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Chevrolet Corvette SS von 1957 – Die schöne, aber erfolglose Renn-Corvette XP-64

Erstellt am 6. Juli 2012
, Leselänge 3min
Text:
Stefan Fritschi
Fotos:
Archiv 
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Win on Sunday – Sell on Monday“ war damals ein wichtiger Verkaufserfolg für sportliche Fahrzeuge. Aber mit einem Rennwagen, der auf der serienmässigen Corvette C1 basierte, war gegen Ferrari oder Maserati in Sebring kein Blumentopf zu holen. Ex-Rennfahrer Zora Arkus-Duntov schlug deshalb vor, im Stil eines Jaguar D-Type einen leichtgewichtigen reinen Rennwagen zu schaffen, der in der Prototypen-Klasse starten konnte, während in der Serienklasse produktionsnahe Corvetten ihr Glück versuchten.

Der Prototyp XP-64 SS („Super Spyder“ oder „Sebring Spyder“) wurde in nur sechs Monaten fertiggestellt und war im Dezember 1956 „ready to race“. Er verfügte über einen serienmässigen Grauguss-4,6-Liter-V8-Motor (283 cu in), der mit den üblichen Tricks und Kniffen der Rennabteilung auf 307 PS gebracht wurden.

Dank der grosszügigen Verwendung von Aluminium bei vielen Technikteilen und einer Magnesium-Ölwanne betrug das Gesamtgewicht des Fahrzeugs nur 840 kg; rund 430 kg weniger als eine Serien-Corvette mit V8. Ein vollsynchronisiertes manuelles 4-Gang-Getriebe mit Aluminiumgehäuse übertrug die Kraft auf die Hinterräder.

Während Ferrari- und Maserati-Fahrer auf servounterstützte Bremsen verzichten mussten, waren sie beim SS an Bord. Die Magnesium-Karosserie sass auf einem Chrom-Molybdän-Rohrrahmenchassis im Stil des Mercedes 300 SL. Ein Aluminium-Zylinderkopf war zwar konstruiert worden, er wurde aber nicht eingesetzt. Aber auch so verfügte der Rennwagen über beste Voraussetzungen für schnelle Rundenzeiten.

Vielversprechende Rundenzeiten von Moss und Fangio

Zwei Exemplare wurden gebaut: ein Erprobungs- und das eigentliche Rennfahrzeug. Das Handling und die Fahrleistungen waren hervorragend. Sowohl Juan Manuel Fangio als auch Stirling Moss testeten den Rennwagen und fuhren schnelle Zeiten, ohne wirklich das Letzte aus dem Wagen herauszuholen. Fango fuhr in der Tat eine Rundenzeit von 3 Minuten, 27.2 Sekunden mit der Corvette SS. Seine schnellste Runde im 4,5-Liter-Maserati lag bei 3’25.

Corvette-Teammitglied Pierro Taruffi fühlte sich hingegen nicht wirklich „zuhause“ im SS und fuhr schlechtere Zeiten. Trotzdem waren die Aussichten gut, mit diesem Wagen auch in Le Mans und anderen berühmten Rennen für Furore zu sorgen.

Ausfall im ersten und einzigen Rennen

Der erste Start am 12-Stunden-Rennen in Sebring 1957 unter Teamchef John Fitch brachte aber nicht den gewünschten Erfolg. Zwar war der Wagen sehr schnell, aber die Zuverlässigkeit unzureichend. Fitch sass am Anfang selber am Steuer. Nach einem mittelprächtigen Start konnte er sich sehr gut vom Mittelfeld nach vorne durcharbeiten, doch dann begannen diverse Probleme. Blockierende Bremsen und Schwierigkeiten mit der hinteren Aufhängung führten nach 23 Runden zur Aufgabe.

Die Serien-Corvettes siegten hingegen in ihrer Klasse und fuhren im Gesamtklassement auf die Plätze 12 und 15. Sie brachten die weit grössere Reklamewirkung als der teure XP-64. Dieser wurde zwar mit über 290 km/h gemessen und hatte viel Potenzial. Deshalb hatte man immer noch Hoffnungen, dass GM mit ein paar guten Fahrern grünes Licht für Le Mans geben würde, insbesondere weil Rennstall-Besitzer Briggs Cunningham Interesse zeigte. Doch man sah das Risiko, gegen die harte Konkurrenz erneut als Verlierer dazustehen, als zu gross an. Ausserdem einigte sich die amerikanische Autoindustrievereinigung AMA (Automobile Manufacturer’s Association), keine eigenen Werksrennwagen mehr zu bauen. Die Weiterentwicklung des Projektes XP-64 wurde eingestellt.

Bill Mitchell, GM-Chefdesigner im Range eines Vice-President überarbeitete das zweite Testfahrzeug des arbeitslosen Rennwagens. Er kaufte es privat für 500 Dollar und liess es von Designer Larry Shinoda 1959 umbauen. Daraus entstand der XP-87 Stingray-Racer.

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