Beim Jubiläums-Concours von Basel im Rahmen der RAID Auto Passion, wie üblich im Vorfeld des RAID Suisse-Paris stattfindend, präsentierten sich 62 Oldtimerwagen aus den Jahren 1923 bis 1980 der von Ruedi Wenger geführten Jury. Es ging um Pokale in den drei Kategorien Vorkriegsfahrzeuge, Nachkriegsfahrzeuge und Sportwagen. Die Vielfältigkeit der konkurrierenden Oldies liess nichts zu wünschen übrig, und es war erstaunlich, wie viele Raritäten und teils sogar noch unbekannte rollende Schätze Fans und Publikum auch heuer bei diesem von H. A. Bichsel organisierten Traditionsanlass zu sehen bekamen.
Ein Hispano-Suiza aus Ravensburg
Während manche der in der wettergeschützten Basler Messehalle 2 angerollten Wagen bereits von früheren Teilnahmen bekannt waren – deswegen aber nicht minder gern gesehen wurden -, versetzten einige dieser Oldies selbst die grossen Kenner ins Staunen.
Zu diesen Raritäten zählte ein Hispano-Suiza H6B des Jahrgangs 1928 mit Aufbau der Karosseriefirma Spohn aus Ravensburg, wo einst ein Grossteil exklusivster Maybach eingekleidet wurden.
Ein mächtiger Volvo
Kaum je ausserhalb von Skandinavien zu sehen war bisher eine mächtige Volvo-Limousine des Typs PV 831 von 1954. Abgesehen von der modernisierten Front, zeigte sie sich noch im Vorkriegsstil mit riesigem Innenraum samt zusätzlichen Klappsitzen, aber vergleichsweise kleinem Kofferabteil. Die in über 6000 Einheiten gebaute Baureihe PV 800 war vor allem für Taxis bestimmt, galt aber auch als „Managertransporter“. Dem Antrieb dient ein 90 PS starker 3670-cm3-Sechszylinder. Der heutige Besitzer hatte diese Rarität in Schweden aufgetrieben.
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Ein ungewöhnlicher Ford Thunderbird
Verblüfft hat in Basel selbst die Designspezialisten ein Einzelstück, das einst bei der Karosseriefirma Ghia SA in Aigle am Ostende des Genfersees entstanden ist. Es war u. a. der legendäre Designer Giovanni Michelotti, der für die Ghia-Stammfirma in Italien wie für den Schweizer Zweig arbeitete.
Das in Basel gezeigte mächtige Coupé aus dem Jahr 1956 basiert auf dem damaligen, noch zweisitzigen Ford Thunderbird. Es galt nach Auskunft des heutigen Besitzers während Jahrzehnten als vermisst, stand kurze Zeit in amerikanischem Besitz und wurde später in der Schweiz in die Kur genommen. Ganz astrein restauriert zeigte es sich zwar nicht, aber es besitzt weitgehend eigenständige Formmerkmale, darunter vor allem die völlig ungewöhnlich lang seitwärts umgebogene Windschutzscheibe.
Ein moderne Rarität
Zwar nicht ein Einzelstück, aber eine weitere Rarität unter den in Basel gezeigten Oldies war ein Lorenz & Rankl. Diese deutsche Marke gab es von 1985 bis 1990. Nur 15 Einheiten wurden von dem Modell Silver Falcon gebaut, einem Sportzweisitzer in klassischem Stil und doch ein wenig als Nachfolger des Mercedes-Benz 300 SL Roadster gedacht. Entsprechend ist er denn auch mit einem 5-Liter-V8 der Stuttgarter Marke ausgerüstet.
Der Rickenbacker
Der ganz grosse Star des Basler Events war hingegen das älteste Teilnehmerauto, ein Rickenbacker 23 B Roadster des Jahrgangs 1923.
Dieser hochbeinige Zweisitzer wurde von der Jury einhellig zum „Best of Show“ erkoren, und seine Story verdient es, an anderer Stelle eingehend nacherzählt zu werden.
Bestklassierte nach Kategorien
- Vorkriegsfahrzeuge:
1. Bugatti Typ 57 Coach Ventoux, 1938
2. MG SA, 1939
3. Hispano-Suiza H6B, 1928 - Nachkriegswagen:
1. Bristol 411, 1970
2. Volvo PV 831, 1954
3. Jaguar Mk V DHC, 1950. - Sportwagen:
1. Ford Thunderbird Ghia Aigle, 1956
2. Jaguar E-Type, 1966
3. Ferrari 400 GT, 1978. - Coupe Belmot:
Rover P4 75, 1951 - Prix Automobil Revue:
Hispano-Suiza H6B, 1928 - Coupe du Président:
Ford Thunderbird Ghia Aigle, 1956 - Best of Show:
Rickenbacker 23 B Roadster, 1923




































































































































































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