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Bild (1/1): Vanden Plas Princess 4-Litre R (1966) - der richtige Wagen für den Schlossherren (© Daniel Reinhard, 2013)
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    Vanden Plas Princess 4 Litre R - feinste britische Fahrkultur mit Rolls-Royce-Manieren

    Erstellt am 18. Juli 2013
    Text:
    Stefan Fritschi
    Fotos:
    Daniel Reinhard 
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    Vanden Plas gehört zu den Marken, von denen jeder autophile Mensch schon mal etwas gehört hat.

    Aber nur die wenigsten können sie richtig einordnen. Die britische Tochterfirma des belgischen Kutschenherstellers Van Den Plas feiert 2013 ihr 100 Jahr-Jubiläum. Das Spitzenmodell in der gesamten Geschichte war das Repräsentationsfahrzeug Princess 4 Litre R mit Rolls-Royce-Sechszylinder von 1964.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1966) - wohnliches Interieur
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Unmissverständliches Understatement

    Logo Vanden Plas 4 Litre %Der Berner Versicherungsfachmann André Burri freut sich jedes Mal, wenn er mit seinem 1966er Vanden Plas Princess 4 Litre R (interner Entwicklungscode ADO66, “ADO” stand für “Amalgamated Drawing Office”, was „Vereinigtes Konstruktionsbüro“ bedeutet) vorfährt.

    Selbst ergraute Herren sind unsicher, welches Auto sie vor Augen haben. Dass es ein Engländer ist, sieht man ihm an. Er ist einfach britisch zurückhaltend in der Form, aber trotzdem in seiner Kernaussage unmissverständlich: ich bin ein edles Auto. Für einen Jaguar fehlt es an geduckter Eleganz. Bentley oder Rolls Royce scheiden aufgrund des Kühlergrills aus. Deshalb tippt so mancher auf Rover. Oder es könnte eine der unbekannten Marken wie Wolseley oder Riley sein.

    Bei einer Ausfahrt in Deutschland kam ein Mercedes-Fan gar auf die verwegene Idee, es handle sich um den Prototyp eines nie realisierten kleinen Bruders der Heckflosse. Tatsächlich könnte man das Heck mit den horizontalen Leuchten Mercedes oder gar Audi zuordnen.

    Und selbst wenn der „Vanden Plas“-Schriftzug am Heck entziffert ist, löst sich das Rätsel nicht immer. Wer auf Austin tippt, kommt der Sache schon recht nahe, trifft aber immer noch haarscharf daneben. Aber André Burri ist immer zur Stelle und erklärt dem technisch interessierten Knaben wie dem gestandenen Mann gerne und ausführlich, dass er vor einem raren Stück aus der Blütezeit des feinen britischen Fahrzeugbaus steht. Und was die Motorisierung anbelangt, ist die Erklärung kurz und bündig: „der beste Motor der Welt“ - von Rolls-Royce.

    Vanden Plas ist fast jedem irgendwie bekannt

    Die Marke Vanden Plas ist uralt; sogar älter als das Automobil. Die Anfänge findet man 1870 in Belgien, als unter dem Namen „Van Den Plas“ Räder, Wagenteile und später ganze Kutschen fabriziert wurden. Der hervorragende Ruf der belgischen Droschken ging bis nach England. Der Export war so erfolgreich, dass man sich 1913 entschied, eine Dependance auf der Insel einzurichten. Diese wurde später sogar wichtiger als das belgische Mutterhaus, welches am Ende des zweiten Weltkrieges seine Produktion einstellte.

    In England waren die Handwerkskünste der Kutschenbauer bei der Autoindustrie sehr gefragt. Vanden Plas lieferte Karosserien für Rolls-Royce, Daimler, Lagonda, Bentley, Armstrong-Siddeley oder Alvis. Nach dem Krieg kam Vanden Plas unter die Fittiche von Austin Motors. Deshalb entstanden in der Manufaktur in Kingsbury bei London drei Generationen der neuen grossen Austin-Limousine Princess A120 und A135.

