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Jaguar XK8 Cabriolet – moderne Inkarnation des E-Types?

Erstellt am 13. November 2021
, Leselänge 8min
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Daniel Reinhard 
42
Archiv 
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Jaguar XK8 Convertible (2000) - nichts stört die Cabriolet-Linie beim offenen Wagen
Jaguar XK8 Convertible (2000) - macht Laune und verschönert jede Autofahrt
Jaguar XK8 Convertible (2000) - kein kleines Auto, aber gerade noch "kompakt" genug
Jaguar XK8 Convertible (2000) - lässt sich auch bei kühlem Wetter gut offenfahren
Jaguar XK8 Convertible (2000) - der Konkurrent zum R129 von Mercedes-Benz
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Exakt 35 Jahre nach der aufsehenerregenden Präsentation des E-Types am Genfer Autosalon stellte Jaguar 1996 am selben Ort den XK8 vor und verwies dabei gerne auf den berühmten Vorgänger. Dass zwischen dem XKE, wie der E-Type in den USA hiess und dem neuen XK8 noch (1975) der XJS gebaut wurde, wurde dagegen eher etwas unter den Tisch gekehrt.

Überraschung auf dem Genfer Salon

Im März 1996 wurde der neue Jaguar XK8 zunächst als Coupé enthüllt. Einen Monate später erfolgte die Präsentation der offenen Version dann in New York. Die Bezeichnung des Autos zeigte es: Man wollte mit ihm an die XK120-150 und XKE-Vorgänger anknüpfen. Und unter der Haube war ein brandneuer V8-Motor verbaut.

Auf den Spuren des E-Types

Zwar war die Motorhaube des XK8 nicht so lang wie jene des E-Types, trotzdem liessen sich der Formgebung der neuen Katze viele Reminiszenzen an den legendären Vorgängers ablesen. Gestaltet wurde der Jaguar durch Geoffrey Lawson und sein Team bei Jaguar. Und aus Sicht der Herstellers wollte der XK8 weder gegen den neuen Ferrari 456 GT, noch gegen den Konzernbruder Aston Martin DB7 antreten, zumal diese beiden preislich deutlich höher angesiedelt waren.

Eher noch sah man den SL von Mercedes-Benz als Konkurrent. Projekt X100 musste damit den Spagat schaffen, an frühere Ikonen wie den E-Type anzuschliessen, die Besitzer des XJS an der Stand zu halten und die Konkurrenz von Mercedes-Benz und vielleicht auch von BMW alt aussehen zu lassen. Und man war überzeugt, dieses Ziel erreicht zu haben und gab bei der Präsentation an, sogar in der Qualität besser zu sein.

Bild Jaguar E-Types Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - es gibt durchaus Ähnlichkeiten im Designvergleich
Jaguar E-Types Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - es gibt durchaus Ähnlichkeiten im Designvergleich
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

A propos Präsentation: Da tauchte meist auch ein E-Type auf, aber nie ein XJS.

Das Design fand viel Anklang, die Gesamterscheinung wirke ebenso elegant wie eindrucksvoll, notierten die Journalisten nach der ersten Besichtigung. Eine kritisierte Hochbeinigkeit wurde noch vor Serienstart korrigiert.

Unter der Stahlblechhaut mussten auf 2,59 Meter Radstand nicht nur vier Sitze, sondern auch noch ein Kofferraum mit dem Fassungsvermögen für zwei ausgewachsene Golf-Ausrüstungen passen. Dies führte zwangsläufig zu einem nicht ganz kompakten Wagen mit 4,76 Meter Länge, 1,83 Metern Breite und fast 1,3 Meter Höhe.

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Modern und fast komplett neu

Der V8-Motor im Bug des XK8 war eine Neuentwicklung. 294 PS leistete das 3996 cm3 grosse Leichtmetall-Aggregat bei 6100 Umdrehungen. Auch das Drehmoment fiel mit 375 Nm bei 4250 U/min üppig aus. Der Winkel zwischen den beiden Zylinderbänken war vibrationshemmende 90 Grad gross, vier Ventile pro Zylinder und vier obenliegende Nockenwellen sorgten für den Gasaustausch. Die elektronisch gesteuerte sequentielle Multipoint-Einspritzung stammte von Nippon-senso, die Fünfgang-Automatik, die für die Kraftübertragung sorgte, kam aus dem Haus ZF.

