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Mercedes-Benz 250 SE Coupé - edle Sportlichkeit mit Alltagsnutzen

Erstellt am 7. Februar 2017
, Leselänge 5min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
18
Daimler AG 
32
Archiv 
4
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - acht Zentimeter niedriger als die Limousine
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - damit war man gut angezogen
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - das Design erinnert an die Limousine
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - die niedrigere Bauhöhe gegenüber der Limousine ist deutlich sichtbar
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - eleganter Dachabschluss
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - die zweifarbige Lackierung steht dem Fauxcabriolet gut
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Wer in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahren Ausschau nach einem sportlichen Coupé mit Limousinen-Qualitäten und Oberklassen-Komfort hielt, der kam am Mercedes-Benz 250 SE Coupé eigentlich nicht vorbei.

Bild Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - mit Stahlfelgen und Raddeckeln
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - mit Stahlfelgen und Raddeckeln

Vorstellung im Jahr 1961

Technisch orientierte sich das Coupé, das am 24. Februar 1961 erstmals präsentiert wurde, an den im August 1959 erschienen viertürigen 2,2-Liter-Sechszylindermodellen. Für zwei Jahre hatte man die Ponton-Coupés noch weitergebaut, der Ersatz erfolgte durch ein äusserst elegantes “Fauxcabriolet”, wie die Automobil Revue im März 1961 berichtete:

“Es ist sehr bemerkenswert, dass die Seitenfenster gewölbt sind und dass die hintere Kotflügelform nicht mehr so stark akzentuiert ist, sondern am Ende nach oben zurückgebogen und weicher in die Heckform einbezogen wurde. Auch die Wagenfront hat gegenüber den viertürigen Ausführungen einige Retouchen im Sinne einer flüssigeren Linienführung erfahren. Die um 8 cm niedrigere Karosseriehöhe übt einen sehr wohltuenden Einfluss auf die Gesamtproportionen von Motorhaube, Coupéaufbau und langem Heckkofferraum aus. Die Frontscheibe ist seitlich stark abgerundet und oben ins Dach zurückgewölbt. Die bei derartigen Panoramascheiben sonst hinderliche Kante ist durch die Türform nach innen hin gemässigt und stört beim Ein- und Aussteigen, dank den niedrigen Sitzen, keineswegs. Das ebenfalls sehr stark gewölbte grosse Heckfenster fügt sich harmonisch in die hinten leicht abfallende Dachlinie ein. Der hintere Seitenpfosten ist - in starker Abweichung von derjenigen bei den viertürigen Ausführungen - stärker nach hinten abgewinkelt.”

Bild Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - elegante Kreation aus Sindelfingen
Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - elegante Kreation aus Sindelfingen

Das neue Coupé gefiel nicht nur der Automobil Revue, es sah wirklich blendend aus, wirkte elegant und sportlich gleichzeitig. Der Nutzwert kam dabei nicht zu kurz.

Echte Viersitzer

Der Verkaufsprospekt propagierte die grosszügigen Platzverhältnisse:
“Diese Wagen sind echte Viersitzer, die auch im Fond zwei bis drei erwachsenen Personen Platz bieten. Zweifellos eröffnen sie damit gerade verwöhnten Individualisten neue Perspektiven: die Verwendung auch als repräsentativen Geschäftswagen.“

Bild Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - keine Einschränkungen beim Gepäck nötig
Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - keine Einschränkungen beim Gepäck nötig

Tatsächlich hatte man die Radstand gegenüber der Limousine beibehalten, was automatisch für gute Platzverhältnisse sorgte. Die etwas niedrigere Bauhöhe hatte man im Innenraum sorgfältig kaschiert.

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VW Käfer 1303 Cabrio Oettinger (1979)
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Erstmals mit Scheibenbremsen

Als erstes Modell überhaupt kam der 220 SE in Coupé-Aufmachung mit Girling-Scheibenbremsen daher. Natürlich hatte man beim Daimler-Benz bereits Erfahrungen aus dem Rennsport, aber in der Serie führte man die neue Technik sehr vorsichtig ein. Das Ergebnis aber überzeugte. So schrieb Reinhard Seiffert nach seiner Probefahrt für die Zeitschrift “Auto Motor und Sport”:

“Die erreichbare Bremsverzögerung ist kaum noch zu überbiete. Des sehr wirksamen Bremsverstärkers wegen ist es selbst bei Vollbremsungen aus Höchstgeschwindigkeit nicht notwendig, mit voller Kraft auf das Pedal zu treten. Die Bremsen arbeiten absolut gleichmässig, aber man kann es - da naturgemäß die Reibwerte aller vier Räder auf der von Staub und Ölrückständen nie ganz freien Fahrbahn nicht gleich sein können - dahin bringen, daß ein Rad auf der Straße zu markieren beginnt und Korrekturen mit der Lenkung notwendig werden. … Auf jeden Fall muss gesagt werden, daß das 220 SE Coupé mit diesen Bremsen zur Zeit der Limousine einiges voraus hat - vermutlich nicht mehr lange.”

Gute Bremsen waren auch nötig, schliesslich erreichte der 220 SE als Coupé 171,4 km/h Höchstgeschwindigkeit und beschleunigte in 14 Sekunden auf 100 km/h. Mit 1452 kg war der Wagen auch kein Leichtgewicht.

Bild Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - mit Mittelschalthebel
Mercedes-Benz 220 SE Coupé (1961) - mit Mittelschalthebel

Es gab insgesamt wenig auszusetzen am neuen Wagen, nur das Getriebe sei Durchschnitt, die Instrumente nicht immer optimal abzulesen und das Einstiegen nach hinten verlange nach (coupé-typischer) Gelenkigkeit, resümierte Reinhard Seiffert.