    Die vierte Generation ab 1956 hiess nicht mehr Austin, sondern firmierte als eigene Marke Namens „Princess“. Diese neue Bezeichnung sollte die teuren Autos von den preisgünstigeren Austin-Modellen abgrenzen.

    Austin A 110 Westminster Mark II (1964) - Vorgänger des 3 Litre, bereits mit Sechszylindermotor
    © Zwischengas Archiv

    Als 1959 der neue Austin Westminster A99 und das Schwestermodell Wolseley 6/99 (ab 1961: Mk II als A110 und. 6/110) im Pininfarina-Kleid auf den Markt kamen, lag die Entscheidung nahe, auch davon eine „Princess“-Version zu lancieren.

    Vanden Plas Princess 3-Litre Mark II (1963) - mit Sechszylinder-Motor bereits auf Oberklassen-Niveau
    © Zwischengas Archiv

    Im Oktober 1959 kam so der Princess 3 Litre auf den Markt. Allerdings wurde die Bezeichnung „Princess“ vom Publikum nie als Marke verstanden. Die Öffentlichkeit sprach trotzdem weiterhin vom Austin Princess. Deshalb wurde entschieden, die Fahrzeuge ab Mai 1960 als Vanden Plas Princess 3 Litre zu verkaufen.

    Vanden Plas war jetzt wieder Autohersteller, auch wenn die Hauptaufgabe nur darin bestand, andere Konzernmodelle zu veredeln. Wolseley, Riley und MG taten das gleiche: die Briten waren in jener Zeit die ungekrönten Könige des Badge-Engineering. So gab es praktisch von jedem Modell eine Vanden Plas-Variante. Dass sogar eine mit Rolls-Royce-Triebwerk entstand, ist der Anlass für diesen Bericht.

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    Gescheitertes Projekt „Baby-Bentley“ mit BMC…

    In den sechziger Jahren gab es Überlegungen von Rolls-Royce, für die Tochtermarke Bentley ein Einsteiger-Modell zu lancieren. Der Hintergrund war, dass mit einem solchen Fahrzeug eine jüngere, weniger traditionsorientierte Käuferschicht erreicht werden konnte. Dazu war auch in der Luxusklasse der allgemeine Trend zu kleineren Abmessungen, grösseren Stückzahlen und zur selbsttragenden Karosserie unverkennbar. Aber diese verunmöglichte praktisch die traditionelle Manufakturfertigung.

    Deshalb entstanden verschiedene Studien wie der sportliche Alpha oder die Limousinen Java und Bengal. Von letzterem war auch eine Rolls-Royce-Variante namens Rangoon im Gespräch. Für die Realisierung eines solchen Projekts suchte man eine Kooperation mit dem BMC-Konzern. Der technische Unterbau - mit Ausnahme des Motors -  sollte der Vanden Plas Princess 3 Litre mit selbsttragender Karosserie beisteuern. Doch das Projekt wurde zugunsten der späteren Rolls-Royce Silver Shadow und Bentley T-Series aufgegeben.

    Zurück blieb der eigens für das Projekt weiterentwickelte Motor. Rolls-Royce baute für Militärfahrzeuge bereits die B40/B60/B80-Aggregate mit vier, sechs und acht Zylindern aus Grauguss. Speziell für die Anwendung im neuen Einsteigermodell entstand aus dem B60 der FB60. Zylinderkopf und Motorblock wurden auf Aluminium umgestellt, was viele konstruktive Änderungen und Anpassungen bedingte und praktisch einer Neukonstruktion gleichkam.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1964) - Querschnitt durch den Motor, der 175 PS bei 4800 U/min entwickelt
    © Zwischengas Archiv

    Ausserdem mussten dem Armeemotor durch Feintuning zivile Manieren beigebracht werden. Unter anderem verhalf jetzt eine siebenfach gelagerte Kurbelwelle zu  Rolls-Royce-typischem seidenweichem Motorlauf. Der Hubraum betrug 3909 cm³, die Leistung wurde mit 175 PS bei 4800 Umdrehungen angegeben.

    Die Gemischaufbereitung besorgten zwei SU-Horizontalvergaser. Geschaltet wurde mit einer ebenfalls neu entwickelten amerikanischen Borg-Warner-Dreigangautomatik, deren Wählhebel am Lenkstock sass.