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - V8-Motor mit fast vier Litern Hubraum
Jaguar XK8 Convertible (2000) - V8-Motor mit fast vier Litern Hubraum
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Eine Servotronic-Zahnstangenlenkung, vier Scheibenbremsen und ABS waren selbstverständlich, Einzelradaufhängungen rundum – vorne Dreiecksquerlenker, hinten doppelte Querlenker – ebenso.

Cabriolet präferiert

Zwar war das Cabriolet mit DM 128’900 oder CHF 120’500 ein gutes Stück (fast 15 Prozent) teurer als das Coupé, es liess sich aber – vor allem in den USA – trotzdem deutlich besser verkaufen.

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Zwei von drei XK8 waren Cabrios und das hatte gute Gründe. Das zweilagige und gefütterte Stoffverdeck mit heizbarer Heckscheibe machte den Wagen zum überraschend ruhigen Ganzjahreswagen, die stabile Karosserie verhinderte Verwindungen und für das komplett elektrisch bedienbare Dach ging nur wenig Platz drauf im Vergleich zum aerodynamisch leicht bevorteilten (cw-Wert 0.35 anstatt 0.36) Coupé.

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Besser als SL und DB7

In den zeitgenössischen Testberichten schnitt der XK8 als Coupé und Cabriolet hervorragend ab. Vor allem der neue Antriebsstrang wurde über den Klee gelobt: “Der neue V8, das kann man guten Gewissens bestäti­gen, ist ein Prachtstück. Er säu­selt geschmeidiger als der haus­eigene V12, dreht munter bis auf 6800/min, muß aber nicht, weil er auch unten herum or­dentlich durchzieht. Mit dieser Kombination aus Leistung und Laufruhe setzt er in der Tat Maßstäbe. Auch sein Verbrauch kann sich sehen lassen: 13,7 L/100 km im Testdurchschnitt. Dabei leistet die Automatik Hilfestellung. Der lang über­setzte fünfte Gang sorgt für gemächliche Drehzahlen bei hohem Tempo (4000/min bei 200 km/h). Ansonsten arbeitet sie betont unauffällig, es sei denn, man bewegt sich im Sportmodus, wo die Gang­wechsel etwas hektisch wirken”, fasste Wolfgang König für ams seine Eindrücke zusammen.

Das immerhin 1784 kg schwere Cabriolet beschleunigte im ams-Test in 7,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreichte eine Spitze von 248 km/h. Das mit 1650 kg etwas leichtere Coupé, welches die Automobil Revue mit der Stoppuhr prüfte, schaffte den Paradesprint auf 100 km/h in sieben Sekunden und erreichte glatt 250 km/h. Mit 12,9 Litern pro 100 km war es auch etwas sparsamer.

Im Vergleich zum bereits etwas angejahrten Mercedes-Benz 500 SL behielt der britischen “Open Tourer” sogar in der deutschen Motorpresse die Oberhand, obschon er etwas weniger fulminant beschleunigte. Dafür war er deutlich sparsamer und um einiges günstiger als der R129 von Mercedes-Benz.

Klaus Westrup jedenfalls kürte den Jaguar zum Sieger:
“Das also kommt dabei her­ aus, wenn der alte Mercedes und der neue Jaguar gemein­sam in den Ring steigen: der Alte keineswegs in den Seilen, der Neue mit einem leichten Plus. Welchen also nehmen? Bei der Ausgewogenheit der Eigenschaften darf ruhig die Emotion entscheiden. Daß der Jag rund 40’000 Mark billiger ist, macht die Sache nicht schwieriger.“

Auch Konzernbruder Aston Martin DB7 konnte fast nichts besser als die schnurrende Katze von Jaguar. Und erneut erreichte der XK8 einen klaren Punktesieg, zumal hier der Preisabstand noch deutlich grösser war.

Luxus-Probleme

Der Jaguar erschien “auto motor und sport” interessant genug, um ihn einem Langstreckentest über 100’000 km auszusetzen. Diesen überstand der XK8 zwar nicht ganz makellos, aber doch ziemlich erfolgreich. Fünfmal musste der Wagen ausser Plan in die Werkstatt, eine echte Panne aber gab’s nie. 13 Liter Durchschnittsverbrauch und Kilometerkosten von 33,9 Pfennig waren für ein Auto dieser Kategorie durchaus beachtenswert. Von den grösseren 18-Zoll-Rädern wurde abgeraten, mit den kleineren 17-Zöllern stimme auch der Komfort. Aufgetretene kleine Probleme wurden eher als typisch für die komplizierte Technik von modernen Luxusautos taxiert und dem Jaguar daher nicht zur Last gelegt.

