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Rallye Monte Carlo 1955 - Amateur gegen Werksfahrer

Erstellt am 20. Januar 2011
, Leselänge 3min
Text:
Bernhard Brägger
Fotos:
Archiv 
3

Die unterschiedlichen Anfahrtsstrecken sind kein Thema mehr. Ob in Athen, Lissabon, München oder Stockholm gestartet wird, die Länge der einzelnen Parcours ist rund 3‘000 Kilometer. Es zählt nicht wie in den 20er- und 30er-Jahren die Länge, sondern die Genauigkeit an den Zeitkontrollen. In den letzten Jahren haben Werke wie Renault, Mercedes, Dyna-Panhard, Citroën oder auch Jaguar bekannte Renn- und Rallyefahrer verpflichtet. Die ersten Werkspiloten werden nicht fürstlich bezahlt wie in der Formel 1, aber die meistens konnten wenigstens ihren Sport betreiben, ohne die Kosten selber tragen zu müssen. Bei Erfolgen soll es natürlich auch Preisgelder gegeben haben. Aber auch geschickte Amateure erhalten Unterstützung. Eine Zweiklassengesellschaft zeichnet sich langsam ab und ausgerechnet die unabhängigen Norweger Per Malling/Gunnar Fadum auf einem 2,3-Liter Sunbeam Mk II verhelfen den Stars zu langen Gesichtern. Der geheime Parcours steht auf ihrer Seite, auf der Seite des Schwächeren. Die Werksfahrer müssen ebenso untrainiert in die letzte Nacht wie die norwegischen Amateure.

Für alle Teilnehmer völlig überraschend, baut der neue Rennleiter Jacques Taffe einen geheimen, 325 Kilometer langen Rundkurs in den Alpes Maritimes ein. Die 80 besten machen erstmals mit dem Col de Turini Bekanntschaft. Eher zaghaft, abtastend – die spektakuläre Nacht der langen Messer lässt noch auf sich warten. Seit der Einführung der Europameisterschaft werden die Wagen unterteilt in Touren- und Gran-Tourisme-Fahrzeuge. Den schwächeren schreibt Monsieur Taffe Mindestdurchschnitte zwischen 47,5 km/h und 51,5 km/h vor, den stärkeren solche zwischen 62 km/h und 66,7 km/h. Doch niemand ist bei Schnee und Eis in der Lage die Sollzeiten einzuhalten. Einzig Maurice Gatsonides auf einem Aston Martin schafft es knapp und kann dadurch seinen auf der Anfahrtsroute eingehandelten Rückstand verringern. Der überraschende zweite Rang der Franzosen Georges Gillard Roger/Dugat auf Dyna-Panhard mit 850 ccm-Motor beruht auf dem Koeffizienten, der die schwachen Fahrzeuge übermässig bevorteilt. In seinem Schlusskommentar rühmt ein französischer  Journalist den Erfolg des kleinen Dyna-Panhard in höchsten, leicht chauvinistischen Tönen und schreibt, dass Dyna-Panhard die Fahne der französische Automobilindustrie hochhalte und den ersten Platz ganz nah vor dem Gesamtsieg errungen habe!

P.S. Diese Episode ist allen Pechvögeln gewidmet. Auf dem 82. Platz klassiert sich der Deutsche Ruprecht Hopfen mit einem DKW (896 ccm). Elf Kilometer vor dem Ziel des 325 km langen Bergrundkurses führt er das Klassement noch an. Bei einem Überholmanöver schlägt er gegen einen Felsen, zerstört dabei die Scheinwerfer, die Frontscheibe und was viel verheerender ist - die Benzinpumpe. Sein Beifahrer versucht zu improvisieren und versorgt den Vergaser aus einem Behälter direkt mit dem nötigen Zweitaktgemisch. Das geht nicht lange gut: Plötzlich brennt der DKW lichterloh! Ob dies der Grund ist, dass Hopfens Beifahrer in der Rangliste nicht erwähnt wird?

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