Viva la vitesse!
Zwischen Morris Mini Cooper und Ford Cortina Lotus war noch genug Platz für eine weiteres Familienrennauto mit Formel-1-Genen – dachte sich zumindest Jack Brabham und bot ab Herbst 1964 seine "GT conversion" für den Vauxhal Viva an. Mit einem 169 Pfund teuren Besuch in Woking wurde das bereifte Kastenbrot mit dem langen Hinterteil, das in etwa das englische Gegenstück zum Opel Kadett war, von der Lusche zum Leistungssportler.
Ein neuer Zylinderkopf mit erweiterten und polierten Kanälen, grösseren Einlassventilen, überarbeiteten Brennräumen und auf 10:1 erhöhter Verdichtung; zwei Stromberg-Vergaser sowie eine neue Abgasanlage steigerten die Motorleistung bei unverändertem Hubraum (1057 ccm) von 44 auf 60 bhp bei 5800 Umdrehungen pro Minute. Damit liess sich der kompakte Kastenwagen auf bis zu 90 Meilen pro Stunde (145 km/h) treiben.
Um der brachialen Leistung Herr zu werden, wurde ausserdem die Karosserie tiefergelegt und die Vorderachse mit einem Querstabilisator versehen. Das Armaturenbrett wurde mit Drehzahlmesser, Ölmanometer, Wasserthermometer und 100-Meilen-Tacho versportlicht. Äusserliche Erkennungsmerkmale beschränkten sich auf einen mattschwarzen Seitenstreifen entlang der Kotflügelkante sowie ein paar Embleme.
Natürlich liessen sich Preis und Fahrvergnügen mit einem Sportlenkrad in Holz oder Leder, einem Fächerkrümmer, Sportstossdämpfern und breiteren Rädern noch ordentlich steigern. Wem der Leistungszuwachs zu heftig war, der konnte die Komponenten der "GT conversion" auch einzeln erwerben. Wer hingegen noch mehr Vortrieb wünschte, dem bot Brabham für 259 Pfund die GTO-Eskalationsstufe mit 80 bhp aus 1,2 Litern Hubraum.
Der Erfolg von Mini und Cortina blieb dem frisierten Vauxhall jedoch auf der Rennstrecke wie auf der Strasse verwehrt. Lediglich drei überlebende Exemplare des Brabham Viva GT sind heute noch bekannt. Kaum zehnmal so viele dürften je gebaut worden sein.
































