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Bild (1/1): VW Rometsch Cabriolet (1951) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1951 - Karosserie von Rometsch in Anlehnung an italienische Vorbilder (© Zwischengas Archiv)
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    Die Internationale Automobil Ausstellung Frankfurt von 1951 bis 1959

    22. August 2011
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
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    Die Fünfzigerjahre bleiben aus Sicht der deutschen Autoindustrie als ein Jahrzehnt der Wechselbäder in Erinnerung, aber auch als eine Periode ungeheuren und kaum für möglich gehaltenen Wachstums. Stimmung und Charakteristiken der fünf Internationalen Automobil Ausstellungen 1951, 1953, 1955, 1957 und 1959 illustrieren dies sehr transparent.

    VW (1953) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1953 - VW-Halle
    © Zwischengas Archiv

    Aufblühen der deutschen Autoindustrie zu Beginn der Fünfzigerjahre

    Nach einer langen und kriegs-, wirtschafts- sowie politik-bedingten Pause eröffnete im Frühling 1951 die erste neue Internationale Automobilausstellung in Frankfurt die Pforten. Die deutsche Industrie, insbesondere aber die Fahrzeugherstellung war seit dem zweiten Weltkrieg richtig aufgeblüht. Die Fahrzeugdichte betrug Ende 1950 80 Einwohner pro Personenwagen, der Bestand war in einem Jahr von 439’000 auf 600’000 Einheiten gewachsen. Zudem hatten die deutschen Fahrzeughersteller im Jahre 1950 67’000 Autos exportiert, im gleichen Zeitraum waren 5’400 ausländische PKW eingeführt worden.

    Die Automobil Revue schrieb denn auch, dass die deutsche Automobilindustrie 1951 viel mehr positive als negative Züge zeige, trotz drohender Steuererhöhungen, die insbesondere das Auto betreffen würden.

    Das neu bezogene Messegelände in Frankfurt a. M. mit seinen  weit verstreuten Hallen eignete sich aus Sicht des AR-Korrespondenten nicht sehr gut für eine Automobilschau, vor allem wenn ein Vergleich zu Paris, London, Turin oder Genf gezogen werde.

    Dafür bot die reichlich vorhandene Fläche aber auch viel Freiraum, so dass die grossen Hersteller wie VW oder Mercedes-Benz eigene Messehallen mit neuen Ideen gestalten konnten.

    VW Rometsch Cabriolet (1951) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1951 - Karosserie von Rometsch in Anlehnung an italienische Vorbilder
    © Zwischengas Archiv

    1951 - das Gute als des Besseren Feind - wenig Neuigkeiten

    Die Epoche 1950-1951 war dadurch gekennzeichnet, dass es Verkäufermarkt bestand, die Hersteller bemühten sich zwar ausserordentlich, die Produktion zu steigern, trotzdem war die Nachfrage aber grösser als das Angebot. Der Fokus der Hersteller richtete sich 1950/1951 auf die Steigerung der Produktionseffizienz, da hatten Neuerungen natürlich nur beschränkt Platz. Ausser neuen Modellen von Mercedes-Benz wurden denn von den grossen Herstellern auch vor allem leicht verbesserte bisherige Fahrzeuge präsentiert.

    Volkswagen zeigte den VW Käfer mit doppeltwirkenden Teleskopdämpfern an der Hinterachse und einer Entlüftungsklappe auf dem Torpedo. Generaldirektor Dr. Heinz Nordhoff gab zwar zu, dass die aktuelle Ausführung des Volkswagen noch nicht alle Möglichkeiten der Grundkonstruktion ausschöpfe, wies aber als zu lösende Aufgaben primär auf Produktionsthemen hin.

    Opel zeigte die Kapitän- und Olympia-Modelle, die bereits in Genf präsentiert worden waren.

    Mercedes-Benz, der an bezüglich Ausstoss an dritter Stelle in Deutschland positionierte Hersteller, zeigte die neuen Modelle 220 und 300, die oberhalb der bewährten 170V, 170 D und 170 S in der nächsthöheren Leistungsklasse für weiteres Wachstum sorgen sollten.
    Dies zeigten auch die Preise, die für Deutschland mit 11’810 DM für die 220 Limousine und 18’505 DM für die 300 Limousine und die inklusive der fünffachen Bereifung, die zu der Zeit in Deutschland wegen ständig wechselnder Reifenpreise gerne separat ausgewiesen wurde. Nach einer Probefahrt meinte der AR-Korrespondent, dass der neue 300er als eine echte europäische Antwort auf die obere amerikanische Klasse gelten dürfe.

