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Bild (1/1): Bis fast in die Neuzeit - BMW Z3 der ersten Generation auf dem Club-Stand - Retro Classics Stuttgart 2017 (© Bruno von Rotz, 2017)
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    BMW Z3 3.0 Roadster - viel Luft und viel Sound in Kürze

    25. Juli 2019
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Bruno von Rotz 
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    Vier Jahre mussten BMW-Fans nach dem Z1 warten, bis sie wieder einen sportlichen Zweisitzer der Marke fahren durften. Nach dem BMW 328, dem 507 und schliesslich dem Z1 war zunächst Pause.

    BMW Z3 Roadster (1994) - auf dem Titelblatt von Auto Motor und Sport, 1,5 Jahre vor der offiziellen Vorstellung
    © Zwischengas Archiv

    Doch bereits im Juni 1994 berichtete Auto Motor und Sport über den zukünftigen BMW Roadster, der in den USA im neu errichteten Werk in Spartanburg vom Band laufen solle. Die Zeichnungen zeigten das Auto bereits ziemlich realistisch, nur in Details wirkte die spätere Serienversion noch etwas attraktiver.

    BMW Z3 1.9 (1995) - der Roadster mit Vierzylindermotor
    © Copyright / Fotograf: BMW AG

    Intro als Bond-Auto

    Noch vor der offiziellen Vorstellung durfte sich Pierce Brosnan als James Bond während der Dreharbeiten zum Film “GoldenEye” in den BMW Z3 Roadster setzen.

    BMW Z3 in GoldenEye

    Er sei mit den “üblichen Verfeinerungen” ausgerüstet, erklärt Q im Bond-Streifen, zeigen durfte der Wagen im Film allerdings nicht viel. Trotzdem, es war ein PR-Stint nach Mass, zumal er BMW wenig mehr kostete als eine Promotion des Wagens im Kontext mit der Lancierung des Films.

    Platzhirsch

    Anders als der Vorgänger Z1 war der Z3 von Anfang an für eine möglichst grosse Verbreitung gedacht, entsprechend günstig wurde denn auch der Einstandspreis mit DM 43’700 und CHF 35’600 festgelegt, als der Z3 im Spätherbst 1995 vorgestellt wurde. Käuflich war der Wagen dann aber erst rund ein halbes Jahr später, die Warteliste war beträchtlich, die Aufpreisliste ebenso. Neben dem Zwei-Ventil-Einstiegsmotor mit 1796 cm3 und 115 PS gab es auch eine Vierventil-1,9-Liter-Version mit 1895 cm3 und 140 PS.

    Mit dem Ziel, den Wagen möglichst günstig bauen zu können, waren technische Alleingänge ausgeschlossen. Der Z3 erbte viel vom 3-er Compact. Die Motoren, die Kraftübertragung aber auch die Vorderachse (Federbein mit Dreieckslenker) und Hinterachse (Schräglenker) stammten direkt aus dem 3-er-Regal.

    Bei den Motoren handelte es sich um zwei Vierzylinder mit Leichtmetallzylinderkopf und obenliegender Nockenwelle. Das Getriebe hatte fünf Vorwärtsgänge, eine Automatik gab es beim 1,9-Liter gegen Aufpreis.

    Zwei Airbags, ABS, Zentralverriegelung und elektrische Fensterheber waren serienmässig, Sitzheizung, Leder, Klimaanlage und Unterhaltungselektronik kosteten Aufpreis.

    Das Dach wurde von Hand heruntergeklappt, motorische Hilfe wurde bei der Lancierung für die Zukunft versprochen.

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    Grosse Begeisterung

    Das Publikum empfing den neuen Sportwagen begeistert, vor allem am Anfang scharten sich Passanten sofort um den eigenständig wirkenden Roadster, schliesslich erinnerte an der Oberfläche von aussen kaum etwas an einen anderen BMW-Typ, wenn man einmal die Reminiszenzen an die Vergangenheit weglässt.

    BMW Z3 Roadster (E36/7) von 1996
    © Copyright / Fotograf: BMW Group

    Mit seiner langen Haube, den Doppelscheinwerfern, der tiefen Gürtellinie und dem knackigen Heck schlug der Z3 die Brücke zwischen Tradition und Gegenwart perfekt.

    Die Gegner hiessen damals Mazda MX-5, Fiat Barchetta, MGF oder Alfa Romeo Spider 2.0 und gegen diese musste sich der Neue aus München/Spartanburg im Markt aber auch bei den Motorjournalisten, die dem Z3 viel Aufmerksamkeit widmeten, durchsetzen.

    Und dies gelang ihm gar nicht so schlecht, jedenfalls konnte die 1,8-Liter-Version die Ausmarchung im AMS-Vergleich gegen Fiat, Mazda und MGF knapp für sich entscheiden, wobei ihm vor allem der günstige Benzinverbrauch und die sicheren Fahreigenschaften halfen, während Fertigungsqualität und Preisgestaltung nicht ganz überzeugten.

