Der Bugatti aus Bottrop
Als Brabus vor knapp vier Jahren mit der Veredelung von Porsche- und Rolls-Royce-Fahrzeugen begann, war dies nicht der erste Schritt vom üblichen Mercedes-Benz-Wege. Bereits 1994 hatten sich die Sterneveredler aus Bottrop dem Exklusivsten, was der Serienautomobilbau ausserhalb von Untertürkheim zu bieten hatte, gewidmet: dem Bugatti EB 110.
Mit 560 PS scheint der V12 als ausreichend stark angesehen worden zu sein, weshalb der Motor entgegen der üblichen Praxis nicht angerührt wurde. Lediglich eine vierflutige Edelstahl-Abgasanlage von Remus unterscheidet die Technik des Brabus-Bugatti vom Serienmodell. Die doppelte Anzahl an Endrohren ist neben dem lackierten Diffusor am Heck auch das einzige optische Unterscheidungsmerkmal.
Dafür tobten sich die Bottroper im Innenraum aus, wo sie die Armaturentafel durch ein Teil aus nicht näher definiertem Klavierholz ersetzten und sämtliche holzfreien Oberflächen mit dem hauseigenen Mastik-Leder bezogen. Da Brabus seit 28. April 1994 offizieller Kooperationspartner der Italo-Franzosen war, konnte die gut 60'000 Mark teure Interieurveredelung zusammen mit dem Auto bei jedem Bugattihändler geordert werden.
Doch den meisten Kunden schien ihr EB 110 in Werkskonfiguration schon exklusiv genug zu sein. Auf einen dunkelgrauen GT mit cognacfarbenen Polstern folgte nur noch ein silbergrauer SS mit blauer Innenausstattung, der an einen Kunden aus der Schweiz ging. Heute befindet sich dieses Exemplar – weiss lackiert, damit es zum Veyron des Besitzers passt – in den USA. Das dunkle Erstlingswerk stand zuletzt 2008 in Deutschland zum Verkauf.


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