    Eine echte Neuentwicklung war auch der Borgward Rennsportwagen mit 1,5 Liter Hubraum, der mit einem Verkaufspreis von 18’000 DM und 100 PS bei 6’600 U/Min (Verdichtung 13:1) für rund 220 km/h gut sein sollte, bei 680 kg Leergewicht.

    Auch der Hansa 1800 zeigte eine beträchtliche Zahl höchst interessanter neuer Ideen, so z.B. ein Kamm-Heck, eine stark gekrümmte Frontscheibe und die Ponton-Formgebung.

    Goliath und Gutbrod zeigten Zweitaktmotoren mit Benzineinspritzung, die in Zusammenarbeit mit Bosch entwickelt wurde. Neu angekündigt wurde ferner der BMW 501 und der Hanomag Partner. Porsche offerierte den 356 neu mit 1,1- und 1,3-Liter-Motor.

    Auch einige wenige Spezialkarosserien wurden gezeigt, so z.B. Modelle von Rometsch, Karmann und Hebmüller.

    BMW 501 (1953) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1953 - Seitenansicht, rechts-vorne
    © Zwischengas Archiv

    1953 - Käuferwerbung im Zeichen des Absatzrückganges

    Gegenüber der Situation von 1951 stellte sich die allgemeine Lage in der deutschen Automobilindustrie 1953 völlig verändert dar. Der Anbietermarkt hatte sich zu einem Käufermarkt gewandelt. Viele der ausstellenden Hersteller waren 1953 nur an der IAA, weil man halt da sein müsse. Trotzdem waren die 50’000 Quadratmeter an der 36. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt recht gut belegt.

    Das Los der Zeit waren die Senkung der Preise und verstärktes Eingehen auf die Wünsche der “geldknappen” Käufer. Aufgrund der damaligen Steuerpolitik waren Automobile fast ausschliesslich für gewerbliche Kunden, die das Auto als Mittel zum Zweck benötigten, relevant, während der Privatmarkt nur 3-5% des Bestandes ausmachte.

    Entsprechend waren es weniger die Neuerungen, sondern die Detailverbesserungen und Preissenkungen, die im Zentrum des Interesses standen.
    Volkswagen zeigte den Käfer mit grösserer Heckscheibe ohne Steg in der Mitte und senkte den Preis um 200 DM. Ford setzte den Preis des Taunus 12 um 310, den Preis des 12M gar 425 DM tiefer an.

    BMW zeigte erstmals die Serienausführung des 501, Fend präsentierte erstmals den Messerschmitt-Kabinenroller, dem man aber genauso wie den ähnlich ausgerichteten Kleinschnittger oder Fuldamobil wenig Verbreitungschancen zugestand.

    Einmal mehr stand bei den grossen Herstellern auch die Stand- respektive Hallen-Gestaltung im Zentrum des Interesses. Der Mercedes-Benz-Pavillon war in hellem blauen Tuch ausgeschlagen, der Mercedes-Benz 300 SL der Carrera Panamericana stand im Zentrum. Das Volkswagenwerk zeigte einen dreidimensionalen Farbfilm, den die Besucher mit speziellen Brillen betrachten mussten, um die Vorzüge des Volkswagen zu kommunizieren. Continental brachte gar Fertigungsmaschinen nach Frankfurt und demonstrierte die Reifenherstellung.

    GM (1955) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1955 - Sicht auf die beiden Stände von General Motors und BMW
    © Zwischengas Archiv

    1955 - Hochkonjunkturstimmung in der Autoindustrie

    Die eher depressive Stimmung, die noch 1953 die IAA geprägt hatte, war verschwunden. Jahr um Jahr stiegen jetzt die Produktionsziffern und auch der Exportanteil nahm zu. 1954 lieferten die deutschen Automobilhersteller 46.8% der gebauten Fahrzeuge ins Ausland aus. Die Fahrzeuge waren geprägt vom Willen, technische Lösungen ständig zu verbessern und Erkenntnisse aus dem Maschinenbau direkt in die Produktion einfliessen zu lassen. Dabei enstanden auch zukunftsweisende Lösungen wie die Eingelenkpendelachse von Mercedes-Benz, die Kurbelwelle vom Ford Taunus 15M oder der uhrwerkähnliche Nockenwellenantrieb beim Porsche-Viernockenwellen-Motor.

