Der Titan aus Japan
Nachdem die Krupp-Südwerke ihren Lastwagen 1954 die Frontpartie glattgebügelt hatten, erlebten die alten "Spitznasen" im Land der aufgehenden Sonne ihren zweiten Frühling. Dort hatte Nippon Diesel Industries 1936 seinen ersten Zweitakt-Selbstzünder nach Essener Lizenz gebaut und drei Jahre später die erste Eigenkonstruktion auf den Markt gebracht.
Im Januar 1955 erschien schliesslich eine neue Generation von Dieselmotoren mit Gleichstromspülung, die dem seit 1953 unter Nissan-Minsei firmierenden Unternehmen ihren Namen geben sollte: UD – Uniflow Diesel. Technisch nun mit Detroiter Konstruktionen verwandt, folgte der neue Siebeneinhalbtonner dafür optisch unverkennbar deutschen Vorbildern.
Dem T75 mit 150 PS starkem Vierzylinder wurde 1957 der dreiachsige 6TW mit Sechszylinder zur Seite gestellt, dessen 230 PS und 880 Nm bis zu zehn Tonnen tragen oder ziehen durften. Damit übertraf er sogar den maximal mit acht Tonnen beladenen Krupp Titan – auch in der Bauzeit. Erst 1969 wurde bei UD der letzte Zweitakt-Diesel gebaut.

