    … wird zum Vanden Plas 4 Litre R(olls-Royce)

    Die Vorarbeiten für den Einbau dieses Technikpakets in den Princess 3 Litre waren soweit fortgeschritten, dass es schade gewesen wäre, das Projekt einzustampfen. Der 3 Litre von 1961, welcher im Wesentlichen eine veredelte Version des Austin A110 Westminster (ADO53) war, wurde deshalb 1964 in den 4 Litre R (für „Rolls-Royce“) weiterentwickelt.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1964) - eine gewisse Eleganz ist der Karosserie nicht abzusprechen
    © Zwischengas Archiv

    Während sich der 3 Litre nur durch Grill, Zusatznebelleuchten und Edel-Interieur vom Westminster unterschied, spendierte man dem 4 Litre R ein ganz neues Heck ohne Flossen und mit horizontalen statt vertikalen Leuchten. Die Front mit dem Vanden Plas-spezifischen Kühlergrill und separaten Nebelscheinwerfern wurde - mit Ausnahme von geänderten Blinkern - vom 3 Litre übernommen.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1964) - mit gestutzten Flossen, gegenüber dem 3 Litre Mark III
    © Zwischengas Archiv

    Der Bentley Bengal und der Rolls-Royce Rangoon hätten wahrscheinlich genauso ausgesehen, ausser dass sie mit Doppelscheinwerfern und dem jeweiligen Grill ausgestattet worden wären.

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    Leise, komfortabel, schnell

    Vordere Trapez-Dreiecksquerlenker mit Schraubenfedern und Kolbendämpfern und eine hintere Starrachse mit Halbelliptikfedern und Teleskopdämpfern sorgten für ein sänftenartiges Fahrgefühl. Gebremst wurde mit vorderen Lockheed-Servo-Scheibenbremsen und Bremskraftverteiler. Hinten waren Trommelbremsen an Bord, welche anhand des Bremsdrucks und der Verzögerung der Räder die Bremskraft so dosierten, dass das Blockieren der Hinterräder verhindert wurde - also eine Art Antiblockiersystem.

    Die Lenkung war mit der Hydrosteer-Unterstützung ausgestattet. Die 175 PS bedeuteten gegenüber dem 3 Litre eine Mehrleistung von 55 PS. Trotz schlechter Aerodynamik wurde die Höchstgeschwindigkeit mit 180 km/h angegeben.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1964) - mit zwei SU-Vergasern und einem Zylinderblock aus Leichtmetall
    © Zwischengas Archiv

    Mit solchen Leistungsdaten konnte sich der Vanden Plas sehr gut neben Jaguar oder Mercedes sehen lassen, und auch den Rover P5 und P6 war er weitaus überlegen. Selbst der 1967 erschienene Buick-V8 konnte da nicht mithalten. Der 73 Liter-Tank war recht üppig, der Benzinverbrauch von rund durchschnittlich 14 bis 18 Litern Normalbenzin laut Werksangabe allerdings auch.

    Verschwenderischer Luxus für bis zu sechs Personen

    Die gesamte Technik inklusive Motor wurde im Morris-Werk in Cowley in die Stahlkarosserie eingebaut und zu Vanden Plas nach Kingsbury transportiert, wo das Interieur hinzukam. Es glänzt mit verschwenderischem Luxus in Form von massivem Nussbaum-Echtholz beim Armaturenbrett und Volllederpolsterung mit Armlehnen.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1966) - für die Bedienung des Radios musste der Beifahrer zur Verfügung stehen
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Die Smiths-Instrumentierung und die zahllosen, mit Abkürzungen beschrifteten Schalter liessen keine Wünsche offen. Der Blinkerhebel trug eine grüne Leuchtkappe, und selbst ein verstopfter Ölfilter wurde dem Chauffeur per Warnlampe angezeigt. Umluftschalter, elektrische Uhr, Zigarrenanzünder, Kartenleselampe und abschliessbares Handschuhfach wirkten beinahe selbstverständlich. Die Übersicht war grandios, der Wagen liess sich zielgenau und sicher dirigieren.