    Im Karosseriebau waren an der IAA 1955 ein frischer Wind spürbar und eine Annäherung an die amerikanische und italienische Linie sichtbar.
    Motoren wurden grösser und stärker, so zum Beispiel bei Porsche, wo der 1.5-Liter auf 1.6-Liter aufgebort worden war.

    Im Mittelpunkt der IAA 1955 standen die drei Modelle BMW 503, 505 und 507 auf dem BMW-Stand. Der BMW 507 mit seinem 3,2-Liter-V8-Motor und 140 PS repräsentierte den ersten richtigen Sportwagen von BMW seit dem 327/328 und überzeugte durch seine ungewohnte und moderne Linienführung. Der BMW 505 war von Ghia Aigle karossiert worden und stellte das technisch Machbare im Limousinenbau dar. Das Auto war mit allem erdenklichen Komfort wie Telefonanlage zum Chauffeur, separate Klimaanlage für die Fondsitze oder fernbedienbares Radio.

    Bei Mercedes Benz 190 SL zierte mit Coupé-Dach den Mercedes-Stand. Ausgestellt war auch der Einspritzmotor des 300 S, der direkt aus dem Rennsport übernommen worden war. Zudem wurde die Eingelenkpendelachse an verschiedenenen Modellen demonstriert.

    VW, die mit ihrem Volksfahrzeug das Mass der Dinge waren, präsentierten keine wesentlichen Neuerungen. Der Käfer kostete in seiner billigsten Ausführung DM 3’790.

    Ford zeigte neben den Taunus-Modellen auch amerikanische Wagen, insbesondere den Thunderbird.  Auf dem Opel-Stand konnte der neue Opel Kapitän bewundert werden.

    Die Marke DKW stiess mit ihrem vergrösserten Modell in die Mittelklasse vor, 38 DIN-PS standen zur Verfügung.

    Erfolge feierten auch die Kleinstfahrzeuge, vertreten unter anderem durch BMW (Isetta), Messerschmitt, Goggomobil oder Fuldamobil. Durch die in Bewegung geratenen Löhne konnte sich mancher Motorradfahrer den Aufstieg in eine nächsthöhere Klasse leisten und eine Isetta oder ein Messerschmitt boten Wetterschutz, Stauraum und gesteigerten Reisekomfort.

    An der IAA 1955 konnte die Weltpremiere des MG A bestaunt werden. In letzter Minute hatte der Wagen per Transportflugzeug Frankfurt erreicht. DM 8’850.- wurde als Preis ausgerufen. Ebenfalls Premiere feierte der Alfa Romeo Giulietta Spider, der noch als Farina-Spezialkarosserie gezeigt wurde. Beträchtliches Aufsehen erregte auch der Skoda 440 zum Priese von DM 4’650 in halbselbsttragender Bauweise angeboten.

    Und noch ein Fahrzeug sollte erwähnt werden, der VW Karmann-Ghia, das gemäss dem AR-Korrespondenzen zu den kultiviertesten Schöpfungen gehörte.

    Enzmann VW 506 (1957) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1957 - Seitenansicht des schweizerischen Kunststoffwagen mit VW-Chassis
    © Zwischengas Archiv

    1957 - Automobilausstellung im Zeichen wirtschaftlicher Fragen

    Das Ausstellungsjahr 1957 war geprägt von der werdenden europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, im Fokus standen daher Fragen der Produktion, des Exportes und der Preise.

    Die deutsche Automobilproduktion hatte 1956 die Millionengrenze überschritten und stand an zweiter Stelle hinter dem Riesen USA. Die grossen Hersteller konnten ihre Stückkosten durch Automatisierung senken, während die kleinen Automobilproduzenten immer mehr zurückgedrängt wurden. Beinahe zur Hälfte hingen die deutschen Autofirmen jetzt vom Export ab. Trotz erheblich gestiegener Lohnkosten waren Fahrzeuge 1957 in Deutschland dank grosser Preisdisziplin nicht teurer als sieben Jahre zuvor.

    Deutschland erlebte in den späten Fünfzigerjahren einen regelrechten Boom der Klein- und Kleinstautomobile, denn viele Motorradhersteller sahen hier die Gunst der Stunde. Diese Kategorie ersetzte auch stetig das Rollermobil, dessen Beliebtheit am Abklingen war. Gleichzeitig bewirkten gesetzliche, steuerliche und versicherungstechnische Bestimmung das Entstehen neuer Wagenklassen, so erfreuten sich in dieser Zeit 600 cm3 grosse Motoren, die auf 20 PS gedrosselt waren, hoher Beliebtheit. Während die viersitzigen Kleinwagen preislich kaum Vorteile gegenüber dem VW Käfer (DM 3’790 für das Standardmodell) hatten, konnten sich beim Unterhalt und Betrieb punkten.