Mit DM 23’500 (CHF 31’500) war das Coupé allerdings nicht gerade wohlfeil, das sei das Dreifache, was für andere recht brauchbare Autos anzulegen sei, notierte Seiffert damals.

Vom 2,2-Liter zum 2,5-Liter

Waren die ersten Coupés mit dem bekannten 2,2-Liter-Motor ausgeliefert worden, kam bereits 1962 der Dreiliter dazu. Im Jahr 1965 folgte der 2,5-Liter, der im Rahmen der Neuausrichtung der S-Modelle eingeführt wurde. Damit stieg die Leistung von 120 auf 150 PS. Die Kurbelwelle war nun siebenfach gelagert, die obenliegende Nockenwelle des Reihensechszylinders wurde weiterhin über eine Kette angetrieben.

Bild Mercedes 250 und 300 SE (1965) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1965 - die neue Linie mit grossen Fensterflächen beim 250 und 300
Mercedes 250 und 300 SE (1965) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1965 - die neue Linie mit grossen Fensterflächen beim 250 und 300

Ansonsten änderte sich beim Coupé wenig, allerdings profitierte es von einigen Innovationen aus der Limousinen-Baureihe. So gab es nun 14-Zoll-Räder, grösser dimensionierte Scheibenbremsen, hydropneumatische Ausgleichsfedern an der Hinterachse.

185 km/h sollte der neue 250 SE als Coupé nun laufen, die Zeit für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wurde vom Werk mit 12 Sekunden angegeben. Als Durchschnittsverbrauch wurden 11,7 Liter attestiert. Natürlich gab es den Wagen mit Viergang-Handschalt- oder Automatik-Getriebe. Die Preise starteten bei DM 24’350 (CHF 35’800), was etwas teurer war als der 2,2-Liter, womit man aber zum Spitzenmodell 300 SE einen deutlichen Abstand hielt.

Bild Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - unverändert elegant
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - unverändert elegant

Bis 1968 wurden vom 250 SE 5259 Exemplare gebaut, dann folgte der Nachfolger 280 SE.

Das Coupé aber wurde noch bis 1971 weitergebaut, bis seine Produktion ohne direkten Nachfolger eingestellt wurde. Wer weiterhin ein Coupé der Marke Mercedes-Benz fahren wollte, konnte ab 1972 den 350 SLC wählen, der aber nicht auf der Limousine sondern auf dem Cabriolet 350 SL basierte.

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Mercedes pur

Wer sich in das elegante 250 SE Coupé setzt, wird sofort von der typischen Mercedes-Aura eingefangen. Bequeme Clubsessel laden zur Langstrecke ein, eine gute Rundsicht lässt die keineswegs kompakten Dimensionen (Länge x Breite x Höhe: 4,88 x 1,845 x 1,45 Meter) vergessen.

Bild Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - Panorama-Heckscheibe
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - Panorama-Heckscheibe

Die servo-assistierte Lenkung ist leichgängig, alle Kontrollelemente sind dort, wo man sie erwartet. Das Vierganggetriebe lässt sich mit dem Mittelschalthebel gut, wenn auch etwas knochig schalten.

Bild Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - auch im Innern ist der Fahrzeugtyp gekennzeichnet
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - auch im Innern ist der Fahrzeugtyp gekennzeichnet

Die 150 PS reichen für zügiges Vorwärtskommen, wie ein Sportwagen allerdings fühlt sich der 250 SE heute nicht mehr an. Damals allerdings, als ein Käfer über 30 Sekunden brauchte, um Tempo 100 km/h zu erreichen, nur um bei 120 km/h endgültig schlappzumachen, war ein 185 km/h schnelles Coupé sicherlich fast das Nonplusultra.

Bild Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - die niedrigere Bauhöhe gegenüber der Limousine ist deutlich sichtbar
Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - die niedrigere Bauhöhe gegenüber der Limousine ist deutlich sichtbar

Heutzutage aber freut man sich eher an der nostalgisch geformten Motorhaube, am schönen Klang des Reihensechszylinders und am Oberklassenfahrgefühl des Coupés.

Wir danken Frank Lutz von Franks Originale für die Gelegenheit zur Probefahrt. 

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Mercedes-Benz 250 SE Coupé (1965) - die zweifarbige Lackierung steht dem Fauxcabriolet gut
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von ax******
22.02.2017 (12:46)
Antworten
Im direkten Vergleich zu dem doch etwas rauh laufenden vierfach-gelagerten 220 SE war der neue siebenfach-gelagerte Motor im 250 SE fast ein Quantensprung. Dazu trug auch die jetzt verwendete sechs-Stempel Einspritzpumpe, die anstelle der zwei-Stempel Pumpe mit Verteilerstücken des 220 SEs zum Einsatz kam, in erheblichem Umfang bei. In unserer Sammlung befinden sich verschiedene 250 SEs, von der Limousine über das Coupé bis hin zum Cabriolet, und alle zeichnen sich durch seidenweichen Lauf mit spontaner Gasnnahme aus.
Antwort von iv******
07.02.2020 (14:52)
hallo,
wir haben nur einen 250 coupe.
Wo findet man den pläne oder detailaufnahmen?
Wo findet man ihre Sammlung?

Grüße
von 11******
15.02.2017 (09:50)
Antworten
Die Spitze lag mit Handschaltung wie gezeigt bei offiziellen 190Km/h und gemessenen 193 Km/h und nicht "nur" 185Km/h. Dem Rest kann ich nur zustimmen. Immer noch ein tolles Auto!
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