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Bild (1/1): Ford Escort GT "Monte Carlo" Frua (1971) - im Hafen von Monte-Carlo (Monaco) (© Pietro Frua, Turin (I), 1971)
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    Zweitverwertung - zwei Coupé-Karosserien von Pietro Frua für den Ford Escort

    13. Mai 2017
    Text:
    Stefan Dierkes
    Fotos:
    Pietro Frua, Turin (I) 
    (5)
    Bruno von Rotz 
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    Stefan Dierkes 
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    Nachdem im August 1968 die Produktion des Glas 1300/1700 GT-Nachfolgers BMW 1600 GT eingestellt wurde, konnte Frua dessen Design wieder frei verwenden.

    Glas 1300 GT Coupé, Frua (1963) - Reproduktion der Skizze von Pietro Frua
    © Zwischengas Archiv

    Der erste Wurf - Ford Escort Frua Coupé „Monte Carlo“

    Am 10. November 1970 notierte er die Projektnummer 369 für ein Coupé auf Basis der modifizierten Glas GT Karosserie auf dem "Fahrgestell" des Ford Escort 1300 Mk1. Es sollte sich nach der VW Stufenhecklimousine (1961) und dem Opel Kadett A Spider (1964) um seinen letzten Versuch handeln, noch einmal mit einem Großserienhersteller eines erfolgreichen Kompaktwagens ins Geschäft zu kommen.

    Ford Escort GT "Monte Carlo" Frua (1971) - das Pietro Frua Coupé „Monte Carlo“ im Hafen von Monte-Carlo (Monaco) mit dem Casino im Hintergrund
    © Copyright / Fotograf: Pietro Frua, Turin (I)

    Das Holzmodell des GLAS GT befand sich noch immer in Fruas Werkstatt und mit wenigen Kreidestrichen skizzierte er die Änderungen direkt auf der Konstruktionszeichnung des Glas GT: Die Front verlängerte er mit eingezogenen Scheinwerfern und Lufteinlass unter der Stoßstange im Stil seines Maserati Mistral, und hinten wurde das Fließheck zu einem leicht angedeuteten Stufenheck mit rechteckigen Rückleuchten modifiziert.

    Ford Escort GT "Monte Carlo" Frua (1971) - Präsentation  des 1971 Ford Escort GT „Monte Carlo“ auf dem Frua-Stand beim 58. Salon de l´Automobile in Paris (7.–17.10.1971)
    © Zwischengas Archiv

    Erst ein knappes Jahr später wurde der kupferbraun lackierte Ford Monte Carlo GT vom 7. bis 10. Oktober 1971 auf dem Pariser Salon ausgestellt. In ihrer Ausgabe vom 7.10.1971 beschreibt die Automobil Revue den Wagen wie folgt:
    „Auf der Basis des Ford Capri 1600 hat Frua ein Monte Carlo GT getauftes 2+2plätziges Coupé gebaut. Auch hier handelt es sich um eine Stilstudie, die eine Alternative zu der charakteristischen, eine ausgeprägt individuelle Note aufweisenden Capri-Karosserie verkörpert. Mag diesem Gegenvorschlag als Diskussionsgrundlage zwar einige Berechtigung zukommen, so vermag er hinsichtlich Originalität doch weniger zu überzeugen als der Serien-Capri, so wie er von den Ford-Leuten geschaffen worden ist. Der Monte Carlo GT weist gerundete Linien und unprofilierte Flächen auf. Die Gürtellinie steigt sanft bis zur Höhe der unteren Fensterlinie an und senkt sich nach hinten in der gleichen Parabellinie wieder ab. Das Dach wirkt durch seine Wölbung etwas unmodern. Während die Front keilförmig in die rundum geführte Stossstange ausläuft, wird das Heck von einer senkrechten niedrigen Abschlusswand gebildet. Im Vergleich zum Original-Capri wurden die Masse mit 422 x 161 x 132 cm wenig verändert.“

    Frua verkauft den Wagen an die Frau eines Architekten, die ihn an Silvester 1975 in der Schweiz zulässt. Seit Juli 2002 befindet sich der Monte Carlo GT bei seinem dritten Besitzer in Neuchâtel, der den Wagen auch restauriert hat.

    Ford Monte Carlo GT Frua (1971) - am Concorso d'Eleganza Italiauto in St. Urban am 3. Mai 2015
    © Copyright / Fotograf: Bruno von Rotz

    Der zweite Wurf: Ford Escort Frua Coupé „Mexico“

    Frua konnte mit dem Monte Carlo GT das Interesse von Fords PR-Chef und Rennleiter Walter Hayes wecken und lieferte ein zweites, rot lackiertes Escort 1600 GT „Mexico“ Coupé mit dem vom GLAS GT bekannten Fastbackheck an Fords britische Motorsportabteilung „Advanced Vehicles Operations“ (AVO), die die Möglichkeit einer Kleinserie von 500 Stück prüfen sollte.

    AVO-Produktmanager Mike Moreton erinnert sich in seinem 2007 erschienen Buch „Rallye Sport Fords“, dass der Ford Mexico GT mit großer Skepsis in England getestet wurde. Die AVO-Ingenieure konnten sich den „Damenwagen“ nicht in ihrem Rallye-Programm vorstellen und der Transport von Karosserien von Italien nach England wurde als unwirtschaftlich erachtet. So lautete ihre abschließende Empfehlung: „Nein, danke!“

    Ford Mexico GT Frua (1971) - eleganter konnte man den Mexico alias Escort kaum verpacken, Pietro Frua machte es möglich - Erinnerungen an den Glas 1300 GT sind nicht ganz zufällig
    © Zwischengas Archiv

    Geoffrey P. Howes schreibt in der britischen Autocar (25. Oktober 1973): “Ford looked very hard and closely at this vehicle before deciding it was not quite what they wanted” und schließt seinen sehr positiven Fahrbericht mit bedauernden Worten darüber, dass der Wagen nicht gebaut würde: “What a sad loss to the sports car world”.

    Ford Mexico Frua Coupé (1971) - das von Pietro Frua 1972 fertiggestellte und in Turin fotografierte Ford GT Coupé „Mexico“ neben einem Ford Escort Serienmodell 1971
    © Copyright / Fotograf: Pietro Frua, Turin (I)

    1974 wird der Frua Mexico GT an den Architekten des Ford PR-Vizepräsidenten verkauft. Nach weiteren Besitzerwechseln starb das Fahrzeug 1997 fast den Flammentod. Doch das Fahrzeug überlebte, gelangte nach Neuseeland, wurde dort restauriert und erschien schließlich 2007 beim 21. Annual British Car Day des British Car Club of New Zealand.

    Der erste der beiden Frua Escorts, der 1971 Ford Monte Carlo GT, wird am 21. Mai 2017 von Auto Enchères in Montreux versteigert .

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