    Ein neuer Trend der Zeit war das Aufkommen von Luxusausführungen und die Möglichkeit, auch normale Autos mit Zubehör aller Art individuell auszuschmücken. Ein weiterer Trend war die beginnende Automatisierung der Kraftübertragung.

    Auch im Jahre 1957 hatten die Aussteller wieder einen beinahe unglaublich hohen Aufwand für die Gestaltung der Hallen betrieben, die Kosten für die Ausstellungs-Palais von Mercedes-Benz (feierlich) und Volkswagen (futuristisch) bewegten sich zwischen einer halben und einer ganzen Million.

    Der Prototyp des neuen “kleinen” DKW auf dem Stand von Auto Union war eine der Überraschungen der IAA 1957. Beschrieben wurde er als modern karossierter Wagen in Pontonform, ausgerüstet mit einem Zweitaktzweizylindermotor von 660 cm3 und mit einem Gesamtgewicht von nur 610 kg. Allerdings wurde Fachleuten während der Ausstellung noch keinen Zutritt zum nicht selbsttragend konstruierten Fahrzeug gegeben.

    Für Furore sorgte auch das neue Modell DKW 1000, das in der Form eines Coupés als Prototyp ausgestellt war und als sehr gelungene Neuschöpfung gesehen wurde.

    Das neue Goggomobil T600 konnte als typischer Vertreter des modernen Kleinwagens gelten. Mit seinem Viertakt-Boxermotor, 25 PS und 550 kg Leergewicht sollte er rund 110 km/h Spitze erreichen, ab Juli 1958 in Serie produziert werden und rund DM 4’200 kosten.

    BMW zeigte 1957 den Kleinwagen 600 und gleichzeitig (in einer anderen Halle) das Bauprogramm mit 501, 502, 503 und 507. Neu war die Variante 502 Super mit dem 140-PS-Motor des 503.

    Ford Köln zeigte ein neues Luxuscabriolet auf der Basis des Tauus 17M, Mercedes-Benz das gesamte, aber unveränderte Bauprogramm. Das Kleinwagenwerk Maico präsentierte ein sehr elegantes Sportcabriolet, Messerschmitt stellte den rasanten Tiger vor, der als Kabinenroller Spitzengeschwindigkeiten bis 130 bzw. 140 km/h erreichen sollte.

    Die neuen eleganten Karosserien des Opel Olympia kamen beim Publikum gut an.

    Volkswagen, die die Produktion des zweimillionsten Käfers für Januar 1959 erwarteten, zeigte einige Detailverbesserungen, so eine vergrösserte Heckscheibe. Wirklich neu war aber der Karmann-Ghia, der in der Form eines Coupés gezeigt wurde.

    Nur wenige ausländische Neuheiten wurden 1957 in Frankfurt gezeigt, darunter der Tatra 603, das Skoda-Cabriolet 445 sowie zwei neue Abarth-Varianten auf Basis des Fiat 500 und des Fiat 1100 TV. Zudem wurde der Edsel aus den USA erstmals in Europa präsentiert.

    Als technologische Trends konnten 1957 zunehmend zum Einsatz kommende Schnellganggetriebe, halbautomatische Getriebe (Saxomat) oder etwa das neue ZF Synchromat-Gebtriebe angeschaut werden. Die Panoramascheibe wurde von vielen Herstellern adoptiert. Die Kunststoffkarosserie kam unter anderem beim DKW Monza Coupé, beim Mopetta-Kleinwagen oder dem schweizerischen Enzmann zum Einsatz.

    VW (1959) - Internationale Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt 1959 - Nordhoff-Pressekonferenz in der VW-Halle
    © Zwischengas Archiv

    1959 - Export- und Import-Wirtschaft blühen in der EWG

    Am 17. September 1959 öffnete die 39. Internationale Automobilausstellung in Frankfurt ihre Hallen für die autobegeisterten Besucher. Der Automarkt Deutschland war zu dieser Zeit durch eine Dominanz der inländischen Hersteller gekennzeichnet, aber zunehmend fanden sich auf deutschen Strassen auch ausländische Fabrikate, die hauptsächlich aus EWG-Ländern stammten. Deutsche Produzenten strebten einen Exportanteil von mindestens 50% an, die Fahrzeuge gingen allerdings nur zu 16% in die nahen EWG-Länder. Inzwischen war jeder 17. Deutsche Autobesitzer, der Personenwagenbestand betrug 3,3 Millionen Fahrzeuge. Das Strassennetz war aber nicht in der Lage, den schnell zunehmenden Verkehr aufzunehmen, was Fahrzeugverkäufer und die Industrie mit Besorgnis zur Kenntnis nahmen.

