbotskultur
Manchmal sehne ich mich in die freiheitsorientierten und unbeschwerten Sechzigerjahre zurück, obschon ich diese als Kind wohl nur eingeschränkt in ihrer ganzen Ausprägung erlebte. Aber wenn ich mir so anschaue, was ich an einem Tag über drohende Verboten lese, dann kommt mir schon die Galle hoch.
Da wollen die jungen VCS-Mitglieder in der Schweiz die erste Klasse im öffentlichen Verkehr abschaffen, die Durchfahrt durch die Stadt Zürich soll gemäss den Grünen verboten (und automatisch überwacht) werden, wenn es dabei nur darum gehe, einen Stau auf der Autobahn zu umgehen, und schliesslich soll mit der “Verkehrswende-Initiative” gleich das Auto grossflächig aus der Zürcher Metropole verbannt werden.
In Berlin sollen gemäss einem nun zulässigen Volksbegehren “Berlin autofrei” in Zukunft für private nur noch Fahrten an zwölf Tagen zulässig sein, wenn dem Begehren entsprochen wird. Weitere Beispiele wie Paris müssen wir hier gar nicht zitieren.
Wirklich? Einfach alles verbieten, was einem nicht passt? Ist das wirklich der Weg, den wir gehen wollen? Und gleichzeitig noch einen Überwachungsstaat schaffen? Da ist “1984” ja wirklich nicht mehr weit.
Wie wäre es anstelle davon mit etwas mehr Toleranz in allen Lagern, mehr Wohlwollen und mehr positivem Denken?
Als Oldtimerfahrer ist man in diesen Dingen geübt, denn diese Tugenden gehören irgendwie zum alten Automobil, wenn man damit glücklich werden will. Vielleicht sollte sich die Welt ein Beispiel an den (meist sehr friedlichen) Oldtimerfahrern nehmen?


























