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Bild (1/3): Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - agiler Mitteklassewagen (© Bruno von Rotz, 2020)
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Ford Cortina Mark II 1600 E - für den sportlichen CEO

Erstellt am 30. September 2020
Text:
Bruno von Rotz
Fotos:
Bruno von Rotz 
(22)
Archiv Jürg Kaufmann / Auto Sport Schweiz 
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Der Ford Cortina war in Grossbritannien überaus beliebt, aber auch hierzulande wurde er in nennenswerten Stückzahlen verkauft, obschon es natürlich mit deutschen Ford-Taunus-Modellen konzerninterne Konkurrenten gab. Trotzdem war das Interesse an der zweiten Auflage des Cortina gerade in der Schweiz erheblich.

Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - übersichtlich dank grosser Fensterflächen
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Erfolgreicher Vorgänger

Schon der erste Cortina, gebaut von 1962 bis 1966 hatte viele Freunde in der Schweiz gefunden. Mit 4,3 Metern Länge, 1,59 Metern Breite und 1,44 Metern Höhe hatte der nur rund 800 kg schwere Zwei- oder Viertürer (es gab auch einen Kombi) je nach Motor durchaus sportliche Ambitionen und er war dazu noch vergleichsweise preisgünstig.

Ford Cortina (1962) - bei der Präsentation des Consul-Cortina in Paris 1962
© Archiv Automobil Revue

Einzig das Design wirkte in der zweiten Hälfte der Sechzigerjahre einigermassen altbacken, etwas, was der Nachfolger korrigierte. 

Hübscher, aber nicht grösser

Auf der London Motor Show präsentierte Ford im Oktober 1966 den neuen zwei- und viertürigen Cortina. Die von Roy Haynes gezeichnete Karosserie zeigte sich deutlich moderner und schlichter als jene des Vorgängers. Dazu war sie auch noch kompakt geblieben, die Masse hatten sich kaum verändert.

Ford Cortina GT (1966) - modern gestaltetes, kantiges Heck
© Archiv Automobil Revue

Trotzdem gelang den Briten das Kunststück, mehr Innenraum für Passagiere und Gepäck bereitzustellen, so fasste der Kofferraum nun eindrückliche 630 Liter Koffervolumen. Vor allem aber wuchs das Schultervolumen und die Innenbreite. Zudem wurde der Wagen dank grosser Fensterflächen übersichtlicher.

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Einmal technisch runderneuert

Aus Sicherheitsüberlegungen heraus, baute man den Cortina Mark II etwas massiver, was sich auch in einem gewissen Mehrgewicht (nun ab 861 kg) auswirkte. Entsprechend musste natürlich auch die Technik mitziehen, die zwar weitgehend vom Vorgänger übernommen wurde, aber trotzdem an vielen Stellen verbessert wurde. Die Motoren wurden ein bisschen in die Kur genommen, teilweise wurde der Hubraum gesteigert, so dass durchs Band Mehrleistungen bekanntgegeben werden konnten, wenn teilweise auch nur um einzelne Pferdestärken.

Ford Cortina De Luxe (1966) - Durchsichtszeichnung
© Archiv Automobil Revue

Die Fahrsicherheit profitierte von der breiteren Spur, beim Fahrwerk (vorne McPherson-Aufhängungen, hinten eine Starrachse mit Halbelliptikfedern) blieb allerdings alles beim alten. Wichtig für die Handlichkeit war der verringerte Wendekreis (9,14 anstatt 10,9 Meter). Die Bremsanlage wurde der Zeit mit grösseren Scheiben/Trommeln (GT-Modell) angepasst.

Viel Gewicht wurde auf gesteigerten Komfort (u.a. bessere Sitze, Optimierung an Heizung/Lüftung, usw.) und günstigen Unterhalt (u.a. selbst nachstellende Bremsen und Kupplung, Fahrwerk ohne Schmiernippel, usw.) gelegt.

Das Ergebnis kam vor allem beim britischen Publikum gut an, zumal die Preise knapp kalkuliert waren. Im Jahr 1967 jedenfalls stand der Cortina zuoberst in den Zulassungsstatistiken.

Ford Cortina GT (1967) - beim Handlingtest in Goodwood
© Archiv Automobil Revue

Auch für die Schweiz rechnete man mit guten Verkaufsergebnissen, so befand die Automobil Revue nach einer Probefahrt anlässlich der London Motor Show: «Sowohl der Cortina 1300 als auch 1500 GT hinterliessen den Eindruck robuster, komfortabler und wirtschaftlicher Mittelklassewagen, deren bescheidene Preise von 669 bzw. 730 £ (Preise in der Schweiz noch nicht festgelegt) ihnen schon jetzt gute Verkaufsaussichten einräumen.» Die Schweizer Preise wurden dann kurz danach bekannt gegeben, sie bewegten sich zwischenCHF 7950 und 9850.