Sowieso gehörte der Jaguar damals zu den beliebten Autos in der Testwagenflotte, zumal das Cabriolet insgesamt wenig “Sozialneid” weckte. Nur im tiefen Schnee musste der “Jag” kapitulieren, was aber wohl mehr an der ungünstigen Gewichtsverteilung und an den breiten Winterschlappen lag.

Neun Jahre gebaut

Zum “normalen” XK8 gesellte sich schon 1998 eine Kompressorvariante mit einem Eaton-Gebläse. Mit rund 363 PS war diese Variante, die es als Coupé und Cabriolet gab, deutlich stärker, aber auch um einiges teurer.

Im Jahr 2003 profitierte auch der XK8 dank Hubraumvergrösserung auf 4,2 Liter von einer kleinen Leistungsspritze und nun 298 PS. Zwei sparsame Facelifts in den 2000-er-Jahren veränderten die elegante Linie kaum. Im Mai 2005 wurden die letzten XK8 gebaut, insgesamt waren 90’064 XK8 gebaut worden, bei ziemlich genau zwei Dritteln davon handelte es sich um Cabriolets. Etwas mehr als ein Viertel aller XK-Varianten hatten den Kompressor unter der Motorhaube.

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Abstände und Differenzen

Dass zwischen dem Bau des E-Type und des XK8 mehr als ein Vierteljahrhundert vergangen ist, das spürt man sofort. Was beim legendären E-Type noch mit Muskelkraft erledigt werden musste, erfolgt beim XK8 mit elektrischer oder hydraulischer Unterstützung. Entsprechend leicht geht die Fahrt im modernen Jaguar Cabriolet vonstatten.

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - viel Leder und Wurzelholz im Innenraum
Jaguar XK8 Convertible (2000) - viel Leder und Wurzelholz im Innenraum
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Der Motor startet sofort nach Drehen des Zündschlüssels, hören tut man von ihm überraschend wenig, obwohl er eine durchaus attraktives Klangkulisse bietet, welche allerdings bei zivilen Drehzahlen stets dezent im Hintergrund bleibt.

Die Rundumsicht ist im offenen Wagen mit Ausnahme der A-Säulen hervorragend, der Blick über die Haube nach vorne einladend. Der Antriebsstrang macht seine Arbeit willig und ermöglicht Fahrleistungen, die auch heute noch als sportlich beschrieben werden dürfen.

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - immer mit Fünfgang-Automatik
Jaguar XK8 Convertible (2000) - immer mit Fünfgang-Automatik
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Dank Servolenkung und Automatik gibt es relativ wenig zu tun für den Fahrer, so hat er Zeit das attraktive Innenleben des Jaguars zu bewundern, das mit viel Leder, Holz und geschmackvoll gezeichneten Armaturen verwöhnt.

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - der Konkurrent zum R129 von Mercedes-Benz
Jaguar XK8 Convertible (2000) - der Konkurrent zum R129 von Mercedes-Benz
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Ins Schwitzen kommt man im Jaguar sowieso nicht, dafür sorgt bei geschlossenem Wagen die Klimaanlage. Lieber aber fährt man offen und auf Knopfdruck öffnet sich das gut isolierende Faltdach ohne weitere Eingriffe in kurzer Zeit. Jetzt könnte man losfahren, aber der Wagen sieht mit aufgespannter Persenning doch deutlich besser aus und hierfür ist nun doch etwas Handarbeit nötig. Aber in rund einer Minute schafft es ein geübter XK8-Besitzer immer, das Dach zu öffnen und die Persenning zu montieren.

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - lässt sich auch bei kühlem Wetter gut offenfahren
Jaguar XK8 Convertible (2000) - lässt sich auch bei kühlem Wetter gut offenfahren
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Der XK8 ist ein problemloser Wagen, der im Alltag genauso viel Freude machen kann wie auf der Fahrt in die Sommerferien. Der inzwischen zum Youngtimer gereifte Jaguar unterscheidet sich aus Sicht des Piloten nur wenig von modernen Automobilen, so scheint es. Da ist der Sprung zwischen E-Type und XK8 deutlich grösser.

