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Porsche 993 Cabriolet – eine sichere Wette?

Erstellt am 29. April 2022
, Leselänge 12min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
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Bruno von Rotz 
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Porsche AG 
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Archiv Porsche AG 
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Porsche AG / Porsche Schweiz AG 
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Porsche AG - Courtesy Berlin Motor Books 
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Porsche 993 Cabrio (1995) - machte designmässig einen grossen Sprung vorwärts vom 964
Porsche 993 Cabrio (1995) - nur 1735 mm breit (ohne Spiegel)
Porsche 993 Cabrio (1995) - gegen 270 km/h schnell, aber nicht mit offenem Dach
Porsche 993 Cabrio (1995) - der Heckflügel fährt automatisch aus
Porsche 993 Cabrio (1995) - deutlich fahrsicherer als die Vorgänger
Porsche 993 Cabrio (1995) - fühlt sich fast wie ein modernes Auto an
Bild von Partner Württembergische

Der Porsche 993 hat in der Geschichte des Sportwagenherstellers in Zuffenhausen/Stuttgart eine ganz besondere Stellung, denn bei ihm sass zum letzten Mal ein luftgekühlter Sechszylinder im Heck, bevor die Wasserkühlung mit dem 996 Einzug nahm. Damit stellte der 993 das Ende einer Epoche dar, die 1963 mit dem 901 auf der IAA in Frankfurt ihren Anfang nahm. Und genau 30 Jahre später wurde dort der 993 präsentiert.

Dass der 993 schon in jungen Jahren zu den wertstabilsten Baureihen von Porsche gehört hat allerdings noch andere Gründe. Viele Fans des Stuttgarter Herstellers halten den 993 schlicht für den besten 911 aller Zeiten. Wie gut war und ist er wirklich?

Im Schatten des viertürigen 989

Im Oktober 1988 wurde Dr. Ulrich Bez (später Aston Martin) neuer Entwicklungsvorstand von Porsche und Nachfolger von Professor Bott. Sein Hauptaugenmerk galt dem Projekt 989, im Rahmen dessen ein viertüriger Porsche mit wassergekühltem V8-Motor entstehen sollte. Den 911 hielt Bez für ein Auslaufmodell, die Modellvariantenvielfalt störte ihn und die Prioritäten lagen auf der kompletten Erneuerung der Modellpalette.

Allerdings musste dann 1991, als es Porsche finanziell nicht mehr gut ging und die Entwicklungskosten für die neuen Wagen aus dem Ruder zu laufen begannen, das Projekt 989 eingestellt werden, was auch das Ende von Bez bei Porsche bedeutete. Von einem Tag auf den anderen wurde der 964-Nachfolger deutlich wichtiger.

Mit kleinem Team zum grossen Wurf

“Wenn der 993 nichts wird, ist Porsche am Ende”, erklärte Projektleiter Bernd Kahnau seinem kleinen Team.

Bild Das Entwicklungsteam hinter dem Porsche 993
Das Entwicklungsteam hinter dem Porsche 993

Der Nachfolger für den 964, den man im Jahr 1993 präsentierten wollte, sollte alles etwas besser können als der Vorgänger, durfte in der Produktion aber nicht teurer sein und musste zudem mit geringen Mitteln entwickelt werden.

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Design-Innovation mit Rahmenbedingungen

Tony Hatter, ein britischer Autodesigner, der 1986 von Opel zu Porsche gewechselt hatte, gestaltete unter der Leitung von Harm Lagaay den neuen 964-Nachfolger. Aber 1989 wurde das Projekt als “Facelift 911” initiiert, parallel gab es bereits Vorbereitungsarbeiten für den 996 und den kommenden Boxster.