    Mit 10 Sekunden für den Spurt von 0 bis 100 km/h und einer Spitze von 200 km/h war der Z3 1,8 zwar nicht der Schnellste hielt aber ganz gut mit. Die 1,9-Liter-Version ging etwas flotter (9 Sekunden, 205 km/h), kostete aber auch zehn Prozent mehr.

    Was vielen Roadster-Fans aber am meisten fehlte, war ein sportlich klingender Motor mit deutlich mehr Leistung. Und BMW enttäuschte nicht, denn natürlich verpflanzte man auch den berühmten Reihen-Sechszylinder in den Bug des Z3!

    Übrigens wurde sogar einmal ein V12-Z3 gebaut, er blieb aber ein unausgereiftes Einzelstück, das sich heute im BMW-Museumsbestand befindet.

    Sechszylinder-Präsentation auf Madeira

    Es war im Spätherbst 1996, als BMW den Z3 mit Sechszylindermotor vorstellte.

    BMW Z3 2.8 Roadster (1996) - unterwegs auf Madeira bei der offiziellen Vorstellung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Journalisten erhielten im November 1996 die Chance, den Roadster mit 2,8-Liter-Motor und 192 PS auf Madeira zu fahren. Bis dahin waren bereits 35’000 Exemplare des Vierzylinders verkauft worden und das Werk Spartanburg in South Carolina produzierte nun nach einigen Anfangsschwierigkeiten 250 Z3 pro Tag.

    BMW Z3 2.8 Roadster (1996) - unterwegs auf Madeira bei der offiziellen Vorstellung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Mit dem Z3 2,8 hatte BMW nun endlich eine Antwort auf den Mercedes-Benz SLK 230 und den Porsche Boxster. Mit nun 1260 Kilogramm fahrfertigem Gewicht und 276 Nm Drehmoment war die Basis für artgerechte Dynamik gelegt, zumal der längs eingebaute Sechszylindermotor mit 156 kg nur unwesentlich schwerer als die Vierzylindermaschine war. Zwecks Optimierung der Gewichtsverteilung war die Batterie in den Kofferraum gewandert, die 50:50-Verteilung war wieder hergestellt.

    BMW Z3 2.8 Roadster (1996) - unterwegs auf Madeira bei der offiziellen Vorstellung
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Das Fahrwerk wurde zugunsten der zusätzlichen Leistung etwas verstärkt, die Spur minimal verbreitert. Mit einer muskulöseren Karosserie mit grösseren Ausbuchtungen um die Räder wurde Platz für 17 Zoll breite Räder (Sonderzubehör) geschaffen.

    BMW Z3 2.8 Roadster (1996) - nun mit Holzeinlagen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Im Innern hatten Holz auf dem Armaturenbrett und Ledersitze für die Besatzung die geforderten DM 64’100 oder CHF 49’800 zu rechtfertigen. Die Klimaanlage kostete genauso Aufpreis wie das elektronische Stabilitätsprogramm.

    Oldtimer Galerie Oktober 2019

    Den sportlichsten nicht ganz gewachsen

    6,8 Sekunden nahm sich der Z3 2,8 für den Spurt von 0 bis 100 km/h, 225 km/h lief er auf der Autobahn nach gar nicht so langem Anlauf. Die Konkurrenz konnte das noch etwas besser. Der Audi TT 1,8 T Quattro lief 237 km/h, der Mercedes-Benz SLK 320 245, der Porsche Boxster sogar 250 km/h. Dafür gehörte der BMW zu den Sparsameren an der Tankstelle, beim Bremsen war er auf Augenhöhe mit seinen Gegnern.

    Trotzdem musste er im Vergleichtest den Mercedes ziehen lassen und wäre er nicht so ökonomisch gewesen, hätte er gar das Schlusslicht gebildet. Vor allem unbefriedigende Sitze und eine umständliche Persenning sowie weitere funktionelle Mängel sorgten für Punktabzüge.

    Attraktiv, aber ….

    Alles gut mit dem BWM Z3? Nicht ganz, denn die Sache mit der Fertigungsqualität verfolgte den Zweisitzer auch, als er bereits den Sechszylinder an Bord hatte. Die Zeitschrift Auto Motor und Sport setzte einen Z3 2.8 zwischen 1998 und 1999 als Dauertestwagen ein. 100’000 km wurden zurückgelegt und es war wiederum der Motor, der den Wagen “rausriss”.

    BMW Z3 2.8 (1996) - der E36/7 mit Reihensechszylinder und dicken Backen
    © Copyright / Fotograf: BMW AG

    So schrieb denn auch Yörn Pugmeister: “Der Motor und das Getriebe sind es, die vieles vergessen lassen, auch die traurige Innengestaltung des Cockpits: Das hat eher das Flair eines Compact-Dreiers als die Ausstrahlung eines Sportwagens. Obwohl zwischen der schlecht ablesbaren Uhr und den kaum tastbaren Schaltern für Zusatzlampen bisweilen ein bisschen Chrom aufblitzt.”

    Zu kritisieren gabe die lauten Windgeräusche, die deutlichen Fahrwerksmängel, die schlechte Verdeckqualität (mehrfacher Austausch), die unhandliche Persenning, die teuren Inspektionen, der hohe Reifenverschleiss und die “nicht adäquate Verarbeitung”.

