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Bild (1/3): Denzel Sport 1300 (1955) - nein, kein Porsche, aber aus Österreich (© Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's, 2019)
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    WD Denzel Sport 1300 - die österreichische Konkurrenz für den Porsche

    12. Juni 2019
    Text:
    Bruno von Rotz
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
    (9)
    Bruno von Rotz 
    (15)
    Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's 
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    Wolfgang Denzel, geboren 1908 in Graz, hatte sicherlich Benzin im Blut. Schon während seines Technik-Studiums entwickelte er anfangs der Dreissigerjahre sein eigenes Motorrad. Bereits 1934 gründete er als Ingenieur eine eigene Firma und übernahm die BMW-Vertretung für die Steiermark und Kärnten. Vier Jahre später erstellte er an der Gumpendorferstrasse 19 in Wien einen Standort in der Landeshauptstadt. Und kurz nach dem Krieg begann er mit der Entwicklung seines eigenen Sportwagens.

    Denzel Sport 1300 (1955) - kurzer Radstand, gedrungene Form
    © Copyright / Fotograf: Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's

    Schwierige Nachkriegszeit

    Es waren keine guten Jahre, es fehlte an fast allem nach Ende des zweiten Weltkriegs. Allerdings gab es einige beschädigte VW-Kübelwagen, aus denen man noch etwas machen konnte, z.B. Lieferwagen und Nutzfahrzeuge. Der rennsportlich begeisterte Wolfgang Denzel aber dachte lieber über Sportwagen nach und setzte 1948 eine knappe Kunststoffkarosserie auf das Käfer-Chassis. Volkswagen WD Equipment hiess das Gefährt, das auf Türen genauso verzichten musste wie auf einen starken Motor.

    Trotzdem konnte Wolfgang Denzel mit dem flachen Sportwagen, der in knapp einer Handvoll Exemplare entstand, einige Motorsporterfolge einfahren. Dass im selben Land gleichzeitig auch noch der erste Porsche entstand, der dem Sportwagen Denzels auch noch ähnlich sah, war ein reine Fügung des Schicksals.

    Kontinuierliche Verbesserung

    Dank der Einstellung eines Spenglers konnte Denzel ab 1950 auf Stahlblech als Basis für die Karosserie wechseln. Nun gab es auch Türen, aber noch immer diente das Käfer-Chassis als Grundlage. Doch auch dieses musste weichen, denn Denzel entwickelte mit seinem Konstrukteur Hubert Stroinigg ein eigenes Fahrgestell, das aus einem Kastenträger und versteifenden Stahlrohren bestand.

    WD Denzel Sport (1953) - Wolfgang Denzel und sein Sportwagen mit aufgesetztem Stoffdach
    © Archiv Automobil Revue

    Ausgerüstet mit Käfer-Aufhängungselementen und dem Motor aus dem Wolfsburger Krabbeltier ging das Modell 1953 in Serienausführung an den Autosalon von Genf, wo es gebührend bewundert wurde.

    Die Automobil Revue schrieb im März 1953:
    “Zum, erstenmal in Genf ist die Marke W D, eine in Österreich von Wolfgang Denzel vorgenommene Weiterentwicklung des VW. Gitterrahmen aus Kastenprofilen, Motoren mit gesteigerter Leistung und leichte, strömungsgünstige Roadster-Karosserien verleihen diesen Wagen etwas Spritziges und dürften sie auch zu bemerkenswerten Fahrleistungen befähigen.”

    Auch der Zeitschrift Auto Motor und Sport war der “Denzel-Sport” in der Salon-Berichterstattung ein Foto und einige Kommentare wert.

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    Preiswert und leistungsfähig

    Die Automobil Revue erhielt bereits im März 1953 einen “Denzel-Sport 1,3 Liter” zur Probefahrt und berichtete halbseitig über die Erkenntnisse mit dem österreichischen Sportwagen:

    “Dass ein mit allen Wassern gewaschener Autosportler den Wagen entwickelt hat, spürt man schon nach kurzer Zeit. Fahreigenschaften, Leistung und Ausrüstung sind nicht für den Stadtverkehr und noch weniger für den bequemen Luxusjünger gedacht, sondern für jemanden, der entweder rasch, sicher, angenehm und billig vorwärtskommen will oder ohne Investition eines Riesenkapitals an Sportveranstaltungen mitzumachen gedenkt.
    Sobald einmal die nötigen 25 Exemplare gebaut sind – dies dürfte kaum mehr lange dauern — wird der Wagen in unsere Seriensportwagenkategorie eingeteilt werden und dort zweifellos recht gute Figur machen können.

