Holz ist...
…mittlerweile völlig aus der Mode gekommen im Automobilbau. Als tragendes Material schon ewig. Als äusserlich dekorierendes Muster ebenfalls eine ganze Weile. Und inzwischen auch als zierendes Element im Innenraum. Ich aber kann zumindest von letztgenanntem Anwendungsgebiet gar nicht genug bekommen. Holz ist warm. Holz ist gemütlich. Holz ist toll.
Reichlich Furnierzier gibt mir immer das Gefühl, bereits zu Hause zu sein, selbst wenn die Heimfahrt noch zehn Stunden durch den tiefsten Winter führt. Sogar die elefantengraue Weichplastikwüste eines Citroën Evasion wird zu einem Ort der Geborgenheit, wenn hier und da ein wenig braun bedrucktes Blendwerk auf die grob genarbte Garstigkeit geklebt wird.
Natürlich hat kein einziges Element des 18-teiligen Dekorsatzes jemals einen Baum aus der Nähe gesehen. Aber lieber falsches Holz, das echt aussieht, als echtes Holz, das falsch aussieht. Das gab es auch. Zum Beispiel im Aston Martin DB9. Die zusätzliche Zebrano-Beplankung für frühe W 124 besteht zwar nur aus drei Teilen, aber dafür auch aus dem Material, das sie zu sein vorgibt.
Doch Holz ist nicht nur schön, Holz ist auch praktisch. Holz ist kühl im Sommer und warm im Winter – weshalb es meiner Meinung nach das einzigakzeptable Material für einen Lenkradkranz ist. Holz ist haltbar. Holz altert in Würde. Holz kennt keine geplatzten Nähte, keine Falten und keine plattgelatschten Fasern oder Schokoladenflecken. Wieso gibt es eigentlich keine Autos mit Parkettboden?


