Man kann den XK8-Schüssel auch der Schwiegermama oder dem Nachwuchs in die Hand drücken, ohne sich allzu viele Sorgten zu machen. Da würde man im Falle eines E-Types doch deutlich umfangreichere Instruktionen weitergeben wollen …

Preiswert

Gute Jaguar XK8 erhält man im Jahr 2021 schon für deutlich weniger als EUR/CHF 20’000, notabene für weniger als einen Fünftel des Neupreises. Viel Auto für’s Geld also, zumal die meisten Jaguar-Besitzer ihrem Schätzchen sicherlich Sorge getragen haben dürften. Natürlich kann ein mit derart vielen Elektromotoren und Bedienungshilfen ausgerüsteter leistungsstarker Wagen nicht zu Golf-Preisen unterhalten werden, für grössere Eingriffe sollte man deshalb immer Reserven einplanen, die sich halt eher am damaligen Neupreis als an den aktuellen Notierungen orientieren müssen. Der Luxus, diese breit einsetzbare sanftpfötige Katze zu fahren, rechtfertigt dies aber sicherlich.

Bild Jaguar E-Type Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - von hinten sind die Parallelen im Design weniger gut sichtbar
Jaguar E-Type Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - von hinten sind die Parallelen im Design weniger gut sichtbar
Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

Wir danken der Touring Garage , die uns die Gelegenheit zur Probefahrt im Jaguar XK8 aus dem Jahr 2000 bot.