    Der Prototyp besitzt ein Trockengewicht von rund 650 kg, so dass er also mit seiner Bremsleistung von 45 PS auf ein Leistungsgewicht von rund 14,5 kg/PS kommt. Seine Elastizität entspricht dabei derjenigen eines guten Tourenwagens, obwohl man den Motor auf hohe Drehzahlen (gegen 6000 U/min) jagen darf und bis weit hinauf auch etwas rauskommt. Eine Überprüfung der Beschleunigung von 0 auf 100 km/h des mit zwei Personen besetzten Wagens ergab auf den ersten Anhieb die hervorragende Zeit von 14 Sekunden. Dabei waren die beiden unteren Gänge noch nicht so günstig untersetzt, wie sie es in Zukunft sein werden.

    Eine scharfe, wenn auch kurze Bergprüfungsfahrt über Waldwege, Schnee und Glatteis liess rasch erkennen, dass Lenkung, Bremsen und Fahreigenschaften echter, und guter Sportwagentradition entsprechen. Der Fahrer spürt die beinahe ideale Gewichtsverteilung (etwa 48 % vorne, 52 % hinten) durch die Stabilität in den Kurven. Dank einer sorgfältigen Abstimmung der Stossdämpfer haften die Räder hervorragend auf dem Boden und verursachen weder ein Schnappen noch ein Springen des Wagens. Eine Kurvenneigung ist praktisch nicht vorhanden, da fast kein Kippmoment entsteht.

    Die grossdimensionierten, gutgekühlten Bremsen und die leichte, aber bei jedem Tempo genügenden Kontakt gewährende Lenkung lassen schon nach kurzer Zeit eine volle Ausnützung der erheblichen Motorleistung zu.”

    WD Denzel Sport (1953) - Blick ins Cockpit
    © Archiv Automobil Revue

    Viel Lob für einen neuen Sportwagen, den es zu diesem Zeitpunkt in kaum einem Dutzend Exemplare gab! 150 km/h Höchstgeschwindigkeit und eine komplette Ausrüstung inklusive 65-Liter-Tank vervollständigten den attraktiven Roadster, der von vorne fast gleich aussah wie von hinten.

    WD Denzel Sport (1953) - Technik aus dem VW Käfer
    © Archiv Automobil Revue

    CHF 12’800 lautete der Verkaufspreis in der Schweiz im Jahr 1953, für eine gute Vertretung  und zuverlässigen Service hatte der Unternehmer Denzel bereits gesorgt. Es sollte der Anfang einer erfolgreichen Exportgeschichte werden.

    Aluminium anstatt Blech

    Für das Jahr 1954 kam eine zusätzliche Version mit Aluminium-Karosserie und schmälerem Aufbau ins Programm, die Basis für viele Sporterfolge.

    Die Zeitschrift Auto Motor und Sport kündige diese Neuerung in der Motorsport-Rubrik "Runde um Runde" an:
    "Der besonders für Langstrecken-Wettbewerbe auf schlechten Alpenstraßen geeignete
 Denzel-Sportwogen präsentierte sich auf der Int. Automobilausstellung in Wien in
 seiner letzten Form. Er hat jetzt eine um 12 cm schmalere Karosserie, und im Bug ist
 ein Ölkühler untergebracht. Die dafür notwendige Lufteintrittsöffnung veränderte das
Gesicht dieses sehr leichten Fahrzeuges. Der in der Mehrzahl mit einem 1300 ccm-
Motor ausgerüstete Sportwagen ist in 3 Varianten erhältlich. Einmal mit einem 54 PS 
1300 ccm Standard-Molor, dann als Serien-Super mit 65 PS und schließlich als
 1500 Sport International mit etwa 80 PS. Nachdem der Denzel-Sport als Gran Turismo
 homologiert wurde – wir bezweifeln zwar sehr die Grundlage zu dieser Anerkennung,
da unsers Wissens die Stückzahl von 100 gefertigten Wagen im Jahr bei weitem nicht
erreicht wird – dürfte er besonders in Rallyes ein beachtlicher Konkurrent der Porsches 
werden."

    Der grösste Triumpf war sicherlich der Gesamtsieg bei der französischen Alpenfahrt über 3500 km im selben Jahr mit dem Chef persönlich hinter dem Lenkrad.

    WD 1500 Sport International (1957) - Denzel-Sportwagen mit Porsche- und VW-Teilen - Genfer Autosalon 1957
    © Archiv Automobil Revue

    Auch viele andere Rennfahrer setzten sich hinter das Steuer des wendigen Roadsters und fuhren bei Rallyes und Strassenrennen Erfolge ein.