Nachdem der 964 von vielen als zu zurückhaltend aufgefrischtes Modell gesehen worden war, obschon 80 % der Teile neu waren, wollte man beim 993 etwas mutiger sein. Trotzdem gab es einschneidende Rahmenbedingungen. So musste etwa das komplette Dach, die Fenster und die Türen vom 964 übernommen werden.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - die Front wurde schon fast um diese Scheinwerfer herum modelliert
Porsche 993 Cabrio (1995) - die Front wurde schon fast um diese Scheinwerfer herum modelliert

Der Porsche 959 und auch der 928 beeinflussten das Design des 993. Bei der Front ging man schliesslich von den torpedorohr-artigen Kotflügeln weg und machte sie flacher, was auch dank neuer Lichttechnik (Polyellipsoid-Scheinwerfer für das Ablendlicht, kombiniert mit einem Reflek­tor mit variablem Fokus für das Fernlicht) ermöglicht wurde. Das Heck gestaltete man etwas breiter und gleichzeitig spitziger, die Stossfänger vorne und hinten konnten in Balance gehalten werden.

Der ganze Wagen wirkte besonders als Coupé sehr harmonisch und war trotzdem nur unwesentlich gewachsen, mit 4245 x 1735 x 1300 mm durfte der 993 immer noch als kompakt gelten. Auch das Leergewicht konnte mit 1370 Kilogramm tief gehalten werden.

Verbesserte und verfeinerte Technik

Natürlich bildete die Technik des 964 die Basis, doch sie wurde in vielen Aspekten verbessert, teilweise auch komplett ersetzt. Der Motor war eine Weiterentwicklung des bewährten 964-er-3,6-Liters, doch leistete er nun 272 PS und bot acht Prozent mehr Drehmoment. Eine steifere Kurbelwelle und leichtere Kolben und Pleuel ermöglichten zusammen mit anderen Verfeinerungen (u.a. Bosch-Motronic 2.10 ) die Leistungssteigerung, ohne dafür höhere Drehzahlen fordern zu müssen. Dank hydraulischem Ventilspielausgleich und anderen Verbesserungen sanken die Wartungskosten um rund 50 Prozent. Weil der 993 auf Super Plus ausgelegt werden konnte, sank auch der Verbrauch um rund einen Liter pro 100 km.

Komplett neu war das Getriebe, erstmals konnten Porsche-911-Fahrer auf sechs Gänge zurückgreifen. Diese Änderung bedingte auch eine Anpassung des Schaltschemas, die Gänge 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und 6 lagen nun jeweils in einer Ebene, der Rückwärtsgang auf einer weiteren Ebene. Die Schaltkräfte konnten verringert werden, das Gewicht hatte sich trotz zusätzlichem Gang kaum verändert.

Bild Porsche 993 (1994) - 3,6-Liter-Ausführung, Durchsichtszeichnung
Porsche 993 (1994) - 3,6-Liter-Ausführung, Durchsichtszeichnung

Die wichtigsten Änderungen zeigten sich aber beim Fahrwerk. Die Hinterachse war komplett neu und konnte teilweise vom gestoppten Projekt 989 übernommen werden. Die im Motorsport übliche Konstruktion mit Doppelquerlenkern wurde zu einer Mehrlenker-Hinterachse weiterentwickelt, die auf einem eigenen Fahrschemel sass und von der Karosserie entkoppelt werden konnte. Das Ergebnis waren mehr Komfort und ein fast schon narrensicheres Fahrverhalten mit vergleichsweise geringen Lastwechselreaktionen. Vorne blieb man den bewährten McPherson-Federbeinen treu.

Die Servolenkung wurde überarbeitet und direkter ausgelegt. Auch die Bremsanlage wurde verbessert und von der neuesten Bosch-ABS-Technik geregelt.

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Nicht für die Titelseite tauglich?

Als die Zeitschrift “ams” den 993 im April 1993 erstmals ankündigte, schaffte es der neue Porsche nicht einmal auf das Titelblatt. Und selbst im Vorstellungsartikel musste er den Platz mit dem erwarteten Boxster teilen.