    Erstaunlich viele Lampen fielen aus und bei den Fensterhebern musste mehrfach nachkorrigiert werden.

    Zum Fahrwerk schrieb Pugmeister: “Auf nicht ganz ebenen Straßen lief der Wagen widerwillig geradeaus, er sprang und hoppelte straßenübergreifend - mehr als selbst Roadstern verziehen wird – , in schnell gefahrenen Autobahnkurven neigte das Stummelheck auf Bodenwellen zum Versetzen - kaum zur Freude der Piloten.” Da fiel dann der zu kleine Tank nicht mehr stark ins Gewicht, zumal man mit einem Durchschnittsverbrauch von 10,8 Litern pro 100 km immer noch über 400 km weit kam.

    Viel Kritik also nach 100’000 Kilometern, entsprechend auch das Fazit am Ende des Dauertests: “Bisher haben fast 175’000 Käufer einen offenen BMW Z3 erworben. Es ist zu wünschen, dass es nicht ausgerechnet sie sind, die im Cockpit jammern, sondern nur der Wind.”

    Stetige Verfeinerung

    Bereits 1997 war die M-Version des Z3 mit 3,2 Liter-Sechszylinder und 321 PS erschienen. Im selben Jahr erhielt der Roadster auf der IAA einen geschlossenen Bruder, das Z3 Coupé , das mit einer total eigenständigen Form auf Kundenfang ging.

    BMW Z3 2.8 Coupé (1999)
    © Copyright / Fotograf: BMW AG

    Im Oktober 1998 wurde der 2,8-Liter-Motor überarbeitet, 1999 gab es ein Facelift für das Äussere, das vor allem an den neu geformten Rückleuchten zu erkennen war. Gleichzeitig ergänzte ein Zweiliter die Motorenpalette, später folgte noch ein kleiner Sechszylinder (vor allem für die Amerikaner).

    BMW-Roadster-Klassiker Z1, Z3, Z8 und Z4
    © Copyright / Fotograf: BMW AG

    Am 28. Juni 2002 rollte der letzte Z3 Roadster nach 297’087 Exemplaren vom Montageband in Spartanburg. Der Nachfolger hiess Z4, zeigte die typsichen Züge der Chris-Bangle-Ära und trat zunächst nur als Roadster mit Faltdach an.

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    Zum Schluss ein Dreiliter

    Im Juni 2000 war der Z3 Roadster mit dem auch in der Dreierreihe verbauten Dreiliter-Sechszylinder und nun satten 231 PS bei 5900 Umdrehungen erschienen.

    BMW Z3 3.0 Roadster (2001) - Hinweis auf den Dreilitermotor
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Spätestens dann konnte sich niemand mehr über fehlende Leistung beklagen, beschleunigte der Dreiliter doch in nur gerade 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Als Spitze wurden 240 km/h gemessen, als Testverbrauch günstige 10,8 Liter Super pro 100 km. Sportlicher, schneller und sparsamer - der Dreiliter war die Krönung der Baureihe, wenn man die M-Version aussen vorlässt. Sauberer war er noch dazu.

    Souverän motorisiert

    Tatsächlich lässt der Dreiliter-Z3 kaum Wünsche offen, auch 20 Jahre später fährt er sich sehr gut. Die Sitze fühlen sich gut an, der Motor dominiert den Gesamteindruck.

    BMW Z3 3.0 Roadster (2001) - vom Motor sieht man leider vor allem Kunststoffabdeckungen
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Sein turbinenartiges Geräusch und seine feinen Reaktionen auf Gaspedalbewegungen machen das Fahren zum reinen Vergnügen, die exakte Fünfgangschaltung komplettiert das Paket zusammen mit der feinfühligen Servolenkung. So geht “Aus Freude am Fahren”!

    BMW Z3 3.0 Roadster (2001) - die Farbe wirkt fast wie "Stealth" - hätte für James Bond gut gepasst
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Dank kompakter Abmessungen (4,05 x 1,74 x 1,293 Meter) und beispielhafter Übersichtlichkeit (bei offenem Verdeck) ist der Z3 mit seiner nostalgischen Formgebung als Zukunftsklassiker sicherlich bereits gesetzt.

    BMW Z3 3.0 Roadster (2001) - sportliches Cockpit, nur wenige Unterschiede zum Z3 Coupé
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Wir danken der Touring Garage für die Gelegenheit, den Ersthand-BMW Z3 3.0 Roadster aus dem Jahr 2002 für eine Fotosession entführen zu können.

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    Quelle:

    Neueste Kommentare

     
     
    ga******:
    30.07.2019 (09:05)
    Da hat sich wohl ein Tippfehler eingeschlichen, ein Audit TT 1.8T der 327 km/h läuft wäre doch recht ungewöhnlich.
    Viele Grüße
    Antwort vom Zwischengas Team (Chefredaktor)
    30.07.2019 (09:12)
    Ups, ja, das wäre ziemlich flott gewesen. EIn Zahlendreher, richtig ist 237 km/h, was immer noch schnell war. Ist jetzt korrigiert. Vielen Dank für Ihren Hinweis!
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