    Dank einer Aussenlänge von 4,78, einer Breite von 1,75 und einer Höhe von 1,50 Metern sassen vier Passagiere sehr bequem und fünf Menschen immer noch passabel im üppigen Gestühl. Wahlweise konnte man den Wagen als Sechssitzer mit durchgehender Vorderbank bestellen. Für die Fondpassagiere durften natürlich die obligatorischen Ausklapptischchen mit Becherhalter nicht fehlen. Die Beinfreiheit war dank des langen Radstandes von knapp 2,80 Metern ausgezeichnet. Auch eine Separation in Form einer Glasscheibe hinter den Vordersitzen, eine beheizbare Heckscheibe sowie Klimaanlage waren lieferbar.

    Die Automobil Revue widmete deshalb im August 1964 auch einen grossen Teil des Neuvorstellungsberichtes der Technik und insbesondere den Feinheiten des Rolls-Royce-Motors, welcher (Zitat) „einiges an Prestigebedürfnis befriedigen wird“.

    Damals nur ein (bereits veralteter) Edel-Austin

    Trotz aller Finessen und Marketing-Superlative blieb das Fazit schliesslich ernüchternd, und Vanden Plas-Fans sollten hier nicht weiterlesen: der 4 Litre R ist nichts anderes als ein mit viel Luxus und Rolls-Triebwerk aufgewerteter Austin 3 Litre, der trotz Pininfarina-Design bereits veraltet war, als er 1964 auf den Markt kam. Den viel moderneren Rover P6 gab es schon ein Jahr länger und er zeigte dem Princess - zumindest optisch - wo die Reise hinging. Auch die Automobil Revue sprach bereits bei der Neuwagenvorstellung höflich von einer „Patina, die wohlhabenden, gesetzten und nicht auf äusseren Schein erpichten Fahrern zusagen wird“.

    Und die Kundschaft, die gerne viel ausgab, ohne es nach aussen zu zeigen (etwa wie heute bei einem VW Phaeton), war damals dünn gesät. Deshalb erstaunt es nicht weiter, dass die bei der Lancierung genannte Jahresstückzahl von 5000 bis 6000 Exemplaren nie erreicht worden ist. Über vier Jahre entstanden – je nach Quelle - zwischen 6555 und 6781 Stück.

    Der Preis in der Schweiz betrug im Jahr 1965 27’950 Franken. Zum Vergleich: der Rover 3 Litre kostete 21’350,  der Mercedes 300 SE 31’200 und der Rolls Royce Silver Cloud 67’700 Franken. Kaum ein halbes Dutzend Autos dürften in die Schweiz ausgeliefert worden sein.

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    Über die Hälfte ging nach USA

    Der wichtigste Exportmarkt für Oberklasse-Engländer war Amerika. Rolls-Royce- und Bentley-Händler hatten aber kein Interesse an dem „Mischling“. BMC vertrieb Vanden Plas über das Netzwerk der Jaguar-, Triumph-, MG- und Austin-Händler. Allerdings hatte Jaguar seine eigenen Luxus-Limousinen. Triumph- oder MG-Kunden suchten sportliche Autos und den Austin-Verkäufern war der eigene Westminster schon Luxus genug.

    Viele Mehrmarken-Händler von Import-Fahrzeugen aller Art verkauften schliesslich den grössten Teil der beachtlichen Zahl von rund 4500 Fahrzeugen, die über den grossen Teich geliefert wurden.

    Die Queen fuhr 4 Litre R als Shooting Brake

    Ein Princess 3 Litre wurde 1961 zum Countryman-Kombi umgebaut. Dieser ging 1963 leihweise an Queen Elisabeth II., um sie von ihrem Vauxhall Estate abzubringen. Es funktionierte. Der königliche Fuhrpark bestellte einen Countryman und 1966 sogar einen zweiten - diesmal auf Basis des 4 Litre R. Dieses Auto benutzte sie bis 1969 für die Jagd. Insgesamt dürften rund ein halbes Dutzend Vanden Plas Countryman Modelle entstanden sein.