Porsche 993 an der IAA 1993 (© AMS)

Dem grossen Publikum erstmals präsentiert wurde der neue 911 Carrera dann auf der IAA in Frankfurt, genau 30 Jahre nach der Vorstellung des 901/911 am selben Ort. Und es schlug ihm sofort viel Sympathie entgegen. Das Design gefiel fast unisono, die technischen Verbesserungen sorgten für Wohlwollen.

“Auto Motor und Sport” liessen den neuen Elfer gleich gegen Chrysler Viper, Ferrari 348 tb und Toyota Supra antreten. Mit einem Grundpreis von DM 125’760 war der Porsche nach dem Toyota der günstigste Sportwagen, mit einer Spitze von 267 der zweitschnellste der Runde und mit einer Zeit von 5,3 Sekunden für den Standardspurt von 0 auf 100 km/h musste er nur die Viper knapp ziehen lassen. Slalom- und Wedelstrecken absolvierte er mit den höchsten Geschwindigkeiten, selbst der Ferrari musste hinten anstehen. Und dabei offerierte er von allen vier Autos die besten Alltags-Eigenschaften: “Der Carrera ist ein perfekter Allround-Sportwagen. Nirgendwo sonst gibt es soviel Sportlichkeit gepaart mit solchen Talenten für den alltäglichen Gebrauch”, stand es im Vergleichstestbericht.

Komfortabler, aber auch besser?

Der gewonnene Komfort schadete der Sportlichkeit nicht. Der 993 erhielt viel Lob im Vergleich mit den drei anderen Sportwagen:

“Die Gutmütig­keit verblüfft, Kurvenfahren wird zu einem willkommenen Vergnügen, ohne den Nerven­kitzel, den die Annäherung an die Haftgrenze bisher immer bedeutete. Das beruhigende Gefühl, das Auto sicher im Griff zu haben, ist eine neue Er­fahrung, die stilles Staunen dar­ über hervorruft, daß so etwas mit einem im Heck eingebauten Motor überhaupt möglich ist.
Die sehr hoch liegende ak­tive Fahrsicherheit unterstrei­chen nicht zuletzt die Bremsen, die eine Verzögerung und Standfestigkeit zeigen, als sei der typische Carrera-Kunde je­ des Wochenende auf der Renn­strecke unterwegs.
Geblieben sind die alten Reize. Die extrem steife, vor­züglich verarbeitete Karosserie beispielsweise, die zierlichen Abmessungen, die dem Carrera zu spielerischer Handlichkeit verhelfen, und natürlich der im­mer noch faszinierende luftge­kühlte Sechszylinder, der eben­ so kultiviert sein kann wie bissig bei höheren Drehzahlen. Und das alles serviert er mit einem Verbrauch, der nicht höher ist als bei einer besseren Mittelklasse-Limousine.”

Porsche hatte eine Punktlandung gemacht!

Vom Coupé zum Cabriolet

Es dauerte nicht lange, bis dem zunächst einzigen Modell des Coupés mit Heckantrieb gegen Ende Winter 1994 das Cabriolet zur Seite gestellt wurde.

Bild Porsche 993 Cabriolet (1995) - der letzte 911 mit aufliegendem Faltdach
Porsche 993 Cabriolet (1995) - der letzte 911 mit aufliegendem Faltdach

Im Gegensatz zum Coupé, durfte beim offenen 993 das Dach überarbeitet werden und man wechselte von Quer- und Längsspannungen, was die Dachlinie eleganter und gefälliger erscheinen liess. Das Dach öffnet selbsttägig und im Gegensatz zum Vorgänger auch bei laufendem Motor. Nur die Handbremse musste angezogen werden, damit sich die Öffnung oder Schliessung vollzog. Das Dach war gefüttert und wurde durch ein integriertes (aufpreispflichtiges) Windschott ergänzt. Noch nicht einmal das Gewicht stieg durch die Umwandlung zum Cabriolet und auch die Torsionssteiffigkeit war sehr gut.

Mit DM 142’620 war das 270 km/h schnelle Cabriolet allerdings rund 13 Prozent teurer als das Coupé.

