Was bin ich dem Blödmann doch dankbar
Als ich vor gut acht Jahren wieder einmal nach einem Winterauto suchte, war meine Wahl eigentlich schon auf einen Ford Mondeo Turnier der ersten Generation gefallen: geräumig, komfortabel und einigermassen leidenschaftslos, sodass ich nicht nach den ersten Streusalzkilometern schon wieder Mitleid bekomme. An die Motorisierung kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich weiss nur noch, dass er rotmetallic war.
Er war der erste von mehreren Kandidaten zur Auswahl, weshalb ich nicht sofort beim Besichtigungstermin das Bargeld zückte. Kein Problem, meinte der Händler, ich könne ihm bis Ende der Woche bescheidgeben. Zwei Mondeos und drei Tage später dann mein Anruf mit der Kaufzusage – und einer überraschenden Antwort. Er würde ihn mir doch nicht mehr verkaufen. Nur noch für Export. Diskussion zwecklos.
Also griff ich zum nächstbesten, das meine persönlichen Ansprüche und finanziellen Möglichkeiten in sich vereinte. Zu einem Auto, dessen schlechten Ruf ich notgedrungen ignorieren musste, das mich innerhalb kürzester Zeit für sich begeisterte, das heute zu meinen erklärten Lieblingen zählt – und das ich ohne den etwas feigen Rückzieher des Mondeo-Verkäufers nie für mich entdeckt hätte: einem Opel Omega B.
Einziger Wermutstropfen: Nach den ersten Streusalzkilometern fing ich bald an, Mitleid zu bekommen…


