Mehr Leistung dank Querstromkopf

Bereits im Februar 1967 hatte Ford einen viertürigen Kombi nachgeliefert, womit die Produktepalette komplett war. Die grosse Neuerung folgte dann aber im September 1967 mit der Einführung des Querstromkopfes für die Vierzylinder. Der verbesserte Gaswechsel führte zusammen mit einer Hubraumsteigerung beim nun auf 1,6 Liter gewachsenen grösseren Vierzylinder zu einer Mehrleistung von 10 PS. Bei der GT-Variante mit Weber-Doppelvergaser stieg die Leistung auf 92 PS bei 5400 Umdrehungen.

Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - dank Querstromprinzip mehr Leistung
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Gleichzeitig mit der Vorstellung des Querstrom-Vierzylinders wurde auch die Ausrüstung der einzelnen Modelle angehoben.

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Die Executive-Version

Auf dem Pariser Autosalon im Oktober 1967 stand als Neuheit dann der Cortina 1600 E. Das «E» stand hier nicht für Einspritzung sondern für «Executive», womit auf die besonders luxuriöse Ausstattung hingewiesen werden sollte. Tatsächlich gab es serienmässig Zusatzscheinwerfer, Sportfelgen und einiges an optischen Retuschen für den Mehrpreis. Auch im Innern zeigte sich der Luxus mit einem attraktiveren Armaturenbrett und mehr Holz bei den Verkleidungen, einem mit Leder eingefassten Lenkrad und Veloursteppichen, nebst anderen Nettigkeiten.

Als Motor kam der starke 1,6-Liter-Querstrommotor aus dem GT zum Einsatz. Die Automobil Revue schrieb nach einer Probefahrt:
«Der neue Vierzylinder beschleunigt auch im unteren Drehzahlbereich wesentlich kräftiger und überrascht neben seiner Drehfreudigkeit ebenfalls durch aus-geprägte Laufruhe. Bei hoher Geschwindigkeit tendierte das kurveninnere Antriebsrad gelegentlich zum Durchdrehen; extreme Elastizitätsproben, wie Beschleunigen im 4. Gang aus gut 20 km, quittierte der 1,6-Liter mit mehr oder weniger Gestotter.»

Das Fahrwerk überzeugte, die AR notierte: «Dank Tiefersetzen der Aufhängung (wie beim Cortina Lotus) und Einbau hinterer Schubstreben (wie beim GT) vermag der 1600 E hinsichtlich Fahrverhalten auch höheren Ansprüchen zu genügen. So bereitete es uns richtig Spass, den Wagen im Powerslide-Stil durch die Kurven zu fahren. Über das Lenkrad hat man stets guten Kontakt mit der Fahrbahn; die Federung empfanden wir als angenehm straff und die Bremsen zeitigten gute Verzögerungswerte.»

Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - Gehobene Ausstattung
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Ganz billig war das Vergnügen, den luxuriösesten Cortina zu fahren, allerdings nicht. 1970 kostete die zweitürige Version CHF 10’870, die viertürige Variante stand mit CHF 11’170 als teuerster Cortina (unterhalb der Lotus-Version) in der Preisliste.

Für den sportlichen Alltag

Die zweitürige Version wurde nur für den Export gebaut und selten bestellt, insgesamt verliessen gerade einmal 2749 Cortina 1600 E dieses Bautyps das Werk. Einer davon wurde im April 1970 in Zürich an den Erstbesitzer übergeben.

Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - Die Zweitürer waren sehr selten
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Bis heute legte er vermutlich nur 46’500 km zurück und fühlte sich bei der Probefahrt wohl kaum anders an als vor 50 Jahren. Der leichtgewichtige Cortina lässt sich einfach fahren, den modernen Piloten beeindruckt vor allem die stupende Übersichtlichkeit. Sogar die Kofferraumecken kann man vom Fahrersitz aus sehen, da wird Parkieren zum Kinderspiel.

Ford Cortina Mark II 1600 E (1970) - Für den sportlichen Alltag
© Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

Natürlich ist der Cortina auch mit dem starken GT-Motor kein Rennwagen, aber im Verkehr schwimmt er problemlos mit, umrundet Kurven mit Bravour und macht kaum Radau.

Wir danken der Oldtimer Galerie Toffen für die Gelegenheit zur Probefahrt, der Ford Cortina 1600 E von 1970 wird am 17. Oktober 2020 anlässlich der Herbstversteigerung unter den Hammer kommen und einen neuen Liebhaber suchen.

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···
 
Quelle:

Neueste Kommentare

 
 
fo******:
06.10.2020 (14:50)
Tolles Auto ! Ich habe einen seltenen 1600 GT vom Januar 1968.
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