Die Automobil Revue jedenfalls zeigte sich über den Neuankömmling nach einer Probefahrt erfreut:
“Ist das Fahren in einem 911 Carrera schon ein Vergnügen besonderer Art, gesellt sich beim Cabrio der Genuss des Offenfahrens noch dazu. Die kräftige Heizung in Verbindung mit dem ausserordentlich effizienten Windschott erlaubt es, das Verdeck auch an einem schönen, aber noch etwas kühlen Frühlingsmorgen bereits zu öffnen. Der unverwechselbare Sound des luftgekühlten Sechszylinders, die für den 911 typische, kräftige Rückmeldung des Strassenzustands durch Lenkung und Radaufhängung, der Fahrtwind und der unbehinderte Blick auf die vorbeiziehende Landschaft verschmelzen zu einem Fahrerlebnis von besonderer Intensität.”

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Kontinuierliche Modellreihen-Ergänzung

Der heckangetriebene (schmale) Carrera blieb nicht lange alleine als Coupé und Cabriolet. Es folgten eine vierradangetriebene Variante, die S-Version, der Targa, der RS, der Turbo und noch einiges mehr bis im Jahr 1998.

Bild Porsche 993 Targa (1996) - der 993 musste ohne Targa-Bügel auskommen, die Scheibe konnte elektrisch nach hinten geöffnet werden
Porsche 993 Targa (1996) - der 993 musste ohne Targa-Bügel auskommen, die Scheibe konnte elektrisch nach hinten geöffnet werden

Nur einen Speedster gab’s als Serienmodell nicht mehr, sondern nur als Prototyp.

Bild Porsche 993 Speedster - aufgebaut auf dem 3,6 Carrera für Ferdinand Alexander Porsche, es entsteht auch noch ein zweites Modell - 50 Jahre Porsche 911 im Porsche-Museum
Porsche 993 Speedster - aufgebaut auf dem 3,6 Carrera für Ferdinand Alexander Porsche, es entsteht auch noch ein zweites Modell - 50 Jahre Porsche 911 im Porsche-Museum

Dafür steigerte man bereits zwei Jahre nach Einführung des 993 die Leistung des luftgekühlten 3,6-Liter-Boxermotors mit dem “Varioram”-Ansaugsystem um 14 PS. Schon früh in der fünfjährigen Bauzeit kam eine elektronische Wegfahrsperre mit Funkschlüssel zum Einsatz, die 25 Jahre später zu vielen Diskussionen im Internet Anlass gibt.

Ablösung durch den wassergekühlten 996

Auf der IAA 1997 feierte der Porsche 996 seine Premiere und mit ihm endete schliesslich auch die Karriere des 993. Auf Luftkühlung folgte Wasserkühlung und auch sonst bedeutete der 996 einen Neuanfang, der allerdings nicht bei allen traditionellen Porsche-Freunden auf Gegenliebe stiess. Immerhin blieb der Motor im Heck, ganz auf Tradition wollte man auch bei Porsche nicht verzichten.

23’127 heckangetriebene Coupés vom Typ Carrera und 15’499 Cabriolet wurden zwischen 1993 und 1998 gebaut. So richtig rar sind die Fahrzeuge also nicht. Die USA erwies sich erneut als wichtiger Absatzmarkt und die Tatsache, dass die Zulassungszahlen hierzulande in letzter Zeit wieder steigen, haben damit zu tun, dass mancher 993 den Weg über den Atlantik zurück findet. Allerdings haben USA-Modelle ihre Besonderheiten, weshalb sie hierzulande niedriger bewertet werden. Bemerkenswert ist, dass original in Deutschland oder in der Schweiz ausgelieferte Fahrzeuge eine zusätzliche Blinkerleuchte hinter dem vorderen Radhaus haben, während diese bei den US-Fahrzeugen fehlt.

Überdurchschnittlich wertstabil

Natürlich verlor auch der Porsche 993, egal ob als Coupé oder Cabriolet, in den ersten Jahren an Wert, doch fielen die Notierungen nie ins Bodenlose und schon früh in seiner Klassikerkarriere begann der 993 wieder zuzulegen.