Bilder zu diesem Artikel

Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - kein kleines Auto, aber gerade noch "kompakt" genug
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - mit der klassischen Jaguar-Kühlermaske, die an den E-Type erinnert
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - wo Jaguar drauf steht, ist auch Jaguar drin
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - macht Laune und verschönert jede Autofahrt
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - lässt sich auch bei kühlem Wetter gut offenfahren
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - der Konkurrent zum R129 von Mercedes-Benz
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - knapp 250 km/h schnell war das Cabriolet damals, dann allerdings geschlossen
Bild Jaguar E-Types Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - es gibt durchaus Ähnlichkeiten im Designvergleich
Bild Jaguar E-Type Series 2 (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - von hinten sind die Parallelen im Design weniger gut sichtbar
Bild Jaguar E-Type 4.2 Series 2 Cabrio (1970) und Jaguar XK8 Convertible (2000) - im Vergleich zum Vorgänger im Geiste ist der XK8 deutlich gewachsen
Bild Jaguar XK8 Convertible (2000) - wirkt aus jeder Perpsektive sportlich
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von ab******
15.11.2021 (18:50)
Antworten
Toller Artikel, und wieder sage ich danke für einen meiner Traumwagen! Wobei ich aber weit weniger den E-Type in dem XK8 sehe als den von Pininfarina geschaffenen XJ Spider Concept der 70er Jahre: https://www.classicdriver.com/de/article/autos/classic-concepts-jaguar-xjs-pininfarina
von ms******
16.11.2021 (10:33)
Antworten
Wir haben seit über 10 Jahren ein XK8 Cabrio, welches wir seinerzeit als Occasion mit relativ wenig Kilometern zu einem vernünftigen Preis gekauft haben - und wir haben den Kauf nie bereut. Im Sommer machen wir jeweils ausgedehnte Touren in ganz Europa, unter dem Jahr wird der XK8 von uns als Alltagsauto eingesetzt. Dank des sehr guten Cabriodachs (winterfest und waschstrassensicher) kann er auch bei Regen und im Winter eingesetzt werden - vorausgesetzt, es liegt weder Schnee noch Eis auf der Strasse. Die Zuverlässigkeit ist ausgezeichnet, in der ganzen Zeit gab es kaum je ausserplanmässige Werkstattaufenthalte, und wir sind mit dem Wagen noch nie irgendwo stehengeblieben. Immerhin hat das Fahrzeug mittlerweile über 170'000 km auf dem Buckel. Die Unterhaltskosten liegen im Bereich eines Mercedes, BMW oder Audi. Der Verbrauch steigt höchstens bei Kurzstreckenbetrieb auf über 12 l, bei längeren Strecken über Land oder bei noch einigermassen moderatem Tempo auf Autobahnen pendelt er sich bei ca. 10 l ein. Das Feriengepäck für 2 Passagiere und 10 Tage nimmt der recht grosse Kofferraum problemlos auf. Verglichen mit den nüchternen Innenräumen moderner Autos strahlt der XK8 britische Club-Atmosphäre aus, und man fühlt sich in poliertem Edelholz und edlem Leder richtig wohl. Insgesamt ein wirklich tolles Fahrzeug!
von ar******
16.11.2021 (12:45)
Antworten
Mit dem XK-8, der ja primär für den amerikanischen Markt entwickelt wurde, hat Jaguar mit viel Glück den Sprung zurück zu einem Fahrzeug mit Qualität geschafft. XK-120-XK 150 sowie der E-Type waren eine Klasse für sich. Den Niedergang aber innerhalb kürzester Zeit schaffte "British Elend" mit dem XJS-12, der eine Fehlgeburt von Anfang an war. Zwar ein seidenweicher V-12 und eine sehr amerikanisierte Karosserie machte dieses Fahrzeug seinen Besitzern beinahe täglich Kummer. Ich kann mich noch gut an meinen ersten erinnern, der hatte so viele Macken bereits als Neuwagen, dass der Händler ihn anstandslos nach acht Tagen wieder zurücknahm. Der war das anscheinend schon gewöhnt. Der zweite war auch nicht besser, von den vier Monaten, die ich ihn besaß, stand er genau zwei Monate in diversen Werkstätten. Das geringste war noch die mangelnde Endgeschwindigkeit; im Prospekt waren 240 km/h angegeben, mehr als 225 schaffte er nie. 4 Liter Öl auf 1000 km waren auch nicht zu verachten. Bremslichter die sich nicht mehr ausstellen ließen, Scheibenwischermotoren, die bei prallem Sonnenschein einfach durchbrannten, und.und.und. Der XK-8 ging daher spurlos an mir vorbei, zu sehr war ich noch von seinem Vorgänger gebrannt. Den danach erneut angeschafften Ferrari 308-GTB fuhr ich dann zwei völlig problemlose Jahre. Im Anschaffungspreis waren die beiden Wägen nicht so weit auseinander, der Jag kostete etwa 5ooo Euro weniger als der Ferrari damals, aber die Qualität war bei dem Italiener um Längen besser.
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von Ru******
16.11.2021 (15:42)
Antworten