    Ein weiteres berühmtes Auto war der 4 Litre R mit dem britischen Nummernschild „BMC1“. Mit diesem Auto liess sich der BMC-Vorsitzende Sir Leonard Lord chauffieren. Allerdings nicht sehr lang. Anhand der Nummer erkannten erboste BMC-Kunden den Chef und hielten das Auto an, um sich über die schlechte Qualität der Produkte zu beschweren. Sie fuhren wahrscheinlich keinen 4 Litre R, denn an diesem Fahrzeug gab es nichts auszusetzen.

    Als bei BMC schliesslich 1968 entschieden wurde, die Oberklasse allein durch Jaguar zu besetzen, wurde der 4 Litre R ganz eingestellt. Er bekam keinen Nachfolger.

    Der Name „Vanden Plas“ tauchte weiterhin als Zusatzbezeichnung für veredelte British-Leyland-Modelle auf. In den USA wurden bis 2009 noch Daimler-Limousinen als Jaguar Vanden Plas verkauft.

    Die Produktionsanlagen in Kingsbury wurden bis zur Schliessung im Jahr 1979 für diverse Fahrzeuge der wechselhaften Geschichte des britischen Konzerns genutzt.

    Rares Juwel britischer Handwerkskunst

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1966) - die Erstauslieferung erfolgte nach Lugano
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Fast 50 Jahre später verlieren sich die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, Missmanagement und Fehlentscheidungen im Nebel der Geschichte. Wenn der Princess 4 Litre R vor Schloss Bümpliz in Bern parkt, wird er wieder zu dem, was er früher sein wollte: ein unaufdringliches und edles Gefährt, welches seine Insassen stilvoll und schnell zu den feinsten Adressen transportiert.

    Vanden Plas Princess 4-Litre R (1966) - die Form geht auf ein Pininfarina-Design zurück
    © Copyright / Fotograf: Daniel Reinhard

    Insbesondere der kurzhubige (95 x 91 mm) und drehwillige Reihensechser macht im Alltag viel Freude, weil er das immerhin leer 1626 kg wiegende Gefährt sehr gut beschleunigt und durch geringes Eigengewicht glänzt. Von Kopflastigkeit ist nichts zu spüren. Durch zusätzliches Dämmmaterial ist der 4 Litre R wesentlich leiser als der schwächere 3 Litre. Dazu kommt eine relativ simple und anspruchslose Technik, welche auf Grossserienteile des BMC-Konzerns zurückgreift. Die meisten Ersatzteile sind deshalb leicht zu beschaffen.

    Nur der aufwendige Motor ist etwas teurer im Unterhalt, und Teile, die ausschliesslich in diesem Modell verbaut wurden, muss man suchen wie die Nadel im Heuhaufen.

    Heute nicht mehr diskret

    So ganz wie damals ist es dann aber doch nicht. Denn während er früher gerne mit einem Austin verwechselt und daher nicht weiter beachtet wurde, fällt der Vanden Plas im heutigen Strassenverkehr erst richtig auf. Weil er unbekannter und seltener als mancher Rolls-Royce ist, bleibt er aber ein Fahrzeug für automobile Feingeister, die das Besondere lieben. Ein solcher fand sich 1966 in Lugano, der den 4 Litre R als Neuwagen bestellte. Mit einem Tachostand von 58‘000 km teilt er sich heute die Garage mit einem Vanden Plas Princess 1100 auf Austin ADO16-Basis in gleicher Farbe. Für den Fall, dass man wirklich einmal diskret unterwegs sein muss…

    Wir danken dem Besitzer André Burri für seine Unterstützung bei der Erstellung dieses Berichts.

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    Neueste Kommentare

     
     
    po******:
    01.08.2013 (18:19)
    Beim Rolls-Royce Motor handelt es sich interessanterweise um eine gegengesteuerte Maschine, d.h. die Einlassventile sind hängend und die Auslassventile stehend angeordnet. Das gleiche Konstruktionsprinzip (i.o.e.) finden wir auch beim Rover P5 mit dem 3 Liter 6-Zylindermotor.
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