Im Gegensatz zu anderen Porsche-911-Typen haben die Marktbeobachter von Classic Data auch kaum nachlassende Preise seit 2016 beobachtet, der 993 bewegt sich auf hohem Niveau und lässt sich zumindest in Deutschland aktuell im Jahr 2022 in etwa knapp über dem Neupreis-Niveau von damals verkaufen. Nicht viele junge Klassiker schaffen dies!

Jung geblieben

Wer sich heute in einen 993 setzt, braucht keine lange Angewöhnungszeit, obschon die ersten Exemplare demnächst bereits Oldtimer werden. Natürlich sind stehende Pedale und ein links angeordnetes Zündschloss etwas, was man nicht mehr oft findet, aber der moderne Mensch ist ja flexibel bis ins Alter. Die schön gezeichneten Instrumente sind gut ablesbar, der Tourenzähler sitzt da, wo man zuerst hinschaut. Die Knöpfe und generell alle Bedienungselemente wirken wertig. Die richtige Sitzposition ist schnell gefunden, ein paar Elektromotoren helfen dabei. Nur die Taste für die Sitzheizung (aussen an der Sitzkonsole) hätte man wohl besser (und im Sichtfeld) platzieren dürfen.

Kaum ist der Schlüssel gedreht, hört man vom Heck her den charakteristischen sägenden Boxersound, der allerdings vergleichsweise gut gedämpft ist, selbst im offenen Cabriolet.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - klassische Farbkombination
Porsche 993 Cabrio (1995) - klassische Farbkombination

Das Getriebe lässt sich exakt und ohne Anstrengungen schalten, auch die Kupplung trennt progressiv und ohne Muskelkrämpfe auszulösen. Generell geht das Fahren im 993 leicht von der Hand, auch die Lenkung ist gut unterstützt. Überhaupt staunt man, wie gut dieser nun doch über 25-jährige Wagen noch heute fährt. Hier zahlt (zahlen) sich die Porsche-Qualität (und die Wartungs-Investionen der Vorbesitzer) aus.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - klassisches Sportwagen-Interieur
Porsche 993 Cabrio (1995) - klassisches Sportwagen-Interieur

Es gibt deutlich jüngere Autos, die einem im Vergleich beim Fahren heute deutlich älter vorkommen als ein gepflegter 993. Der Wagen sitzt satt auf der Strasse, glättet aber Unebenheiten gesittet weg. Die Lenkung ist ein Meisterstück und die Sicht nach vorne und zur Seite im kompakten Cabriolet (und natürlich auch im Coupé) hervorragend. Nur nach hinten stört das relativ hoch aufliegende Cabriodach ein bisschen, aber wer will schon nach hinten schauen, wenn einem die Natur von vorne entgegenfliegt.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - das Auto für den beherrschten Gentleman
Porsche 993 Cabrio (1995) - das Auto für den beherrschten Gentleman

Egal ob man gemütlich gleitet oder mit sportlicher Akribie eine kurvige Passstrasse hochfährt, der Porsche 993 mag immer zu überzeugen. Es fallen einem kaum Dinge ein, die man kritisieren könnte, höchstens, dass er vielleicht fast zu perfekt ist und damit zum Beispiel im Vergleich zur kompromisslosen Sportlichkeit eines 964 RS ein bisschen langweiliger wirkt. Aber spätestens, wenn man nicht nur aus reiner Freude Kilometer fressen will, sondern vielleicht mit der Angetrauten gemütlich und mit in 13 Sekunden geöffnetem Verdeck in den Urlaub fahren möchte, kann der modernere 993 mit seinen Talenten wieder voll überzeugen. Nur zum Angeben und “Posen” taugt der letzte luftgekühlte Normal-911er nicht, dazu fällt er einfach zu wenig auf. Aber dies dürfte den meisten (oft grauhaarigen) Besitzern gerade recht sein.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - bereit zur Losfahrt
Porsche 993 Cabrio (1995) - bereit zur Losfahrt

Investitionsobjekt?