    Bernina Gran Turismo 2019

    Überschaubare Serienproduktion

    Die Herstellung des Sportwagens an der Gumpendorferstrasse in Wien erfolgte weitgehend von Hand, was den Wagen vor allem im Vergleich zur Konkurrenz teuer werden liess. 1958 wurden in der Schweiz vier Ausführungen (Sport 1300, Super Sport 1300, Sport 1500 und International Sport) mit Preisen zwischen CHF 14’980 und 21’900 angeboten. Zum Vergleich erhielt man einen Porsche 356 A ab CHF 15’950, einen 1500 GS Carrera mit immerhin 100 PS ab CHF 23’000.

    Denzel konnte nicht mehr ganz mithalten und auch die Suche nach einem neuen Vertriebspartner für Deutschland im Jahr 1959 verlief wohl im Sande.

    Denzel Inserat in der Zeitschrift Auto Motor und Sport 1959 - Vertrieb für Deutschland gesucht
    © Zwischengas Archiv

    1960 jedenfalls wurde die Produktion gestoppt, etwa ungefähr 200 Sportwagen dürften bis dahin gebaut worden sein (andere Quellen sprechen von 300 Autos).

    Ideales historisches Sport- und Rallye-Gerät

    Auch im historischen Renn- und Rallye-Sports tauchten die Denzel Sport und Super Sport sowie International Sport immer wieder auf.

    WD Denzel 13 (1955) - 1981 wurden auf dem Nürburgring 50 Jahre Porsche gefeiert, dabei auch von Lerben mit dem Denzel und der Rom-Lüttich-Ur-Porsche
    © Copyright / Fotograf: Archiv Beat von Lerber

    Der Schweizer Beat von Lerben, der Gründer der “Gruppe Historischer Sportfahrzeuge” und damit Wegbereiter für den historischen Rennsport in der Schweiz, besass in den Achtzigerjahren einen der seltenen Denzel mit Alukarosserie und fuhr ihn an vielen Veranstaltungen.

    Auch in Portugal

    Schon früh begann Wolfgang Denzel seinen Sportwagen in die halbe Welt zu exportieren, darunter Grossbritannien, die USA und auch Portugal. So gelangte wohl auch der Wagen mit der Fahrgestellnummer DK32 nach Westeuropa, vermutlich der 32. gebaute Denzel überhaupt. Als 1,3-Liter entsprach er wohl weitgehend der 1953 in der Automobil Revue beschriebenen Spezifikation.

    Denzel Sport 1300 (1955) - Blick ins Cockpit
    © Copyright / Fotograf: Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's

    Der Käfermotor leistete im Denzel mit 1281 cm3 bei einer Verdichtung von 7:1 dank zwei Solex-Doppelvergasern etwas über 60 PS bei 5400 Umdrehungen. Danke eines Leergewichts von nur wenig mehr als 600 kg und kompakten Abmessungen (3,6 x 1,62 Meter) bot der Wagen gute Voraussetzungen für sportliche Fahrleistungen, schliesslich war ein Leistungsgewicht von 10 kg pro PS damals nur den schnellsten Sportwagen vorbehalten. Trotzdem wurde dem Wagen ein geradezu sparsamer Benzinverbrauch von 7 bis 7,5 Litern pro 100 km zugeschrieben. Rennmässig durfte es dafür aber beim Fahren natürlich nicht zugehen.

    Denzel Sport 1300 (1955) - kräftiger Käfer-Motor
    © Copyright / Fotograf: Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's

    DK32 gehört zu den wenigen Überlebenden seiner Spezies. Er präsentiert sich heute in bestens restauriertem Zustand und wird im September 2019 von RM/Sotheby's im Rahmen der Sáragga-Sammlungs-Auktion in Portugal versteigert.

    Denzel Sport 1300 (1955) - die Karosserien wurden aus Aluminium- oder Stahlblech gedengelt
    © Copyright / Fotograf: Tom Wood - Courtesy RM/Sotheby's

    Wolfgang Denzel starb übrigens im Jahr 1980. Seinen grössten Beitrag zur Automobilgeschichte leistete er vermutlich mit der Entwicklung des BMW 700 , der bekanntlich wesentlich zum Überleben des Münchner Autoherstellers BMW beigetragen hat. Aber dies ist eine andere Geschichte und sie wurde auch anderswo bereits erzählt.

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    Ru******:
    18.06.2019 (08:22)
    Dankeschön für den Bericht des Denzel. Gäbe es denn die Möglichkeit, rechtlich abgesichert, daß Sie die Quellen auch benennen, die etwas über die Stückzahl aussagen? "andere Quellen" liest sich immer so lapidar! Und auch prima, daß Sie im letzten Satz den BMW 700 ganz richtig als Lebensretter BMW´s bezeichnen. Es wird in vielen Beiträgen in diesem Zusammenhang immer nur die Neue Klasse genannt, das ist schlicht falsch. Der 700er war es, der bis 1963 die entscheidend hohen Stückzahlen brachte.
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