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Bristol 400 Pininfarina - das elegante Cabriolet auf britisch-deutscher Basis

Erstellt am 25. April 2016
, Leselänge 4min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
3
Tom Giddon - Courtesy RM/Sotheby's 
15
Guillaume Tassart 
2
Bruno von Rotz 
2
1000 Miglia srl 
1
Martin Berrang 
1
Archiv 
4
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - rundliche Heckansicht
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - sieht der Bristol Limousine des Werks nicht ähnlich
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - auch mit geschlossenem Dach elegant
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - das elegante Cabriolet sieht den damals gebauten Alfa Romeo Varianten nicht unähnlich
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - Pontonform mit leicht angedeuteten Kotflügel
Bild von Partner Württembergische

Bereits während des Kriegs dachten die Verantwortlichen der Bristol Aeroplane Company darüber nach, wie sie die Vollbeschäftigung nach dem Krieg sichern konnten. So kamen sie mit Frazer Nash überein, zusammen einen Sportwagen auf BMW-Vorkriegstechnik-Basis zu entwickeln.

Dabei konnten sie auch auf die Hilfe von BMW-Mann Fritz Fiedler zählen, den sie aus Nachkriegsdeutschland nach England umzogen.

Der Bristol 400 bestand aus dem Chassis, das sich an den BMW 326 anlehnte, dem Motor, der dem 328 entliehen war und einem Aufbau, der dem 327 ähnelte. Die ersten Prototypen entstanden 1946, die Präsentation des neuen Autos erfolgte am Genfer Autosalon im März 1947.

Bild Bristol 400 (1952) - der letztproduzierte Bristol 400, vor der Auslieferung an einen Käufer in Australien
Bristol 400 (1952) - der letztproduzierte Bristol 400, vor der Auslieferung an einen Käufer in Australien

Einführung am Genfer Autosalon 1947

In der Ausgabe zum Genfer Autosalon 1947 berichtete die Automobil Revue über den Neuankömmling Bristol 400:

“Zu den interessantesten Hochleistungswagen am Salon gehört der Bristol «400», der als vierplätziges Coupé und Chassis gezeigt wird. Der Sechszylindermotor hat hängende Ventile, die In einem Winkel von 90 Grad zueinander stehen. Die Einlassventile werden wie üblich durch Stoßstange und Kipphebel gesteuert; für die Betätigung der Auspuffventile ist dagegen noch eine zusätzliche Stoßstange vorgesehen, die die Bewegung quer durch den Zylinderkopf überträgt. Auf diese Weise wurde es möglich, die sonst notwendige zweite Nockenwelle zu vermeiden.

Die günstige Form des Verbrennungsraumes und die Ausführung des Zylinderkopfes in Aluminium gestatten die bemerkenswert hohe Verdichtung von 7,25:1. Hierdurch und - bei der Sportausführung - durch die Verwendung von drei Fallstromvergasern erklärt sich die für ein Serienfahrzeug ungewöhnliche Literleistung von 43,7 PS/Liter.

Das Leistungsgewicht von nur 13,6 kg/PS lässt auf phantastische Fahrleistungen schliessen. Die Höchstgeschwindigkeit der Sportausführung beträgt 160 km/h, die der Normalausführung mit Doppelvergaser «nur» 145 km/h. Ausserdem ist noch eine Spezialausführung vorhanden, die sich von der Normalausführung nur durch eine andere Nockenwelle unterscheidet; die Höchstgeschwindigkeit geht dann zwar auf 125 km/h zurück; dafür fährt sich der Wagen in der Stadt und Im Gebirge weicher.”

Bild Bristol 400 (1946) - das Chassis und der vorne liegende Reihensechszylinder
Bristol 400 (1946) - das Chassis und der vorne liegende Reihensechszylinder

Auch Spezialkarosserien

Während die Werkskarosserie aus Stahlblech nicht unbedingt für Schönheitspreise gut war, machten sich unabhängige Karosseriebauer daran, Alternativen zu bieten, einer davon war Pinin Farina, dessen Cabriolet auf Bristol-400-Basis am Genfer Autosalon 1948 zu bewundern war.

Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - das elegante Cabriolet sieht den damals gebauten Alfa Romeo Varianten nicht unähnlich
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - das elegante Cabriolet sieht den damals gebauten Alfa Romeo Varianten nicht unähnlich

Die Automobil Revue schrieb im März 1948:

“Eine weltberühmte Flugmotorenfabrik und die zweckmässige Weiterentwicklung der bewährten BMW-Konstruktion, dies sind die Grundlagen des Bristol, die die hohe Fahrleistung erklären. Ohne revolutionäre Lösungen zu bringen, ist dieser Wagen ein Beispiel, was sich aus einer guten Grundkonstruktion erreichen lässt, die man bis in die letzten Details verfeinert. Der Motor ist aus  dem Sportmotor des BMW 328 entwickelt, ein 1971 ccm obengesteuerter Sechszylinder,  leistet 81,5 Brems-PS mit einem und 86,3 Brems-PS mit drei Vergasern! Die Ventilbetätigung erfolgt durch eine seitliche Nockenwelle, einfache Kipphebel für die Einlass-, lange Stoßstangen und Kipphebel für die Auslassventile.

Die Aufhängung ist vom unabhängig durch querliegende Halbelliptikfedern und oberen Dreiecklenkern. Hinten sind sehr lange Längstorsionsstäbe angeordnet. Das Chassis ist als Kastenrahmen ausgebildet; es Ist trotz seiner massiven Konstruktion sehr leicht gebaut, da für seine Herstellung in der Flugzeugfabrikation erprobte Leichtmetalle verwendet werden.

Die Werkkorosserie weist einige kleine Abänderungen auf. Neuerdings sind auch Spezialkarosserien auf diesem Chassis montiert, wie die Superleggera-Limousine von Touring, das blaue von Pinin Farina karossierte Cabriolet und ein mit gediegenen Linien ausgeführtes Langenthal-Cabriolet, die am Salon ausgestellt sind. Die erste dieser Aufbauten wird in England in Lizenz gebaut werden, während das Pinin-Farina-Cabriolet ausschliesslich für Export-Chassis bestimmt ist.”

Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - für einen Engländer würde man dieses Auto nicht auf Anhieb halten
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - für einen Engländer würde man dieses Auto nicht auf Anhieb halten
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Geschichte mit Besonderheiten

Es war das Chassis 400/1/102, das zweite, das überhaupt bei Bristol produziert wurde, welches damals mit der Pinin-Farina-Karosserie am Salon ausgestellt worden war. Offenbar war es ursprünglich vorgesehen, das Cabriolet als Frazer Nash zu vermarkten, denn der Wagen figurierte sogar in einer Frazer Nash Verkaufsbroschüre. Doch offenbar entschied man damals anders und so stand der offenen Wagen, mit dem man ähnlich ausgerichtete Alfa Romeo und Lancia Fahrzeuge jener Zeit konkurrieren wollte, als Bristol 2 Litre auf dem Salon.

Im Vergleich zur Serienlimousine verzichtete Pinin Farina auf die “BMW-“Niere” und gab dem Cabriolet eine zweisitzige Fast-Ponton-Karosserie, die ausstehende Kotflügel nur noch im Ansatz erkennen liess.

Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - schmaler Kühler, aber keine klassische Nierenform
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - schmaler Kühler, aber keine klassische Nierenform

Als erster Besitzer wurde H. J. Adlington, der Mitbegründer von Frazer Nash, geführt. Er erhielt einen Prototypen-Motor (FNS 1001) und wurde erfolgreich bei Rallyes eingesetzt, insbesondere in der 1949-er-Version der Alpen-Rallye, wo das Auto als einziger Bristol ohne Schäden ans Ziel kam.

In den Jahren 1989 bis 1999 wurde der Bristol 400 komplett und ohne Rücksicht auf die Kosten restauriert. Das Ergebnis überzeugte und so wurde das Pininfarina-Cabriolet auch an den Concorso d’Eleganza Villa d’Este eingeladen, wo es auch drei Auszeichnungen gewann.
Insgesamt sollen 700 Bristol 400 gebaut worden sein, wovon 17 einen Pininfarina-Aufbau hatten.

Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - Blick ins Cockpit
Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - Blick ins Cockpit

Das hier gezeigte blaue Bristol 400 Pininfarina Cabriolet von 1947 kommt an der Monaco-Versteigerung von RM/Sotheby’s am 14. Mai 2016 unter den Hammer, als Schätzpreis werden EUR 300’000 bis 400’000 angegeben.

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Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - sieht der Bristol Limousine des Werks nicht ähnlich
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Bild Bristol 400 Pininfarina Cabriolet (1947) - der Bristol-Reihen-Sechszylinder, der seine Wurzeln bei BMW hatte
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