So lange ruhig war es auf der Grand Prix Strecke von Brand Hatch seit Jahren nicht mehr, doch während zwei Tagen Ende Mai ertönte in der ländlichen Gegend bei Kent erneut der Klang von historischem Motorsport. Im Rahmen des Masters Historic Festival versammelten sich von diminuitiv motorisierten Minis über mächtige V8-Sportwagen bis hin zu donnernden Formel-1-Boliden, um ihre Motoren röhren zu lassen.
Brands Hatch hat dabei einen tollen Job für die Zuschauer gemacht, um ihnen fantastischen Rennsport in sicherem Abstand zu bieten. Zudem wurde die Veranstaltung mit strahlend blauem Himmel während des Grossteils der Veranstaltung gesegnet.
Aufgrund der uns allen bekannten Reiseeinschränkungen war das Feld etwas kleiner als sonst und die übliche Runde der YTCC musste leider ausgelassen werden. Nichtsdestotrotz schafften es die Veranstalter, ein tolles Feld von Autos zusammenzustellen, welches für grossartige Rennen auf dieser historischen Rennstrecke sorgten.
Die Hauptrennen innert dieser zwei Tagen waren die “Historic F1”, “Historic Sports Cars”, “Gentlemen Drivers”, “Pre ’66 Saloon Cars” und die Minis, was auch viele Starfahrer aus der historischen Rennsportszene auf den Platz brachte.
McLaren in Front bei den Historic F1
Gleich zwei 20-minütige F1-Rennen fanden über die zwei Tage statt mit einem grossartigen Herstellermix, welcher sich aus McLaren, Williams, Shadow, Surtees, Theodore und einigen Tyrrells zusammensetzte, inklusive dem sechsrädrigen Holtzman P34. Das erste Rennen endete mit McLaren-Einsitzern auf den Plätzen 1, 2 und 3. Steve Hartley schnappte sich den Sieg in einem MP4, Lukas Halusa wurde Zweiter im ex-Jochen-Mass-M23 und Warren Briggs rundete das Podium ab in einem M29.
Mehrere tolle Kämpfe ereigneten sich durch das Feld hindurch, wie zum Beispiel Phil Hall im Theodore TR1, welcher die Position mit Mark Hazell im Williams FW08 tauschte, ehe die Benzinpumpe des TR1 kaputt ging.
Das zweite Rennen am Sonntag endete mit einem zweiten Sieg für den dominanten Hartley im MP4 und wieder Halusa als dicht folgender Zweiter im M23, doch Hazell im FW08 versaute die McLaren-Show und sicherte sich Platz Drei.
Lola vorne bei den Historic Sports Cars
Einer der Höhepunkte des Wochenendes war das 60-minütige Rennen der “Historic Sports Cars”, mit einem starken Feld, das sich aus diversen Zweisitzern der Marken Lola und Chevron zusammensetze, mit dem willkommenen Zusatz einiger McLarens und Porsche RSR. Cooper Monaco und DeTomaso Pantera rundeten das Feld ab.
Für zusätzliche Spannung sorgte der Boxenstopp, der für alle Teilnehmer dieser Klasse zwingend war. Alex Brundle dominierte das Qualifying in seinem Lola T70 Mk3b. Er holte sich die Pole Position und führte das komplette Rennen an, was ihm den Sieg sicherte.
Der zweite Platz ging wiederum an einen Lola. Dieses Mal aber ein T70, pilotiert von Nich Sleep und Martin Stretton. Der schnelle Henry Fletcher im Chevron B19 nahm den dritten Platz auf dem Podium ein.
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Gentlemen’s Driver mit Cobra-Dominanz
Das längste Rennen des Wochenendes startete am Sonntagmorgen. 90 Minuten betrug die Renndauer. Es hatte etwas für jeden dabei. Das grosse Feld umfasste Cobras, E-Types, Lotus Elans, Mustangs, TVRs, Porsches, Austin Healeys und weitere.
Der Schnellste Im Qualifying war die Shelby Daytona Cobra gefahren von Thomas und Lockie, doch nachdem die schnellste Runde aufgestellt war, verabschiedete sich der Motor. Dies hatte zur Folge, dass am Renntag alle Positionen heiss umkämpft waren.
Ein willkommener später Eintritt war Olly Bryant, der in seiner vielgefahrenen AC Cobra eine starke Show ablieferte. Schon schien es, dass er einem sicheren Sieg entgegenfahren konnte. Technische Probleme zwangen ihn aber leider wenige Runden vor Schluss zum Aufgeben.
Viele der Konkurrenten blühte ein ähnliches Schicksal. Der immense Druck auf der Rennstrecke resultierte in mannigfachen technischen Problemen. Am Ende sah James Cottingham in seiner AC Cobra als Erster die karierte Flagge. Alex Brundle wurde Zweiter in seinem Jaguar E-Type und John Spiers und der allseits bekannte Tiff Needell wurden Dritte in einem TVR Griffith.
Hubraumgrössen vor Leichtgewichten bei den Masters Pre 66 Touring Cars
Die heiss umkämpfte Kategorie der “Masters Pre 66 Touring Cars” setzte sich aus einer breit gefächerten Auswahl an sehr konkurrenzfähigen Minis am einen Ende und aus donnernden Mustangs und Falcons am anderen zusammen. Dazwischen tummelten sich auch noch einige BMW 1800, Lotus Cortinas und Studebaker Lark Daytonas.
Das 60-minütige Rennen sah einige der bekanntesten Namen der historischen Rennsportszene hinter dem Lenkrad. Das oberste Treppchen auf dem Podest besetzten schliesslich Julian Thomas und Calum Lockie in ihrem bärenstarken Ford Falcon. Knapper Zweiter wurde David Coyne in einem Ford Mustang und Roy Alderslade schaffte es mit seinem Lotus Cortina auf den dritten Platz des Podests. Eine Erwähnung verdient aber auch der von Page und Padmore gefahrene Mini Cooper S, welcher einen unglaublichen neunten Platz und damit auch den Klassensieg einfuhr.
Minis unter sich
Die unterhaltsame und heiss erwartete Klasse “Pre 66 Minis” fuhr am Sonntag zwei Rennen. Es gibt wohl keine Kurve auf dem GP Kurs, in der die Minis nicht auf drei oder manchmal zwei Räder unterwegs waren. Ian Curley siegte gleich in beiden Rennen in seinem Austin Cooper S. Im ersten Rennen holte sich Nathan Heathcote den zweiten Platz hinter Curley, dicht gefolgt von Jeff Smith auf dem dritten Platz. Im zweiten Rennen waren es Ollie Streek auf dem zweiten, wiederum hinter Curley, und Page & Morris auf dem dritten Platz.
Als die Sonne dann langsam unterging am Sonntagabend, machten sich die zufriedenen Teams, Zuschauer und Medienvertreter auf den Heimweg und reflektierten zwei fantastische Tage von historischem Motorsport. Es dauerte zwar einige Zeit, doch das Warten hatte sich gelohnt. Der Superprix im Juli kann kommen!


















































































































































































































































































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