    Nachdem viele Hersteller schon vor der IAA manche Neuigkeit präsentiert hatten, konnte die Ausstellung nicht mehr mit vielen Neuankündigungen aufwarten. Der neue Opel 1200 entpuppte sich als vereinfachte Ausführung des Rekord mit kleinerem Motor für Leute, die ein geräumiges Auto mit Zweckcharakter benötigten.

    Am anderen Ende der Skala stand das Borgward Isabella Coupé im Frua-Stil.

    Ausländische Überraschungen blieben ebenfalls aus, Alfa Romeo zeigte Karosserieretouchen an der Giulietta Berlina. Erstmals waren der Fiat 1500 2-OHC Spider und die Frontantriebsmodelle Austin und Morris 850 zu sehen.

    Technische Trends waren im vermehrten Einsatz der Scheibenbremse, dem Einsatz von Transistor-Zündsystemen, der Verwendung von Servolenkungen und dem Einbau von Sicherheitsgurten, elektrisch betätigten Stahlschiebedächern, fussbetätigten Scheibenwaschanlagen sowie elektronischen Drehzahlmessern zu erkennen.

    Die Bedeutung der Kleinstwagen und Kabinenroller nahm zu Ende der Fünfzigerjahre sichtbar ab, was sich im Fehlen früher bedeutender und interessanter Anbieter wie Maico, Victoria, Heinkel, Zündapp oder Brütsch äusserte. Nur BMW (Isetta), FMR (Messerschmitt) und Hans Glas (Goggomobil) hielten dem Kleinstwagen noch die Treute.

    Die “Schallgrenze” 20 PS, die aus Versicherungsgründen früher selten durchstossen worden war, bedeutete 1959 keinen Grund mehr, nicht auch stärkere und grossvolumigere Fahrzeuge anzubieten. BMW hatte aus dem 600 den 700 entwickelt, der DKW Junior erhielt einen Motor mit 750 cm3 und Lloyd verkaufte den Arabella mit 0,9-Liter-Motor.

    Die Notwendigkeit, attraktive Pakete zu tiefen Preisen anbieten zu können, führte teilweise zu seltsamen Auswüchsen. So wurde der neue Opel 1200 in der Grundausstattung für DM 5’675 mit vier Reifen der Dimension 5.40-13 ausgeliefert, deren Tragkraft nicht zum Transport von fünf Leuten genügte. Gegen DM 35 konnte man grössere Reifen bestellen, weitere Extras wie gepolsterte Sonnenblenden, Heizung oder Lichthupe mussten ebenfalls zusätzlich bezahlt werden.

    Ford bot wie Opel ein Hubraumprogramm 1200/1500/1700 an, weiterhin war der BMW-3,2-Liter-V8-Motor die obere Grenze des deutschen Motorenbaus.
    Die in Deutschland gebauten Autos wurden oftmals mit italienischer Hilfe gezeichnet, doch hatten einige der Hersteller auch starke interne Design-Abteilungen und -Talente, so Mercedes-Benz, Borgward oder Auto Union (Dr. W. Werner).

    Mode Ende der Fünfzigerjahre waren die kurzen Heckflossen, sie wurden auch “Peilstege” genannt. Diese zierten den Opel Kapitän genauso wie die neuen Sechszylinder-Limousinen von Mercedes-Benz.

    Ein immer stärker diskutiertes Thema war die Erhöhung der inneren Sicherheit. Obschon es bereits diverse Ansätze dazu gab, waren Sicherheitsmerkmale zu der Zeit aber noch schlecht verkäuflich.

    Technisch wurde die deutsche Automobilwirtschaft als die uneinheitlichste, aber auch interessanteste der Zeit beschrieben. Ultranormale Autos wie der Opel Rekord oder der Ford Taunus zeigten das eine, BMW V8, Mercedes-Benz-Modelle mit Benzineinspritzung oder der Einsatz der unterschiedlichsten Baumuster, als Beispiel sei hier der unverwüstliche VW Käfer mit Heckmotor genannt, das andere Extrem.

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