Die 90er Jahre sind halt per se das Jahrzehnt, in dem es bei mehreren Herstellern anfing, sich selbst als Retro zu zitieren. Und es wirkte immer ein bißchen wie "nur eine Fingerübung", weil die Formen bereits per Computer entworfen wurden. Auch sah man dem XK8 durchaus an, daß da als Hersteller Ford mit im Spiel war. Es gibt neben dem Holz und Leder durchaus z.B. ein deutlich zu billig wirkendes Plastik zu beklagen, man nehme nur die Mittelkonsole und seine allzu billigen Schalter. Und ein bißchen weichlich wirkt die Karosserie beim Cabriolet, amerikanisch eben. Das optisch etwas farblose Heck gab es übrigens ganz ähnlich beim zeitgleichen und eine ganze Klasse darunter befindlichen Volvo C70 Coupé (ab ´97). Insgesamt kommt mit dem XK8 schon ein harmonisches Auto daher, aber so einmalig wie der E-Type zu seiner Zeit der frühen 60er Jahre ist der XK8 natürlich bei weitem nicht. Übrigens ist der Mercedes 500 SL mit dem Modellwechsel auf den neuen 5L-V8 mindestens genau so "sparsam" geworden, er war nur ein Jährchen später dran als der XK8. Das Drehmoment des XK8 (ohne Kompressor) und die mögliche Beschleunigung verblassen deutlich gegen die 470 bzw. 460NM des 500 SL. Weil den aber "jeder" hat, könnte man über den XK8 vielleicht mal nachdenken. Aber das H-Kennzeichen in D., das winkt noch lange nicht....
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von Reiffan
16.11.2021 (20:04)
Antworten
Ausser der vordere Lufteinlass erinnert kaum etwas an den E-Type. Der E Type war, zumindest als 6 Zylinder, ein Sportwagen für "Männer, die Pfeife rauchen" (Fritz B. Busch) und auch noch gewisse Nehmerqualitäten haben mussten
Der XK8 ist in seinem ganzen Fahrverhalten, Grösse und Art eine Limousine, der DB7 war praktisch das gleiche Auto, aber immerhin gab es den auf Wunsch auch als Handschalter.
Dass die Preise als Gebrauchter so weit gefallen sind, spricht nicht für seine Qualitäten, genau wie die Preise der 911er von Porsche, ab Modell 996 nur ca 1/3 der des Vorgängers 993 darstellen (Motorfehlkonstruktion, Massenweise Motorschäden)
Zurück zum XK8: Dass der Nockenwellenantrieb mit einer Kette und nicht Zahnriemen erfolgt, ist, wie bei den meisten moderneren Autos leider auch kein Vorteil mehr, da die, aus Kunststoff(!) bestehenden Kettenspanner ein permanentes, teures Aergernis sind.
Grundsätzlich gilt hier, was für die meisten Autos ab den 2000er Jahrgängen gilt: Zu viel Elektronik, zu viel Luxus, zu schwer, qualitativ zu billig.
von he******
17.11.2021 (11:45)
Antworten
Für mich ist der XK 8 immer noch unterbewertet. Er wird er immer noch zu oft mit dem epischen E-Type verglichen, bzw versucht, ihn als dessen Nachfolger zu positionieren. Darüber hinaus muss er immer noch gegen das Image eines defektanfälligen Fahrzeugs ankämpfen, das bis heute fast allen "Katzen" anhängt. Die damalige Qualitätsoffenisve und Finanzspritze von Ford ist allerdings deutlich spürbar. Der einzige gravierende Mangel sind die aus Kunststoff bestehenden Gleitschiene/Kettenspanner. Diese haben wir, zusammen mit der Steuerkette und Wasserpumpe, prophylaktisch bei 100´ km gegen solche aus Metall getauscht. Die einzige Reparatur, die wir bis jetzt bei unserem XK 8 Bj. 1997 nach 20´ km hatten, war eine defekte Lichtmaschine und zwei ausgefallene Kontrolleuchten im Display - und das bei 120´km Laufleistung. Motor und Fahrwerk sind top und machen jeden Ausflug zu einem fast sinnlichen Vergnügen. Die Materialien im Innenraum sind (nicht nur im vergleich zu Mercedes SL 129er) ein Genuss. Übrigens läuft unser XJS 4,0 Convertible aus 1992 ebenfalls absolut problemlos; und dieser erfährt mittlerweile auch die verdiente Anerkennung und Aufmerksamkeit, was sich in steigenden Preisen widerspiegelt. Und einen XJS (und XK 8) sieht man zum Glück auch nicht an "jeder" Ecke, bzw. Classic Car Treffen, im Gegensatz zum 129er Mercedes...
Antwort von ru******
19.11.2021 (09:12)
Favicon
solange der XJS noch das original entworfene Heck, also u.a. mit den viel schöneren Rückleuchten hat, ist er auch hinten schön. Warum bloß kam dann dieses häßliche, rein amerikanische Heck bei einem Engländer heraus? Besitzen Sie somit noch den schönen XJS oder war der Designwechsel schon ´91? Sie finden also nicht, daß der XK8 viel zu billige Plastikteile innen hat? Technisch mag Ford ja zur Zuverlässigkeit verholfen haben, aber den Rotstift sieht man eben leider auch. Ein 129 SL wirkt innen sehr viel technischer, dermaßen billige Plastikteile hat er jedenfalls nicht zu bieten....
von he******
19.11.2021 (17:36)
Antworten
..wie Vieles im Leben eine Frage des persönlichen Geschmacks. Mir gefällt der britisch gediegene Stil mit viel Leder, Holz und Chrom (XJS) besser als 'deutsche Nüchternheit`, und wenn man dann noch die endlos lange Motorhaube öffnet (XJS) und der Blick auf den famosen Reihensechser fällt, empfinde ich das als sehr 'technisch emotional` - dagegen sind die Motorräume im XK 8, aber vor allem im 129er sehr nüchtern mit zu viel Kunststoff.
Das Einzige, das mir am XK 8 nicht so gut gefällt, ist das etwas zu voluminöse Heck. Dies war der Vorgabe geschuldet, dass zwei Golfbags in den Kofferraum passen sollten...
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