Sollte man also in einen Porsche 993 Cabriolet investieren? Zum Geld verdienen wohl nicht, denn allfällige Wertsteigerungen werden mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit von den laufenden Kosten für die Wartung zur Erhaltung des Zustands und der Fahrsicherheit, ergänzt um Aufwendungen für Garage, Steuern und Versicherung übertroffen. Grosse Wertverluste sind aber aus aktueller Sicht auch nicht zu befürchten und so könnte der demnächst zum Oldtimer reifende 993 eben schon eine “ziemlich sichere Wette” darstellen, vor allem aber eine, die hinter dem Lenkrad viel Spass und wenig Verdruss bereitet.

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - schlichter "Carrera"-Schriftzug auf dem Heck
Porsche 993 Cabrio (1995) - schlichter "Carrera"-Schriftzug auf dem Heck

P.S. Fast wär's vergessen gegangen: Fast so charakteristisch wie der luftgekühlte Boxer-Motorsound ist beim 911 das Geräusch, wenn man die Türe zuschlägt.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - offen macht er besonders viel Spass
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - eher ein Zweisitzer, obwohl es hinten auch noch Platz gibt
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - man strebte eine gewisse Familienähnlichkeit mit anderen Modellen an
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - Drehzahlmesser direkt vor dem Fahrer
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - aerodynamisch geformte Rückspiegel
Bild Das Entwicklungsteam hinter dem Porsche 993
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - kompaktes Auto
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - nur 1735 mm breit (ohne Spiegel)
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - gegen 270 km/h schnell, aber nicht mit offenem Dach
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - der Heckflügel fährt automatisch aus
Bild Porsche 993 Cabrio (1995) - deutlich fahrsicherer als die Vorgänger
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von ab******
29.04.2022 (19:18)
Antworten
Ich habe diesen Wagen mit SEHR gemischten Gefühlen betrachtet und tue das immer noch. Warum nur, so dachte ich damals, hat Porsche die Torpedorohr-Scheinwerfer im wahrsten Sinne dieses Wortes "flachgemacht"? Diese Scheinwerfer gehören für mich zu den Grundpfeilern der 911er-Form. Ich neige zwar mittlerweile dazu, das Ganze milder zu beurteilen. Aber wenn ich mir diesen Wagen hier betrachte...

https://www.ruf-automobile.de/en/modelle/ruf-scr/

dann wird mir ganz warm ums Herz. Leider kommt er nicht von Porsche direkt. Ich bräuchte dafür auch nicht über 500 PS und über 300 Km/h Höchstgeschwindigkeit. Es würde mir die klassische Form zum Auto-Glück reichen!
von b4******
03.05.2022 (12:25)
Antworten
Da stimme ich ab**** zu. Die Form vermag auch mit genügend zeitlichem Abstand nicht 100%ig zu überzeugen. Wer die klassische Form vorzieht und ein sehr gut zu beherrschendes Auto möchte, dem sei der lange unterschätzte 964 C4 empfohlen. DieAllradtechnik stammt aus dem 959; einfach ohne das anfällige und extrem teure adaptive Dämpfersystem. Was viele auch nicht wissen: der 964 wurde von Anfang an als Allradfahrzeug entwickelt. Der C2 kam dann erst etwas später.
Antwort von we******
03.05.2022 (17:20)
2007 habe mit dem Kauf eines 993 Carrera 4 meinen Traum erfüllt und bis heute nicht bereut. Bis dahin hatte ich ca. zwei Jahre den Markt beobachtet und konnte mich nicht zwischen dem 994 und 993 entscheiden, da ich beide Modelle optisch überaus gelungen empfinde. Letztendlich stellt für mich jedoch der 993 das Optimum dar. Wie sich die Geschmäcker doch unterscheiden.
von we******
03.05.2022 (17:25)
Antworten
Korrektur: Natürlich muß es 964 (statt 994) heißen; sorry.
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